openPetition wird europäisch. Wenn Sie uns bei der Übersetzung der Plattform von Deutsch nach Deutsch helfen wollen, schreiben Sie uns.
close

Kurzlink

  • Beschluss des Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

    18-11-15 15:08 Uhr

    Pet 3-18-04-224-007678

    Allgemeine Kulturpflege
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 26.03.2015 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte. Begründung

    Mit der Petition soll erreicht werden, dass Video- und PC-Spiele als allgemeines
    Kulturgut anerkannt werden.
    Der Petent führt zur Begründung seines Anliegens aus, dass Video- und PC-Spiele
    nicht ausschließlich der Unterhaltung dienten, sondern komplexe Geschichten
    erzählten, lehrreich sein oder Interesse an historischen Ereignissen wecken könnten
    wie auch Bücher und Filme. Der künstlerische und gestalterische Aufwand dieses
    neuen Mediums sei seit mindestens 25 Jahren mit denen anderer Medien
    vergleichbar. Auch steige die wirtschaftliche Bedeutung dieses Mediums und der
    entsprechenden Unternehmen mit jedem Jahr. Daher sei es an der Zeit, dies durch
    die Anerkennung als allgemeines Kulturgut zu würdigen.
    Zu dieser als öffentliche Petition zugelassenen Eingabe sind 20 Diskussionsbeiträge
    und 64 Mitzeichnungen eingegangen.
    Unter Berücksichtigung einer Stellungnahme der Beauftragten der Bundesregierung
    für Kultur und Medien sieht das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung
    folgendermaßen aus:
    Computerspiele sind sowohl Kultur- als auch Wirtschaftsgüter. Wie der Petent
    darlegt, schaffen sie neue Erzähl– und Erlebniswelten. Sie sind in den letzten Jahren
    wesentlicher Bestandteil des Alltags vieler Kinder, Jugendlicher und Erwachsener
    geworden und haben andere Medien abgelöst, zudem auch das Freizeitverhalten
    beeinflusst. Im Bereich von Bildung und Ausbildung sind Lern- und Simulationsspiele

    mehr und mehr zu einem wichtigen Instrument geworden. Auch in den Bereichen von
    Wissensmanagement und Industriesimulation sind sie von großer Bedeutung.
    Da es jedoch auch dümmliche, aggressionsbetonte, diskriminierende und
    verhetzende Computerspiele gibt, halten Deutscher Bundestag und
    Petitionsausschuss die jeweilige Qualität und Intention von Computerspielen für
    ausschlaggebend. Auf Initiative des Deutschen Bundestages hat die
    Bundesregierung daher im Jahr 2009 gemeinsam mit der Wirtschaft den Deutschen
    Computerspielpreis ins Leben gerufen. Sein wichtigstes Ziel ist es, das Angebot
    pädagogisch anspruchsvoller und qualitativ hochwertiger Computerspiele –
    einschließlich interaktiver Unterhaltungsmedien jeder Art – aus deutscher Produktion
    zu erweitern und zu verbessern. Prämiert werden herausragende Produkte, die
    jungen Menschen auf spielerische Weise Themen erschließen, die für ihre
    persönliche, schulische oder berufliche Entwicklung bedeutsam sind. Es geht dabei
    um die Förderung kognitiver, technischer und kommunikativer Fertigkeiten der Kinder
    und Jugendlichen bei gleichzeitig hohem technischem Standard. Der Preis soll ein
    Anreiz sein für deutsche Spielentwickler und –hersteller, entsprechende Produkte auf
    den Markt zu bringen. Er soll aber auch die öffentliche Aufmerksamkeit für solche
    Spiele erhöhen und die Nachfrage danach anregen. Der Preis wird jährlich in
    verschiedenen Kategorien für Computerspiele vergeben, die vollständig oder
    überwiegend in Deutschland entwickelt wurden. (Siehe dazu im Internet unter:
    www.deutscher-computerspielpreis.de/)
    Abschließend weist der Petitionsausschuss darauf hin, dass neben und trotz dieser
    Anerkennung eines relativ neuen Mediums weiterhin die Medienvielfalt und die damit
    verbundenen unterschiedlichen Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche
    konstituierend für ihre Welterfahrung und damit unabdingbar sind.
    Der Petitionsausschuss sieht nach diesen Darlegungen keine Veranlassung, das
    Anliegen zu unterstützen. Der Petitionsausschuss kann daher nur empfehlen, das
    Petitionsverfahren abzuschließen.
    Der von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gestellte Antrag, die Petition der
    Bundesregierung – dem Bundeskanzleramt – zur Erwägung zu überweisen und den
    Fraktionen des Deutschen Bundestages zur Kenntnis zu geben, ist mehrheitlich
    abgelehnt worden.Begründung (pdf)