Erfolg
 

Klimaschutz - Abgabe für CO²-Emissionen

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Deutschen Bundestag

431 Unterschriften

Der Petition wurde entsprochen

431 Unterschriften

Der Petition wurde entsprochen

  1. Gestartet 2008
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Erfolg

Dies ist eine Online-Petition des Deutschen Bundestags.

Petition richtet sich an: Deutschen Bundestag

Mit dieser Petition soll die Einführung einer Abgabe für Kohlendioxid-Emissionen erreicht werden.

Begründung

Die Folgen des globalen Klimawandels betreffen vor allem die kommenden Generationen. Den nachteiligen Veränderungen des Klimas kann nur Einhalt geboten werden, wenn Industrieländer erheblich zielstrebiger Kohlendioxid-Emissionen reduzieren. Als Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland haben wir mit unserer Regierung die Verantwortung, an dieser Aufgabe wesentlich mitzuwirken. Ich fordere als Vater von drei Kindern, die mit ihren Gleichaltrigen die Konsequenzen des sich wandelnden Klimas erleben werden, die Bundesregierung dazu auf, eine Abgabe oder Steuer für Kohlendioxid-Emissionen einzuführen. Die Abgabe stellt einen Anreiz dar, Ausstöße zu vermeiden; ihre Erlöse sollen überwiegend für CO2-reduzierende Maßnahmen verwendet werden. Dieser Aufforderung liegt die Einsicht zugrunde, dass Kohlendioxid einen Schadstoff darstellt, dessen Erzeugung daher nach dem Verursacherprinzip zu behandeln ist. Ähnliche Steuerungsinstrumente existieren in Finnland, Norwegen, Schweden sowie den Niederlanden. Diese Bitte an die Regierung wie auch die Bevölkerung spreche ich aus, damit wir als Gemeinwesen handeln, bevor der Schaden noch größer wird, so dass auch die dann womöglich aufbrechende Schuldfrage gar nicht erst aufzukommen braucht. Gleichzeitig appelliere ich mit dieser Petition an das Prinzip der Generationengerechtigkeit, also die Achtung vor dem Leben der in Zukunft Lebenden (vgl. Art. 20a GG). Die Bundesrepublik wird durch Handeln in diesem Feld eine Vorbildrolle für andere Staaten im Umweltschutz und in der Wahrung der Rechte der jüngeren und nachfolgenden Generationen wahrnehmen. Literaturhinweise: 1. Vierter Sachstandsbericht zur Klimaänderung des IPCC (Zwischenstaatliche Sachverständigengruppe für Klimaänderungen), Cambridge 2007. 2. Study on the Economic and Environmental Implications of the Use of Environmental Taxes and Charges in the European Union and its Member States, Brüssel/Birmingham 2001.

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 16.12.2008
Sammlung endet: 02.03.2009
Region: Deutschland
Kategorie:  

Neuigkeiten

  • Stefan Höschele

    Klimaschutz

    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 27.10.2011 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen entsprochen wird.

    Begründung

    Der Petent fordert die Einführung einer Abgabe für Kohlendioxidemissionen.

    Er begründet sein Anliegen unter besonderer Betonung von Artikel 20a des
    Grundgesetzes (GG) mit den Folgen des globalen Klimawandels für die kommenden
    Generationen. Um diese zu verhindern, müssten Industrieländer wie die
    Bundesrepublik Deutschland wesentlich zielstrebiger ihre Kohlendioxidemissionen
    reduzieren. Unter Hinweis auf vergleichbare Instrumente in Skandinavien und den
    Niederlanden
    schlägt
    er
    als
    wirksamen
    Anreiz
    eine
    Abgabe
    auf
    Kohledioxidemissionen vor. Deren Erlöse sollten ihrerseits wiederum überwiegend
    für CO2-reduzierende Maßnahmen eingesetzt werden.

    Die Petition war als öffentliche Petition auf der
    Internetseite des Deutschen
    Bundestages eingestellt und wird von 431 Mitzeichnern unterstützt. Es gingen
    61 Diskussionsbeiträge ein.

    Zu den Einzelheiten des Vortrags des Petenten wird auf seine Zuschrift
    Petitionsakte verwiesen.

    in der

    Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich unter Berücksichtigung einer
    Stellungnahme
    und
    für Umwelt, Naturschutz
    Bundesministeriums
    des
    Reaktorsicherheit (BMU) wie folgt zusammenfassen:

    Der Petitionsausschuss stellt fest, dass der globale Klimawandel und seine schon
    heute erkennbaren Folgen von der Bundesregierung und dem Deutschem
    Bundestag sehr ernst genommen werden. Es besteht allgemeiner Konsens, dass die
    Bekämpfung des Klimawandels hierbei eine drastische Reduzierung des Ausstoßes
    klimaschädlicher Treibhausgase nicht nur in Deutschland erfordert. Deutschland

    hat sich hierzu das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen neben Kohlendioxid
    sind wegen ihrer hohen Klimawirksamkeit (100 bis 24.000-fach höher als CO2) vor
    allem auch fluorierte Treibhausgase zu nennen bis 2020 gegenüber 1990 um 40 %
    zu senken und nimmt damit weltweit eine Vorreiterstellung ein. Daneben soll die
    Energieproduktivität um 3 % pro Jahr gesteigert und der Anteil der Erneuerbaren
    Energien kontinuierlich erhöht sowie der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung an der
    Stromerzeugung bis 2020 auf 25 % verdoppelt werden.

    Der Ausschuss betont allerdings, dass zum Erreichen dieser Ziele nicht nur auf ein
    Instrument wie etwa die vom Petenten vorgeschlagene CO2-Abgabe gesetzt
    werden kann und darf. Erforderlich ist vielmehr eine Vielzahl von sich wechselseitig
    ergänzenden Instrumenten und Maßnahmen, die diese ambitionierten Ziele auch
    wirtschafts- und sozialverträglich verwirklichen.

    Der Petitionsausschuss weist darauf hin, dass die Bundesregierung hierzu ein
    Integriertes Energie- und Klimaprogramm vorgelegt hat. Das Paket besteht aus
    14 Gesetzen und Verordnungen sowie sieben weiteren Maßnahmen, die im
    Mai 2008
    formell
    beschlossen
    wurden
    (siehe
    www.bmu.de/klimaschutz/nationale_klimapolitik/doc/5698.php).
    wird
    Damit
    Deutschland dem Ziel, bis zum Jahr 2020 den Ausstoß von Treibhausgasemissionen
    gegenüber dem Basisjahr 1990 um 40% zu reduzieren, sehr nahe kommen. Nach
    unabhängigen Untersuchungen werden 35% erreicht. Mit weiteren Maßnahmen zur
    Steigerung der Energieeffizienz kann Deutschland sein Klimaschutzziel verwirklichen
    und die Emissionen bis 2020 um 40% senken.

    Der Ausschuss erinnert daran, dass darüber hinaus auch der Emissionshandel als
    marktwirtschaftliches Instrument der Klimapolitik einen zusätzlichen Anreiz für mehr
    Energieeffizienz und zur Verminderung des Energieverbrauchs bei gleichzeitiger
    Minimierung der Kosten schafft. Er
    trägt maßgeblich dazu bei, die von der
    Bundesregierung beschlossenen Ziele zu erreichen.

    Abschließend hebt der der Ausschuss hervor, dass es sich beim Klimawandel um
    eine globale Herausforderung handelt, der
    zu begegnen allein nationale
    Anstrengungen nicht ausreichen. Die Bundesregierung setzt sich daher auch
    europäisch und international für mehr Klimaschutz ein. So setzt das im Juni 2009 in
    Kraft getretene EU-Klima- und Energiepaket die im März 2007 unter deutscher
    Ratspräsidentschaft beschlossenen Klimaschutzziele um. Kern des Pakets sind
    verbindliche Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen um

    mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 bis 2020 und zum Ausbau der erneuerbaren
    Energien in der EU, deren Anteil am Endenergieverbrauch auf 20 Prozent bis 2020
    erhöht werden soll. Die EU hat damit auch ein wichtiges Signal
    für die
    internationalen Verhandlungen in Kopenhagen gesetzt. Nach dem W illen der
    Bundesregierung
    und
    der
    EU soll
    im Dezember
    ein
    ambitioniertes
    Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll, das 2012 ausläuft, beschlossen werden.

    Vor diesem Hintergrund wird dem Anliegen des Petenten, den CO2-Ausstoß zur
    Vermeidung eines zukünftigen globalen Klimawandels zu Lasten zukünftiger
    Generationen deutlich zu reduzieren, bereits zum jetzigen Zeitpunkt in vielfältiger
    Weise nachdrücklich Rechnung getragen.

    Der Petitionsausschuss empfiehlt daher, das Petitionsverfahren abzuschließen, da
    dem Anliegen des Petenten bereits entsprochen wird.

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