Wer kennt sie nicht, die Bilder mit Rentnern, die Abfalleimer und Müllcontainer nach leeren Flaschen durchstöbern, um von dem Pfand ihre Rente etwas aufzubessern ?  Die Zahl der Tafeln steigt an;  Die Zahl derer, die verschuldet sind, sich kein warmes Essen leisten können und an der Armutstafel teilnehmen, steigt an;  Die Zahl der Armutsläden nimmt zu;  Die Zahl derer, die die Berechtigung zum Einkaufen in den Armutsläden erworben haben, nimmt zu;  Die Zahl der Obdachlosen nimmt weiter zu; Rund 12,5 Millionen Menschen sind in Deutschland arm, das bedeutet eine Armutsquote von 15,5 % : die Kinderarmut steigt ebenfalls, die Armutsquote der Minderjährigen beträgt 19,2 % ! (siehe Broschüre des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes „Die zerklüftete Republik“ (Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2014). Haarsträubende massenhafte Armutsverhältnisse in den einzelnen Bundesländern und damit auch bundesweit ! Was sind die Ursachen der Altersarmut ? • Ein Grund dafür ist ganz sicher, daß man jahrelang den damals noch Beschäftigten einen Mindestlohn vorenthalten hat. (In vielen europäischen Nachbarländern wie z.B. Österreich, Frankreich, Niederlande usw. wurde ein entsprechender Mindestlohn viel früher eingeführt als in Deutschland; außerdem wurde in diesen Ländern ein höherer Mindestlohn festgesetzt als in Deutschland); • Die Politik hat für die Industrie ein Instrumentarium aus Leiharbeit, befristeten Verträgen, Werksverträgen, usw. geschaffen, um die Wettbewerbssituation und die Ertragssituation der Unternehmen zu verbessern. Diese Maßnahmen brachten für die Beschäftigten jedoch sehr viele Nachteile : o Durch Umstrukturierungsmaßnahmen und Verschlankung der Produktion (lean production) wurden nicht selten Arbeitnehmer – insbesondere ältere Arbeitnehmer - entlassen und den verbliebenen Arbeitnehmern zusätzliche Arbeit aufgebürdet. Für die älteren Arbeitnehmer bedeutete eine Kündigung oftmals Arbeitslosigkeit und evtl. dann eine vorzeitige Verrentung. o Durch die unsicheren Beschäftigungsverhältnisse nahm der psychische Stress für die Beschäftigten erheblich zu, was nicht selten auch zu körperlichen Krankheiten führte. o Leiharbeit und Werkverträge wurden oft als Tor zu Lohndumping und schlechten Arbeitsbedingungen mißbraucht. o Leiharbeitskräfte bekamen durchschnittlich 43 % weniger Lohn als die Stammbeschäftigten. (siehe : Veröffentlicht in Bundespolitik vom 16. 2. 2016 : „Landesregierung beschließt Bundesratsinitiative gegen Mißbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit“) o Oft wurden auch Stammbelegschaften ersetzt durch Werkvertragsbeschäftigte, die zum Teil noch schlechter bezahlt wurden als Leiharbeitskräfte. o Durch die schlechtere Entlohnung wurden deshalb auch weniger Rentenbeiträge bezahlt. Eine zusätzliche private Rentenversicherung z.B. Riester-Rente konnte nicht abgeschlossen werden, weil durch den geringeren Verdienst keine finanziellen Mittel mehr erübrigt werden konnten. Es ist an der Zeit, die benachteiligten Arbeitnehmer und jetzigen Rentner zu entschädigen ! Die Automatisierung schreitet voran, die Produktivität steigt ! Mit immer weniger Beschäftigten wird die Produktion von immer mehr Gütern und Waren bewältigt. Um Neueinstellungen zu vermeiden, werden die Beschäftigten dazu animiert, immer mehr Überstunden zu machen. Die Lohnkosten und Lohnnebenkosten werden dadurch gesenkt und die Gewinne der Unternehmen gesteigert. Durch dieses System wurden und werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Den Wohlstand in unserem Land haben in erster Linie die Arbeitnehmer erwirtschaftet; daran beteiligt waren selbstverständlich auch die Unternehmer und die Aktionäre, aber nicht in dem Maße, wie diese die Gewinne abschöpfen. An dem erwirtschafteten Wohlstand und Reichtum des Landes müssen endlich auch die Rentner beteiligt werden. Es ist eine Schande, daß es in diesem Land Armut, Altersarmut, Kinderarmut und Obdachlosigkeit gibt. Wenn Armut und Altersarmut in dieser Massenhaftigkeit auftreten, kann man die Schuld dafür nicht einfach auf die Betroffenen abladen, sondern man muß das von der Regierung installierte System in Frage stellen. Die Abgeordneten bezeichnen sich gern auch als Volksvertreter. Ich kann jedoch nicht glauben, daß es des Volkes Wille ist, daß 12,5 Millionen Bundesbürger und davon 3,4 Millionen Rentner in Armut leben und viele Rentner eine Rente beziehen, die nur knapp oberhalb der Armutsgrenze liegt. Ich kann es nicht glauben, daß es der Wille der Bevölkerung ist, daß Rentner Abfalleimer und Müllcontainer nach leeren Flaschen durchstöbern müssen, um sich vom Flaschenpfand ein kleines Geschenk für ein Enkel zu finanzieren oder gar ihre Lebensbedingungen etwas zu verbessern.

Solche Zustände sind einer christlichen Gesellschaft nicht würdig !

Orsak

Es ist außerdem eine Zumutung, wenn Rentner, deren Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt, bei einer Behörde vorstellig werden sollen, um Formulare auszufüllen, um eine entsprechende Grundsicherung zu beantragen. Manch ein Mitbürger macht davon - aus verständlichen Gründen - auch gar keinen Gebrauch. Wer begibt sich denn schon freiwillig in solch eine entwürdigende Situation ? Manch einer der Arbeitnehmer kennt solche entwürdigenden Situationen aus seinem Berufsleben, wo er z.B. mit 1-€ - Jobs bedacht wurde oder mit Niedriglöhnen, die keinesfalls der verrichteten Arbeit angemessen waren. Die Politiker reden gerne von der sozialen Marktwirtschaft und von den christlichen Wurzeln dieser Gesellschaft. Angesichts des etablierten Systems aus Leiharbeit, befristeten Verträgen, Werksverträgen usw. und deren Folgen wie Armut und Altersarmut fällt es mir schwer, soziale oder christliche Aspekte in diesem System zu erkennen. Inwieweit die soziale Partei (SPD) und die christlichen Parteien (CDU und CSU) an der Etablierung und Aufrechterhaltung dieses Systems beteiligt waren, möge der Leser selbst beurteilen und seine Schlüsse und Folgerungen daraus ziehen. Angesichts solcher Zustände braucht man sich nicht zu wundern, wenn immer mehr Unzufriedenheit, Unmut, Wut, Resignation und Politikverdrossenheit aufkommt. In den Fernsehsendungen wie z.B. - „Wie solidarisch ist Deutschland“ (Große Kluft zwischen Arm und Reich) - ARD-Sendung vom 15. 02. 2016 oder - In der Heute-Sendung des ZDF vom 22. 2. 2016 (19:00 Uhr) oder - In der Tagesschau vom 23. 2. 2016 (20:00 Uhr) der ARD oder in der Presse wie z.B. - Spiegel Online vom 19. 10. 2015 : „Altersarmut : Immer mehr Senioren übernehmen Minijobs“ oder - Spiegel Online vom 06. 08. 2015 : „Altersarmut : Halbe Million Senioren sind auf Grundsicherung angewiesen“ oder - Spiegel Online vom 24. 06. 2014 : „Grundsicherung : Altersarmut kostet Bund immer mehr Geld“ oder - Zeit Online vom 4. 11. 2014 : „Altersarmut nimmt in Deutschland zu“ oder - Zeit Online vom 4. 11. 2014 : „Die Koalition vergißt die armen Alten“ oder - Zeit Online vom 2. 09. 2012 : „Altersarmut wird auch Normalverdiener treffen“ oder - usw. ……….. wurden auf die Armut, Altersarmut usw. hingewiesen, doch die Abgeordneten scheinen bezüglich den Bedürfnissen und Belangen der eigenen Bevölkerung schwerhörig, taub und blind zu sein. Es wird nun höchste Zeit, daß die im Landtag vertretenen Parteien Einfluß auf die Bundespolitik nehmen und bezüglich der Armut, Altersarmut, Kinderarmut und Obdachlosigkeit eine entsprechende Initiative im Bundesrat einbringen.

Wir Unterzeichner der Petition fordern : 1.) Eine Mindestrente von 1200,- € / Monat, damit man am kulturellen Leben teilnehmen kann und auch mal ein Konzert- oder Theaterbesuch möglich wird und auch mal ein Volkshochschulkurs usw. besuchen kann. 2.) Ein Weihnachtsgeld für die bedürftigen Rentner, damit man die Kosten für ein kleines Weihnachtsgeschenk für den Enkel nicht durch Einsparungen am Essen oder durch Sammmeln von leeren Flaschen aus Mülleimern oder Müllkontainern finanzieren muß. 3.) Ein Urlaubsgeld, das den bedürftigen Rentnern einmal im Jahr wenigstens einen 10-tägigen Urlaub in einem der Bundesländer oder in Österreich ermöglicht. In den allermeisten Fällen war es den bedürftigen Rentnern während ihrer beruflichen Tätigkeit aus finanziellen Gründen vergönnt, einen Urlaub zu machen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen

Löwenstein, 07. 03. 2016

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Nyheter

  • Sehr geehrte Damen u. Herren,
    für die Unterstützung meiner Petition „Altersarmut in einem reichen Land – skandalöse Zustände“ möchte ich mich noch einmal herzlich bedanken.
    Inzwischen hat mir der Petitionsausschuß des Landes Baden-Württemberg nach einer fast 4-monatigen Bearbeitungszeit mit einer entspr. Stellungnahme geantwortet (siehe Anlage).
    Ich werde also die Petition überarbeiten und aktualisieren und diese in den nächsten Wochen beim Deutschen Bundestag einreichen. Sie haben dann Gelegenheit, diese mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen und die Petition in Ihrem Bekanntenkreis zu verbreiten.
    Die folgenden Argumente und Zahlen sprechen für unsere Anliegen :
    Die Armutsgrenze liegt in Deutschland bei ca. 980.- € / Monat.
    Die durchschnittliche Rente in Deutschland beträgt
    bei den Männern ca. 1050.- € / Monat,
    bei den Frauen ca. 590.- € / Monat.
    Die durchschnittliche Rente liegt also bei den Männern nur wenig oberhalb der Armutsgrenze, bei den Frauen dagegen wesentlich unterhalb der Armutsgrenze.
    Schaut man über den Tellerrand hinaus, z.B. zu unseren Nachbarn nach Österreich, so trifft man dort ganz andere Verhältnisse an :
    Die durchschnittliche Rente in Österreich beträgt 1560.- €, wobei es dort 14 Rentenzahlungen im Jahr gibt. Auf 12 Monatszahlungen umgerechnet beträgt dort also die Durchschnittsrente ca. 1820.- € / Monat. Sie liegt also wesentlich über der Armutsgrenze von 980.- € / Monat und ist also um fast 800.- € / Monat höher als beim Exportweltmeister Deutschland. In Österreich gibt es außerdem eine Mindestrente von
    1030.- € / Monat, in Deutschland dagegen gibt es keine Mindestrente.
    Was den Österreichern möglich ist, sollte auch dem Exportweltmeister Deutschland möglich sein.
    (weitere Fakten : siehe Anlage : "Altersarmut-in-e-r-Land-P.PDF"

    Mit den besten Wünschen grüßt Sie

    ……….
    ( Bernhard S c h i l p p )

  • Der Empfang der Petition "Altersarmut in einem reichen Land - skandalöse Zustände " wurde vom Landtag von Baden-Württemberg bestätigt. Eine Bearbeitung der Petition durch den Petitionsausschuß wird wahrscheinlich nach der Sommerpause erfolgen. Der Unmut der Bevölkerung über die Behandlung der Rentner und über die äußerst dürftigen Renten sollte nicht versiegen ! Es wäre wünschenswert, daß sich weitere ältere Mitbürger beim Landtag oder Bundestag schriftlich äußern und eine ähnliche Petition einreichen. Vielen Dank für die Unterstützung der Petition ! Über weitere Neuigkeiten zu dieser Thematik werde ich Sie unterrichten.
    Mit den besten Wünschen grüßt Sie
    Bernhard Schilpp.

Pro

Rentner sind keine Bittsteller , die nachgelagerte Versteuerung der gr.koalition (Volksparteien ) kürzen die Gesetzliche Rente. Wenn privat für die Rente anspart zb.Betriebsrente,Rentenversicherung wird Krankenversicherung,und Steuer nachgelagert abgezogen!

Contra

Alterarmut bekämpfen, ja, aber die Gemeinschaft ist nicht für christlich motiverierte Weihnachtsgeschenke zuständig. Dito für Urlaub. Und warum das Geld für den "gewohnten" Urlaub nicht fürs Alter angespart wurde, will mir auch nicht in den Sinn.