Die Petiton ist beendet. Es wurden 657 Unterschriften gesammelt.
Die Petition befindet sich in der Beratung/Prüfung beim Empfänger.

Stoppt sexistische Werbung in Leipzig

Von: Jana Kusnezow (Leipziger Runder Tisch gegen Gewalt an Frauen und Mädchen) aus Leipzig

An:   Stadt Leipzig, Büro für Ratsangelegenheiten in Leipzig

Wir fordern:
Keine Plakate oder sonstige Werbeanzeigen mit sexistischen Darstellungen im öffentlichen Raum der Stadt Leipzig und in Publikationen / Veröffentlichungen der Stadt Leipzig sowie ihrer Eigenbetriebe!

Eine grundsatzpolitische Entscheidung seitens des Stadtrates, dass diskriminierende Werbung in der Stadt Leipzig nicht akzeptiert oder toleriert wird!

Begründung: Werbung ist ein fixer Bestandteil unseres Alltags. Ob wir sie nun bewusst oder unbewusst beachten, ihre Botschaften fließen in unsere Wahrnehmung ein. Sexistisch ist Werbung dann, wenn sie ein Geschlecht, meistens die Frau, in traditionell beschränkter Funktion, als sexuell verfügbares Wesen oder nur mit stereotypen Eigenschaften darstellt; wenn sie Körper oder Körperteile wie Hintern und Brüste als Blickfang einsetzt und so voyeuristische Instinkte bedient. Sexismus ist letztlich menschenverachtend.

Die typischen „Rezepte“ der Werbung im Umgang mit Frauen sind:

• Frau = Sex: Die Reduktion von Frauen auf Sexualität macht Frauenkörper in der Werbung universal einsetzbar.
• Frau = Produkt/Produkt = Frau: Frauen werden wie Konsumartikel behandelt und die Artikel sind wie Frauen: jung, schön und unverbraucht.
• Haushalt = Frau: Haushalt, Kinder und das Verwöhnen des Mannes sind die einzigen und liebsten Aufgaben der Frau.
• Typisch Frau!: Weibliche „Schwächen“ und „Laster“ werden überspitzt: Sie sind fleißig oder raffiniert, tratschsüchtig oder unbeholfen (meist im Umgang mit Technik).
• Kosmetische Zwangsjacken: Nicht die normale Schönheitspflege ist gemeint, sondern die permanente Aufforderung, sich für Männer schön zu machen.
• „Emanzipation“: Die Werbung verspricht, dass „Emanzipation“ – vom Auto bis zur bequemen Kleidung – gekauft werden kann.
• Männlicher Zynismus: Ein Blick auf die Frau aus der Perspektive von Männerwitzen.

Es gilt, immer wieder auf sexistische Werbung aufmerksam zu machen und diese nicht einfach nur hinzunehmen. Sexismus ist - in jeder Erscheinungsform - zu bekämpfen!
In Leipzig gibt es allerdings noch keine Regelung zum Umgang mit frauen- und männerverachtenden Inhalten von Werbung.

Im Namen aller Unterzeichner.

Leipzig, 16.01.2012 (aktiv bis 26.02.2012)

Debatte zur Petition

PRO: Die Contra-Argumente belegen m. M. nach nur, wie viel Handlungsbedarf hier besteht. Menschen, vor allem Frauen, werden auf Körperteile reduziert, zu unerreichbaren mehr...

PRO: Ich finde es höchste Zeit solches Ansinnen überhaupt zu thematisieren, denn es ist einfach nicht hinnehmbar, dass in einer angeblich fortschrittlichen mehr...

CONTRA: Das Anliegen ist berechtigt, aber der Petitionstext ist nicht eindeutig genug formuliert. 1. Es ist nicht klar, ob sich die Forderung nur auf Werbung an mehr...

CONTRA: Diese Petition diskriminiert die Frau von vorherein als schwaches, hilfsbedürftiges Geschlecht, und sollte somit auch verboten werden. Wenn die Frau genügend mehr...

>>> Zur Debatte



 

Petitions-Blog

 

Die Petition befindet sich in der Beratung/Prüfung beim Empfänger am 14.05.2012

Liebe UnterstützerInnen,

heute erhielt ich folgende ermutigende Nachricht:

"Der Petitionsausschuss hat Ihr Schreiben in seiner Sitzung am 13.04.2012 als Petition anerkannt und von der Verwaltung eine Stellungnahme angefordert.

Das Ziel ist es die Stellungnahme am 02.07.2012 in der Sitzung des Beirates für Gleichstellung zu diskutieren und anschließend eine entsprechende Beschlussempfehlung für den Stadtrat zu erarbeiten."

Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird und melde mich mit Neuigkeiten.

Herzliche Grüße!

Jana Kusnezow

Der Empfang der Petition wurde bestätigt am 19.03.2012
Referenz: 268/12

Liebe UnterstützerInnen,

wir haben zur Frauentagsveranstaltung am 08.03.2012 vor rund 100 BesucherInnen die Petition an den Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung übergeben und gerade heute die Eingangsbestätigung erhalten.
Der Petitionsausschuss berät in seiner Sitzung am 30.03.2012 darüber, ob das Anliegen als Petition anerkannt werden kann. Drücken wir uns also die Daumen!

Herzlichen Dank an dieser Stelle für Ihre Unterstützung und die wertvollen Kommentare! Wir werden letztere den Anschreiben an die StadträtInnen beifügen, die heute versendet werden. Damit wollen wir erreichen, dass alle StadträtInnen schon bevor die Petition in deren Sitzung beraten wird, auf unser Anliegen aufmerksam gemacht sind.

Herzliche Grüße!

Jana Kusnezow
für den Leipziger Runden Tisch gegen Gewalt an Frauen und Mädchen