Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass es die "Pille danach" ohne Rezept zu kaufen gibt.Es gibt keinerlei sachliche Gründe, die rezeptfreie Abgabe der "Pille danach" abzulehnen.Es geht um das Selbstbestimmungsrecht betroffener Frauen. In fast allen europäischen Ländern ist die "Pille danach" rezeptfrei erhältlich, mit positiven Erfahrungen.Ein wichtiger Punkt spielt bei dem Arzneimittel auch die Zeit, dass zumeist junge Frauen schnell aktiv werden können.

Begründung

Der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht hat im Januar 2014 festgestellt, dass es unter Arzneimittelsicherheitsaspekten unbedenklich ist, die "Pille danach" mit dem Wirkstoff Levonorgestrel aus der Verschreibungspflicht zu entlassen. Hierfür sprechen positive Erfahrungen aus dem Ausland. In nahezu allen europäischen Ländern ist dieses Arzneimittel rezeptfrei erhältlich. Der erleichterte Zugang zur "Pille danach" hat nachweislich keinen Einfluss auf die Verwendung anderer Verhütungsmittel oder die Häufigkeit von ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Sehr wohl vermindert die rezeptfreie Abgabe der "Pille danach" die Anzahl späterer Schwangerschaftsabbrüche.Es ist längst überfällig, auch in Deutschland Frauen in Notfallsituationen einen niedrigschwelligen und schnellen Zugang zur "Pille danach" zu ermöglichen. Zeit ist bei der Verwendung der "Pille danach" ein entscheidender Faktor. Jede Stunde zählt. Wichtig ist daher, dass die zumeist jungen Frauen nach einer Verhütungspanne schnell aktiv werden können.Eine sehr zeitnahe ärztliche Verordnung ist insbesondere in ländlichen Regionen oder am Wochenende aber schwierig und stellt eine vermeidbare Hürde dar. Die Abgabe durch Apothekerinnen und Apotheker ist auch nachts und am Wochenende gewährleistet.Das gerne vonseiten der Union vorgebrachte Argument, Frauen, die befürchten, nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr schwanger geworden zu sein, bräuchten eine Beratung, die nur ein Arzt leisten könnte, lässt sich nicht halten. Nicht nur, dass der Arztbesuch für einen Teil der betroffenen Frauen eine (zu) hohe Hürde darstellt. Zudem können selbstverständlich auch Apotheken eine kompetente Beratung sicherstellen. Vor diesem Hintergrund spricht sich der Apothekerverband auch klar für die rezeptfreie Ausgabe der "Pille danach" aus. Es ist nicht die Aufgabe von Politikerinnen und Politikern - auch nicht des Gesundheitsministers -, Nebenwirkungen von Medikamenten zu bewerten. Der Bundestag sollte endlich im Sinne der betroffenen Frauen entscheiden!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Neuigkeiten

  • Pet 2-18-15-2120-013366

    Arzneimittelwesen


    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 12.11.2015 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen entsprochen worden ist.

    Begründung

    Mit der Petition wird gefordert, dass die "Pille danach" rezeptfrei erhältlich ist.
    Zu den Einzelheiten des Vortrags der Petentin wird auf die von ihr eingereichten
    Unterlagen verwiesen.
    Die Eingabe war als öffentliche Petition auf der Internetseite des Deutschen
    Bundestages eingestellt. Es gingen 213 Mitzeichnungen sowie
    58 Diskussionsbeiträge ein.
    Der Petitionsausschuss hat zu dem Anliegen eine Stellungnahme der
    Bundesregierung eingeholt. Darüber hinaus hat der Ausschuss das Verfahren nach
    § 109 Abs. 1 Satz 2 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages (GO-BT)
    eingeleitet und eine Stellungnahme des Gesundheitsausschusses eingeholt, da die
    Petition einen Gegenstand der Beratung in diesem Fachausschuss betrifft. Der
    Ausschuss für Gesundheit hat mitgeteilt, dass er die Petition in seiner 32. Sitzung am
    25.02.2015 beraten hat.
    Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung stellt sich unter Berücksichtigung der
    Stellungnahme der Bundesregierung sowie der Mitteilung des Ausschuss für
    Gesundheit wie folgt dar:
    Für eine Entlassung des Wirkstoffes Levonorgestrel zur Notfallkontrazeption ("Pille
    danach") aus der Verschreibungspflicht bedarf es einer Änderung der
    Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV). Das Bundesministerium für
    Gesundheit hat am 14.01.2015 den Entwurf für eine Verordnung zur Änderung der
    AMVV vorgelegt. In diesem Rahmen sollen Notfallkontrazeptiva mit dem Wirkstoff
    Levonorgestrel aus der Verschreibungspflicht entlassen werden. Ferner soll mit
    dieser Verordnung die AMVV im Hinblick auf das Notfallkontrazeptivum ellaOne® mit

    dem Wirkstoff Ulipristalacetat an den Entscheidungsstand der Europäischen
    Kommission angepasst werden, welche ellaOne® Anfang Januar aus der
    Verschreibungspflicht entlassen hatte. Änderungen der AMVV bedürfen auf Grund
    von § 48 Abs. 2 Satz 1 des Arzneimittelgesetzes der Zustimmung des Bundesrates.
    Der Bundesrat hat am 06.03.2015 beschlossen, der "Vierzehnten Verordnung zur
    Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung" gemäß Artikel 80 Abs. 2
    Grundgesetz mit Maßgaben zuzustimmen. Die Änderungen haben klarstellenden
    Charakter bzw. beinhalten im Zuge der Entlassung von Notfallkontrazeptiva aus der
    Verschreibungspflicht als begleitende Maßnahme ein Versandhandelsverbot
    (Bundesrat-Drucksache 28/15 [Beschluss] vom 06.03.2015). Die Änderungen traten
    am 14.03.2015 in Kraft (BGBl. I 2015, S. 278).
    Vor dem Hintergrund des Dargelegten vermag der Petitionsausschuss ein weiteres
    Tätigwerden nicht in Aussicht zu stellen und empfiehlt daher, das Petitionsverfahren
    abzuschließen, weil dem Anliegen entsprochen worden ist.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.