Vorbereitung

Bevor es losgehen kann und Sie Ihre Petition erstellen, sollten Sie sich überlegen, wie viel Zeit Sie investieren können bzw. wollen und was am effektivsten zum Erfolg Ihrer Petition beitragen kann. Außerdem sollten Sie Ihre Petition nur auf einer Plattform starten. Es mag verlockend wirken, Ihr Anliegen möglichst weit zu verbeiten, mehrere Petitionsplattformen sind jedoch kontraproduktiv. Sie verwirren mögliche Unterstützende, wo unterschrieben werden soll und erschweren die Berichterstattung, bspw. würden Links in Onlineartikeln nur auf eine Plattform verwiesen. Die gesammelten Unterschriften müssten außerdem getrennt voneinader betrachtet werden, da es sich um mehrere Petitionen handelt. Entscheiden Sie sich lieber für eine Plattform und bündeln Sie Ihre Energie! Dabei helfen Ihnen diese ersten Schritte:

a. Fahrplan – was passiert wann?

Zeitlich sind der Petition von vornherein zwei wichtige Punkte gesetzt: Der Tag der Veröffentlichung und der Tag der Übergabe. Dazwischen liegt der Sammlungszeitraum. Sie sollten sich vorher überlegen, wann der beste Zeitpunkt für diese zwei Eckdaten ist. Das kann von politischen Entscheidungen (etwa im Gemeinderat) oder von öffentlichen Ereignissen abhängen, die Ihrem Anliegen mehr Wirkung verleihen (z.B. Tag der Menschenrechte, Vorstellung eines Gesetzesvorschlags). Ereignisse, Feiertage oder Veranstaltungen, die im Sammlungszeitraum Ihrer Petition liegen, eignen sich hervorragend, um medial auf Ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Recherchieren Sie mögliche Anlässe und nutzen Sie diese, um Social Media Posts, Neuigkeiten oder Presemitteilungen zu verfassen. So eignet sich der Deutsche Naturschutztag als Aufhänger, wenn Ihre Petition gegen die Rodung eines Waldes ist oder ein Gesetzesbeschluss für G9 in NRW, wenn Ihre Petition G9 im Saarland fordert. Erstellen Sie einen groben Fahrplan, damit Sie einen Überblick über die von Ihnen geplanten Aktionen haben und nie den richtigen Moment verpassen.

b. Akteursanalyse – wer ist wichtig?

Neben dem wann ist auch das wer bzw. mit wem entscheidend. Bevor Sie loslegen, sollten Sie daher eine Akteursanalyse durchführen, um herauszufinden, welche Akteure (also Personen, Organisationen, Behörden usw.) für Ihr Anliegen wichtig sind. Dabei stellen Sie sich folgende Fragen: 1. Welche Akteure sind in Bezug auf mein Anliegen am einflussreichsten und wer kann über mein Anliegen entscheiden? und 2. Wer ist bei meinem Anliegen auf meiner Seite? Ebenso wichtig ist es, Akteure zu definieren, die das eigene Anliegen ablehnen. Davon ausgehend können Sie erkennen, wo es sich lohnt, Überzeugungsarbeit zu leisten, wo Sie wahrscheinlich Unterstützung erhalten und mit wem Sie besonders behutsam umgehen sollten. Das tragen Sie dann in ein Koordinatensystem ein, was ungefähr so aussehen könnte:

 

Akteursanalysen dienen zur Orientierung und Strukturieren, an wen Sie sich wenden sollten

 

Zum Beispiel würde eine Petition mit dem Titel “Verbot des privaten Silvesterfeuerwerks – deutschlandweit” Unterstützung bei vielen Anwohnerinnen und Anwohnern finden, die haben allerdings wenig Einfluss. Dagegen hat die Bundestagsfraktion B, die sich für Umweltschutz einsetzt, mehr Entscheidungsmacht und ist wahrscheinlich auch auf der Seite des Anliegens. Hier lohnt es sich, die Abgeordneten anzusprechen oder anzuschreiben und sie von Ihrem Anliegen zu überzeugen. Genauso könnten Sie Unterstützung bei Umwelt- oder Tierschutzvereinen suchen, die dann wieder mehr öffentlichen Druck auf die politischen Entscheidungsträger ausüben. So schaffen Sie ein breites, zivilgesellschaftliches Bündnis und Ihre Forderung wird immer relevanter.

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Publikationen & Material

  • Länderbericht Petitionen 2016 (PDF)
  • Masterarbeit Online-Partizipation (PDF)
  • Jahres- und Transparenzbericht 2016 (PDF)

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