Dieser liebenswerten und beispiellos integrierten Familie Baftijar droht die Abschiebung nach Mazedonien, in das Land, in dem Eltern und Kinder eine wahre Hölle erlebt haben.

Eine Klage der Familie gegen diesen Bescheid hat noch wenige Wochen aufschiebende Wirkung. Sollte diese Klage dann beim Verwaltungsgericht in Schleswig negativ entschieden werden, wird es zu spät sein, noch irgendetwas zu tun und die Familie wird abgeschoben. Da sich abzeichnet, dass das Herkunftsland Mazedonien per se in Deutschland als sicheres Herkunftsland akzeptiert wird, haben wir große Sorge, dass die Fluchthintergründe der Roma-Familie gar nicht mehr so genau geprüft werden. Die Anrufung der schleswig-holsteinischen Härtefallkommission wird der Familie aus formalen Gründen verwehrt. Daher ist für uns, die Flüchtlingshilfe in Kappeln und viele Unterstützerinnen und Unterstützer vor Ort, diese Petition wohl die letzte Möglichkeit, die Familie zu retten. Wir fordern Innenminister Studt auf, den Fall dieser Familie sorgfältig und im Sinne unseres Grundgesetzes zu prüfen und sie vor der drohenden Verfolgung zu schützen!

motive

Der Vater, Sali Baftijar, ist Roma. Er ist gelernter Informationstechniker und hatte eine gute Anstellung bei einer Software-Firma in Skopje. Seine Ehefrau, Sermina Baftijar, führte dort einen gutgehenden Lebensmittelladen. Es handelt sich also keineswegs um sog. Wirtschaftsflüchtlinge. Die Familie ist christlichen Glaubens.

In der mazedonischen Stadt Skopje ist der Familie dann Schreckliches widerfahren: Die albanische Mafia hat die Eltern 2013 mit Schutzgeld erpresst. Der Laden und die Wohnung wurden verwüstet, die Mutter wurde einige Tage entführt, und die gesamte Familie wurde körperlich und psychisch misshandelt. Die Mutter wurde während ihrer Geiselnahme vergewaltigt und unter Drogen gesetzt. Sie wurde von den Vergewaltigern schwanger und hat die Schwangerschaft abgebrochen. Die gesamte Familie ist von diesen schrecklichen Erlebnissen traumatisiert. Besonders schwer leidet Tochter Kiama bis heute unter der posttraumatischen Belastungsstörung. Familie Baftijar floh aus Mazedonien und kam im Oktober 2013 in Deutschland an. Hier in Kappeln haben sie sich sofort toll integriert. Die ganze Familie ist im Sportverein aktiv. Deutsche Freunde, Nachbarn, Schulkameraden, Lehrer, Flüchtlingspaten etc. legen Zeugnis dafür ab, wie herzlich und hilfsbereit die Baftijars sind und wie schnell sie deutsch gelernt haben.

Das Grundgesetz definiert ein sicheres Herkunftsland u.a. danach, "daß dort weder politische Verfolgung noch unmenschliche oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung stattfindet." Menschenrechtsorganisationen wie Pro Asyl und Amnesty International belegen unzählige Fälle, die zeigen, dass Mazedonien eben KEIN sicheres Herkunftsland ist - insbesondere nicht für die Bevölkerungsgruppe der Roma. Einer dieser Fälle stellt sich mit der Familie Baftijar dar.

Jeder Mensch, dem nach den Kriterien unseres Grundgesetzes Schutz in Deutschland zuteil werden soll, sollte auch die Chance auf eine sorgfältige Prüfung - ungeachtet des Herkunftslandes - erhalten.

Wir bitten Innenminister Studt, sich selbst ein differenziertes Bild zu machen von den Fluchthintergründen der Familie und ihnen den Schutz im Sinne unseres Asylrechtes zu gewähren!

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știri

  • Liebe Unterzeichnerinnen, liebe Unterzeichner!

    Ihr lieben Menschen habt seinerzeit die Familie Baftijar durch Eure Unterschrift unterstützt.

    Die schwer traumatisierte Familie ist in ihrem Heimatland von Kriminellen mit Waffengewalt bedroht und erpresst worden und hat auch körperliche Gewalt erfahren. Aus diesem Grund haben wir alle dagegen gekämpft, dass die Abschiebung in dieses vermeintlich "sichere Herkunftsland" vollzogen wird. Es stand auf Messers Schneide.
    Die Petition hat dazu beigetragen, dass die Zeit einer möglichen Abschiebung überbrückt werden konnte. Nun haben erst einmal alle Kinder der Familie das Recht, hier in Deutschland ihre Schule zu beenden. Das wird auch genutzt. Die Kinder sind in der Schule alle super und entwickeln sich prächtig!

    Es wird wohl noch viel Zeit ins Land gehen, bis alle Familienmitglieder die schlimmen Gewalterfahrungen überwunden haben. Ein Teil der Bewältigung besteht darin, nun auch die Petition im Internet zu löschen, damit Google nicht immer wieder an die schreckliche Vergangenheit erinnert.

    Die Familie hat uns aufgetragen, noch einmal allen Menschen, die sie unterstützt haben, in Deutschland bleiben zu dürfen, von Herzen Danke zu sagen!

    Mit herzlichen Grüßen,
    Flüchtlingshilfe Kappeln
    info@fluechtlingshilfe-kappeln.de

  • Weihnachten 2015 verbrachte die Familie noch fröhlich mit den Flüchtlingspaten zusammen. Die Abschiebung drohte zwar bereits, wurde aber verdrängt. Nun könnte es jeden Tag soweit sein, dass die Familie ausreisen muss. Wo werden sie Weihnachten 2016 verbringen? Werden sie noch ein Dach über dem Kopf haben?

    Wie viele Roma-Familien in Mazedonien leben, zeigt dieser Film:
    www.spiegel.de/video/roma-elend-in-mazedonien-video-1256311.html

  • Weihnachten 2015 verbrachte die Familie noch fröhlich mit den Flüchtlingspaten zusammen. Die Abschiebung drohte zwar bereits, wurde aber verdrängt. Nun könnte es jeden Tag soweit sein, dass die Familie ausreisen muss. Wo werden sie Weihnachten 2016 verbringen? Werden sie noch ein Dach über dem Kopf haben?

    Wie viele Roma-Familien in Mazedonien leben, zeigt dieser Film:
    www.spiegel.de/video/roma-elend-in-mazedonien-video-1256311.html

Dezbatere

pro

Wikipedia: "Seit der Unabhängigkeit Mazedoniens 1991 verbreiten sich jedoch unter Muslimen vermehrt Wahhabiten, Salafisten, Schiiten und Anhänger anderer Richtungen des Islams, die sich im Vergleich zur Tradition in Mazedonien deutlich unterscheiden." Ergo man kann die Familie nicht abschieben!

contra

Ich denke nicht das "wir" und unsere kinder noch die Verantwortung für Taten des Nationalsozialismus tragen müssen. Weiter glaube ich nicht dass es sich bei der albanischen Mafia um eine staatliche Organisationen handelt. Wobei dann wohl nicht von politischer Verfolgung etc. sprechen kann.Nichts desto trotz bin ich dafür ,dass solche bestens integrierten Familien bleiben sollten.