Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass zur BAMF-Zertifizierung als Deutschkursleiter für Flüchtlinge auch Personen mit adäquater Berufsausbildung, aber ohne Hochschulstudium zugelassen werden.

Begründung

In Deutschland fehlen etwa 30 000 Deutschkursleiter für Flüchtlinge, Organisationen brauchen dringend solche Leute. Es gibt viele Lehrer, Journalisten, Redakteure, Bibliothekare etc., die sich sehr gut als Deutschkursleiter eignen, aber keinen Hochschulabschluss haben.

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  • Pet 1-18-06-26-033473Aufenthaltsrecht
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 26.01.2017 abschließend beraten und
    beschlossen:
    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.
    Begründung
    Der Petent fordert, dass zur Zertifizierung des Bundesamtes für Migration und
    Flüchtlinge als Deutschkursleiter für Flüchtlinge auch Personen mit adäquater
    Berufsausbildung zugelassen werden, die über keinen Hochschulabschluss verfügen.
    In der öffentlichen Petition, zu der 52 Mitzeichnungen und 14 Diskussionsbeiträge
    vorliegen, wird Folgendes angeführt:
    Der Petent trägt vor, dass in Deutschland etwa 30.000 Deutschkursleiter für
    Flüchtlinge fehlten und Organisationen diese dringend benötigten. Es seien viele
    Lehrer, Journalisten, Redakteure, Bibliothekare und Angehörige weiterer
    Berufsgruppen vorhanden, welche sich für das Amt eines Deutschkursleiters eigneten,
    jedoch über keinen Hochschulabschluss in Germanistik verfügten.
    Integrations-Kursleiterjobs seien schlecht bezahlt und böten keine Sicherheit, weshalb
    diese nicht attraktiv genug für Hochschulabsolventen seien. Statt der
    Hochschulabsolventen könnten auch erfahrene Rentner, Pensionäre oder Studenten
    eingesetzt werden. Dazu solle das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
    die Zulassungsbedingungen modifizieren. Nach der Teilnahme an dem
    Zertifizierungskurs – auch auf Selbstzahlerbasis – solle durch eine Prüfung die
    Geeignetheit der Person als Deutschkursleiter festgestellt werden.
    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre Ansicht
    zu der Eingabe darzulegen. Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich
    unter Einbeziehung der seitens der Bundesregierung angeführten Aspekte wie folgt
    zusammenfassen:

    Der Petitionsausschuss hebt die hohe Bedeutung der frühzeitigen Vermittlung von
    Kenntnissen der deutschen Sprache, Rechtsordnung, der Kultur sowie der Geschichte
    für eine nachhaltige und gelingende Integration von Zuwanderern hervor. Seit 2005
    bilden die Integrationskurse das staatliche Grundangebot für eine erfolgreiche
    Integration.
    Vor dem Hintergrund der gestiegenen Zuwanderung und der damit einhergehenden
    wachsenden Anforderungen an die Integration erfüllen Integrationskurse eine wichtige
    Funktion. Aus diesem Grunde setzt sich die Bundesregierung unter anderem dafür ein,
    dass ausreichend und gut qualifizierte Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Seit
    Einführung der Integrationskurse im Jahr 2005 erhielten mehr als 32.000 Personen
    eine Zulassung als Integrationslehrkraft durch das BAMF. Der von dem Petenten
    erwähnte Bedarf an 30.000 weiteren Lehrkräften für Integrationskurse besteht nicht.
    Um den aktuellen Bedarf an Integrationskurslehrkräften decken zu können, sind
    diverse Maßnahmen ergriffen worden, die sich auf die Vergütung der
    Honorarlehrkräfte sowie auf die für eine Lehrkraftzulassung erforderliche Qualifikation
    beziehen. So hat der Bundesinnenminister durch die zum 1. Juli 2016 erfolgte
    Anhebung der Vergütungsuntergrenze für Honorarlehrkräfte auf 35 Euro pro
    Unterrichtseinheit die Attraktivität der Tätigkeit als Integrationskurslehrkraft weiter
    gesteigert.
    Um die Lehrkraftkapazitäten im Integrationskurssystem nachhaltig und unter Wahrung
    der hohen Qualitätsstandards zu erhöhen, hat das BAMF zudem die Voraussetzungen
    für die Lehrkräftezulassung im September 2015 überprüft und an die Entwicklungen
    des Unterrichtens im Bereich Deutsch als Zweit- und Fremdsprache angepasst. Die
    Änderungen sehen unter anderem eine Neubewertung anderer pädagogischer
    Abschlüsse, die Anerkennung anderer Zertifikatskurse Deutsch als Fremd- und
    Zweitsprache (DaF/DaZ) sowie die Reduzierung der nachzuweisenden
    Unterrichtserfahrung vor.
    Eine weitere Vereinfachung erfolgte durch die Möglichkeit, die (verkürzte und unver-
    kürzte) Zusatzqualifizierung bis Ende 2016 parallel zum Unterrichten nachzuholen.
    Alternativ kann für eine Zulassung als Integrationslehrkraft ein Lehrgang zum Erwerb
    eines einschlägig anerkannten DaF/DaZ-(Hochschul-)Zertifikates absolviert werden.
    Das BAMF erkennt jedes dieser Zertifikate als Äquivalent sowohl zur verkürzten als
    auch zur unverkürzten Zusatzqualifizierung an. Zudem führen die Zertifikate in
    Verbindung mit jedem Hochschulabschluss bzw. jeden diesem gleichwertigen
    Abschluss zu einer Zulassung als Integrationskurslehrkraft.

    Auch Personen ohne Hochschulabschluss können, wie von dem Petenten gefordert,
    unter bestimmten Voraussetzungen als Integrationskurslehrkräfte zugelassen werden.
    Bei ausreichender Sprachlehrererfahrung in der Erwachsenenbildung können nach
    Absolvierung einer Zusatzqualifizierung Personen mit sprachlichem Berufsabschluss
    als Integrationskurslehrkraft zugelassen werden. In diesen Fällen ist kein formaler
    Hochschulabschluss erforderlich.
    Des Weiteren werden inzwischen auch Ausbildungen, die nach dem Deutschen
    Qualifikationsrahmen (DQR) in das Nivea 6 oder höher eingestuft sind und die
    weiteren Voraussetzungen erfüllen, als gleichwertig mit einem Hochschulabschluss
    bewertet, so dass auch in diesen Fällen Personen als Lehrkraft für Integrationskurse
    zugelassen werden können, welche keinen Hochschulabschluss vorweisen können.
    Das BAMF hat eine Matrix für Zulassungsentscheidungen entwickelt, welche im
    Internet abrufbar ist:
    www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/
    Integrationskurse/Lehrkraefte/matrix-zulassung-lehrkraefte-
    integrationskurse.pdf?_blob=publicationFile.
    Der Bund ist verpflichtet, auf ein qualitativ hochwertiges Integrationsangebot
    hinzuwirken. Für Zuwanderer ist eine erfolgreiche bzw. nicht erfolgreiche Teilnahme
    an einem Integrationskurs mit Rechtsfolgen verbunden – beispielsweise bei Erteilung
    der Niederlassungserlaubnis oder bei einer späteren Einbürgerung. Deshalb ist der
    Staat gehalten, die Kurse unter Wahrung hoher Qualitätsstandards durchzuführen.
    Aus diesem Grund werden an die Qualifikation der Lehrkräfte bestimmte
    Mindestvoraussetzungen gestellt, die allerdings – wie ausgeführt – auf vielfältige Art
    erworben und nachgewiesen werden können.
    Eine weitere Absenkung der Zulassungsvoraussetzungen kann aufgrund der
    Qualitätswahrung der Integrationsmaßnahme nicht erfolgen.
    Vor diesem Hintergrund vermag der Petitionsausschuss nach umfassender Prüfung
    der Sachlage im Ergebnis keinen parlamentarischen Handlungsbedarf zu erkennen
    und die Forderung des Petenten nicht zu unterstützen. Er empfiehlt daher, das
    Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Nö, dannn könnte ja jeder dumme zweistaatler unterrichten