Region: Germany

Anerkennung von Open-Source-Arbeit als Ehrenamt in Deutschland

Petition is addressed to
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

10,747 Signatures

34 %
10,123 from 30,000 for quorum in Germany Germany

10,747 Signatures

34 %
10,123 from 30,000 for quorum in Germany Germany
  1. Launched November 2025
  2. Time remaining > 2 months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
personal data
 

I agree that my data may be stored. I can revoke this consent at any time.

This petition is also available in English.

Petition addressed to: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

Open-Source-Software bildet heute das Fundament großer Teile der digitalen Infrastruktur – in Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und im täglichen Leben. Selbst im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung wird Open-Source-Software als elementarer Baustein zur Erreichung digitaler Souveränität genannt.

Bei vielen Bürgern ist leider kein Bewusstsein vorhanden, wo sie überall mit Open-Source-Software in Verbindung kommen. Egal ob es eine Website im Internet ist, der Ticket-Automat für die Bahn, bei der Spielkonsole oder auch beim Video-Streaming uvw. ist Open-Source-Software enthalten - die meist von Freiwilligen erstellt, gewartet und weiterentwickelt wird und als kostenlose Software für jeden zugänglich gemacht wird.

Dennoch wird die Arbeit, die tausende Freiwillige dafür leisten, in Deutschland steuer- und förderrechtlich nicht als Ehrenamt anerkannt. Dieses Ungleichgewicht zwischen gesellschaftlicher Bedeutung und rechtlichem Status gilt es zu korrigieren.

Als aktiver Contributor in Open-Source-Projekten fordere ich daher, Open-Source-Arbeit als gemeinwohlorientiertes Ehrenamt anzuerkennen – gleichrangig mit Vereinsarbeit, Jugendarbeit oder Rettungsdiensten.

Reason


1. Open-Source trägt nachweislich zum Gemeinwohl bei

  • Open-Source-Projekte schaffen freie, transparente und überprüfbare Software, die allen zugutekommt.
  • Kritische Systeme wie Internet-Protokolle, Sicherheitsbibliotheken, Gesundheits-IT, KI-Frameworks, Energieverwaltung, Bildungstechnologien und Kommunikationswerkzeuge basieren maßgeblich auf freiwilligen Beiträgen.
  • Ohne diese Arbeit wäre Deutschland digital abhängiger, weniger sicher und weniger innovativ.

Gemeinwohlorientierung ist ein zentrales Kriterium für ein Ehrenamt – und Open-Source erfüllt dieses in höchstem Maße.

2. Die Arbeit geschieht überwiegend unbezahlt – und ist freiwilliges bürgerschaftliches Engagement

  • Die Mehrheit aller Entwicklungs-, Wartungs- und Dokumentationsleistungen erfolgt ehrenamtlich in der Freizeit.
  • Contributor übernehmen Verantwortung für Sicherheit, Stabilität und Weiterentwicklung zentraler Softwarekomponenten, ohne Vergütung und oft ohne Anerkennung.
  • Das Engagement ist vergleichbar mit Tätigkeiten in gemeinnützigen Vereinen, nur eben digital.

Die rechtliche Gleichstellung mit klassischem Ehrenamt wäre daher folgerichtig.

3. Gesellschaftliche Abhängigkeit ohne gesellschaftliche Anerkennung

  • Staatliche Einrichtungen, Kommunen, Schulen und Unternehmen profitieren direkt von Open-Source-Bibliotheken, Frameworks und Tools.
  • Sicherheitslücken wie „Heartbleed“ oder Log4Shell haben gezeigt, wie entscheidend die Arbeit der Maintainer für das Schutzinteresse der Allgemeinheit ist.
  • Gleichzeitig fehlen Ressourcen und Strukturen, weil die Arbeit formal nicht als Ehrenamt eingestuft ist – und damit keinerlei steuerliche oder organisatorische Förderung erhält.

Dies erzeugt eine unausgewogene Verantwortungslast, die auf wenigen Freiwilligen liegt, während Millionen Nutzer*innen profitieren.

4. Anerkennung als Ehrenamt würde Rechtsklarheit schaffen

Durch eine formelle Anerkennung könnten:

  • Aufwandsentschädigungen steuerfrei gewährt werden (Ehrenamtspauschale/Übungsleiterpauschale).
  • Gemeinnützige Open-Source-Projekte eine leichtere Einstufung nach §52 AO erreichen.
  • Contributor bei Haftungsfragen besser gestellt werden (analog zu §31a BGB für Vereinsvorstände).
  • Projekte rechtssicher Kosten erstatten oder Spendenquittungen ausstellen.

Dies schafft Transparenz, Rechtssicherheit und Nachhaltigkeit im digitalen Ehrenamt.

5. Digitalisierung braucht freiwillige Kompetenz – und diese verdient Förderung

  • Open-Source-Engagement erfordert hohe technische Kompetenz.
  • Freiwillige Entwickler*innen leisten Arbeit, die Unternehmen ansonsten für hohe Stundensätze einkaufen müssten.
  • Der Staat investiert Milliarden in Digitalisierung, ignoriert aber die Menschen, die die technologische Basis freiwillig pflegen.

Eine Anerkennung als Ehrenamt wäre ein kosteneffizienter Beitrag zur digitalen Souveränität Deutschlands.

6. Deutschland hinkt international hinterher

Andere Staaten fördern Open-Source-Engagement bereits durch:

  • steuerliche Begünstigungen
  • institutionelle Förderung
  • Anerkennung gemeinnütziger Softwareentwicklung

Deutschland riskiert, im globalen Wettbewerb zurückzufallen, wenn Freiwilligenarbeit im digitalen Raum weiterhin strukturell benachteiligt wird.

Thank you so much for your support, Boris Hinzer, Erkelenz
Question to the initiator
Image with QR code

Tear-off stub with QR code

download (PDF)

Petition details

Petition started: 11/24/2025
Collection ends: 05/23/2026
Region: Germany
Topic: Internet

This petition has been translated into the following languages

Translate this petition now

new language version

News

  • 🚀 Mitmach-Aktion: „Bring 2 – für 30.000!“

    Bitte teilt die Petition weiter – auch mit Menschen, die vielleicht weniger tech-affin sind.
    Wenn jeder Unterzeichnerin nur *zwei* weitere Personen gewinnt, erreichen wir gemeinsam das wichtige Zwischenziel von 30.000 Unterschriften.

    Zur einfachen Erklärung von Open-Source und der Petition könnt ihr dieses kurze Video nutzen:
    https://www.youtube.com/shorts/HGlbgSZCx_U

    Weitere Social-Media-Varianten findet ihr hier:
    https://www.openpetition.de/petition/blog/anerkennung-von-open-source-arbeit-als-ehrenamt-in-deutschland/22

    🔗 Neue Kurz-Links
    Die Petition ist nun auch über https://openpetition.de/opensource erreichbar.
    Kurz-Links für die anderen Sprachen findet ihr auf der Petitions-Website rechts unter den Social-Share-Links.

    📢 Was hat sich sonst getan?

    * Über 1.500 Upvotes auf Reddit erreicht:
    https://www.reddit.com/r/de/comments/1quw4rg/petition_fordert_opensourcearbeit_soll_als/
    * WeChange unterstützt die Petition und hat ein Interview veröffentlicht: „Open Source lebt nicht vom Read-only“
    https://wechange.coop/2026/02/18/petition-open-source/
    * Rund 200 Professor:innen deutscher Hochschulen mit IT-Studiengängen wurden angeschrieben.
    * Etwa 50 Promis und Persönlichkeiten aus Politik und Öffentlichkeit wurden kontaktiert.
    * Vorstellung der Petition bei der Fachgruppe Digitales von Scientists for Future.
    * BR24 (Bayerischer Rundfunk) hat berichtet: https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/petition-fordert-open-source-arbeit-soll-als-ehrenamt-gelten,VA9ku9g
    * Der Podcast „Haken dran“ hat die Petition erwähnt (ab 00:45:00):
    https://hakendran.podigee.io/539-meta-macht-auge-mit-dominik-hammes
    * Ein Artikel für das GI-Magazin ist fertiggestellt und erscheint Anfang März.
    * Zunehmende internationale Aufmerksamkeit: Kontakte aus Dänemark, Schweiz, Portugal, USA und Spanien – teilweise gibt es bereits internationale Veröffentlichungen.
    * Die Petition ist inzwischen auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch verfügbar.
    * DI.DAY / savesocial.eu sowie digitalcourage.de haben ihre Unterstützung zugesagt und werden die Petition weiter verbreiten.

    📰 Weitere Updates

    Aktuelle Entwicklungen und Hintergrundinformationen veröffentliche ich fortlaufend im Blog zur Petition hier:
    https://www.openpetition.de/petition/blog/anerkennung-von-open-source-arbeit-als-ehrenamt-in-deutschland#petition-main

    🤝 Aufruf: Multiplikator:innen gesucht

    Ich freue mich über JEDE Form der Unterstützung.

    Habt ihr Kontakte zu:
    * Medienvertreter:innen
    * Lehrkräften oder Professor:innen
    * Influencer:innen oder Streamer:innen
    * Personen aus Politik, Vereinen, Unternehmen oder anderen Organisationen

    Dann teilt bitte die Petition oder stellt einen Kontakt her.
    Ihr findet mich auf Mastodon, Bluesky und LinkedIn.

    Ihr könnt außerdem:
    * einen Blog- oder Social-Media-Post schreiben
    * einen offenen Brief mit eurem Verein veröffentlichen
    * das Petition-PDF mit QR-Code ausdrucken und in eurer Firma oder Hochschule aushängen

    Jede einzelne Aktion hilft.

    Lasst uns gemeinsam die 10.000 knacken – und danach die 30.000.

    Beste Grüße

    Boris

Der Einsatz von Open-Source-Software (OSS) in deutschen Verwaltungen, wie in Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und auf kommunaler Ebene (z.B. Schwäbisch Hall) praktiziert, ist ein wachsender Trend, der vor allem digitale Souveränität und Unabhängigkeit von proprietären Herstellern sicherstellt. Die Förderung als Ehrenamt kostet nicht viel, bringt der Allgemeinheit aber eine Menge, bereits jetzt.

Für offizielle Unterstützung von OSS, aber nicht für die Schaffung neuer intransparenter bürokratischer Strukturen – wir haben doch schon passende Formen der Unterstützung von Ehrenämtern: e. V. Das können wir doch nutzen (wie z. B. KDE e. V.) und sollte auch vermehrt genutzt werden!

Why people sign

Ich bin selbst Informatiker und habe den Großteil meines bisherigen Berufslebens mit OSS gearbeitet und auch dazu beigetragen.
Ohne OSS wären die meisten Softwareprojekte nicht möglich. All die vielen “stillen Held:innen”, die Projekte am Laufen halten, von denen viele profitieren, verdienen Unterstützung. Entsprechende Organisationen und Vereine sollten Förderung erhalten, um Nachwuchs für die freiwillige Arbeit für OSS zu begeistern.

Bei Bits&Bäume wie auch Wikipedia helfe ich selbst mit. In anderen Bereichen (privat, beruflich) freue ich mich die Arbeit anderer nutzen zu können.

Open Source Software ist extrem wichtig für das Funktionieren von großen Teilen unseres täglichen (Computer)Lebens und sichert es gleichzeitig ab. Sie ermöglicht Teilhabe, ist kreativ und nützlich für die Gesellschaft. Dabei wird sie kaum oder gar nicht vergütet. Die Anerkennung als Ehrenamt ist daher mehr als gerechtfertigt .

FLOSS Arbeit verdient mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung von allen.
Ich hoffe inständig, dass durch die Petition all die Freiwilligen einen "Ausgleich" für ihre investierte Zeit bekommen. Die Frage bei einzelnen Spenden für FLOSS Projekte ist immer, wen man unterstützt und wen nicht - niemand hat Lust & Muße seine Spendengelder auf zig Projekte kleinst zu verteilen. Mit einer gesetzlich geregelten Entlohnung, würde dies automatisch passieren. Allerdings stellt sich dann die Frage, ob alle Projekte unterstützt werden (auch die, die man persönlich nicht unterstützen würde). Der Vorteil überwiegt den Nachteil m.M.n.

Weil Open-Source-Software eine notwendige Abhängigkeit von us-amerikanischen Konzernen aufbrechen und die Flanken der Erpressbarkeit verkleinern können. Außerdem ist Open-Source tatsächlich gemeinnützig, weil es in der Tat jedem nützt oder nützen kann, der einen PC zu Hause hat, insbesondere die Teilhabechancen verbessern können

Tools for the spreading of the petition.

You have your own website, a blog or an entire web portal? Become an advocate and multiplier for this petition. We have the banners, widgets and API (interface) to integrate on your pages. To the tools

This petition has been translated into the following languages

Translate this petition now

new language version

Help us to strengthen citizen participation. We want to support your petition to get the attention it deserves while remaining an independent platform.

Donate now