Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass Master-Studenten die keinen Bachelorabschluss besitzen, ein Recht auf BaFöG erhalten. Wenn einem angehenden Studenten die seltene Möglichkeit gegeben wird, an einer staatlichen Institution direkt mit dem Master zu beginnen, sollte diese große Chance vom Staat mindestens genau so unterstützt werden, wie jedes andere Studium auch.

Begründung

Der gewöhnliche Bachelor- und Masterstudent aus einem einkommensschwachen Haushalt ist in Deutschland grundsätzlich BaFöG förderungsfähig, und das ist auch gut so. Angehende Studenten die jedoch das seltene Glück haben, aufgrund von gegebenen Voraussetzungen direkt mit ihrem Masterstudium beginnen zu dürfen, ohne dass ein Bachelorabschluss notwendig ist, werden hierbei nicht berücksichtigt. Zitat: Laut §7 (1a) BAföG wird für einen Master- oder Magisterstudiengang im Sinne des § 19 des Hochschulrahmengesetzes oder für einen postgradualen Diplomstudiengang im Sinne des § 18 Abs. 1 Satz 1 bis 3 des Hochschulrahmengesetzes sowie für vergleichbare Studiengänge in Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der Schweiz Ausbildungsförderung geleistet, wenn 1. er auf einem Bachelor- oder Bakkalaureusstudiengang aufbaut oder im Rahmen einer Ausbildung nach § 5 Abs. 2 Nr. 1 oder Nr. 3 erfolgt und auf einem noch nicht abgeschlossenen einstufigen Inlandsstudium aufbaut, das von der aufnehmenden Hochschule als einem Bachelorabschluss entsprechend anerkannt wird. Wenn einem Studenten von einer Universität innerhalb der EU ein Master-Platz trotz nicht vorhandenen Bachelors angeboten wird, dann meistens unter der Voraussetzung, dass das fachlich angeeignete Wissen in einem Auswahlverfahren oder aufgrund von Referenzen (insbesondere im künstlerischen Bereich) überprüft, und mit dem Level eines Bachelor-Abschlusses gleichgestellt wird. Solch ein Fall kommt nicht häufig vor und bedeutet vor allem für junge Studenten eine einmalige Chance, die nicht zuletzt auch über die fachlichen Qualitäten / das fachliche Talent des Studierenden aussagt. Jungen Menschen mit Potential, von denen eine erfolgreiche Zukunft zu erwarten lässt, wird somit die Möglichkeit verwehrt, ihre Ziele aufgrund finanzieller Mängel zu erreichen. Besonders hart trifft es Studenten für die es keinen vergleichbaren Bachelor gibt, und die diesen besonderen Master-Platz daher nicht nur annehmen wollen, sondern auch müssen. Dieses Gesetz würde zudem den internationalen Bildungsaustausch fördern, da insbesondere an Universitäten in Großbritannien einige Masterstudiengänge im kreativen Bereich ihre Studenten aufgrund eines Vorauswahlverfahrens selektieren. Um einen Missbrauch dieser Gesetzesänderung zu vermeiden könnte man gewisse Bedingungen für die Förderung eines solchen Studiums aufstellen. Zwei gute Ansatzpunkte wären ein Maximalalter von 25 Jahren zum Zeitpunkt des Studienbeginns, sowie eine Einschränkung dieser Art des BaFöGs auf staatliche Universitäten und (Fach)Hochschulen.

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  • Pet 3-17-30-2130-051650

    Ausbildungsförderung nach dem BAföG
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 18.12.2014 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen entsprochen worden ist. Begründung

    Der Petent fordert, dass für einen Masterstudiengang Förderung nach dem
    Bundesausbildungsförderungsgesetz geleistet werden sollte, auch wenn zuvor kein
    Bachelor-Abschluss erworben wurde, die Hochschule den Auszubildenden jedoch
    aufgrund anderer Qualifikationen oder aufgrund eines Auswahlverfahrens zum
    Masterstudiengang zugelassen hat.
    Der Petent führt aus, dass Studenten, denen innerhalb der Europäischen Union ein
    Studienplatz für ein Masterstudium angeboten werde, die hierfür erforderliche
    Eignung bzw. das hierfür erforderliche Fachwissen bereits in einem vorgeschalteten
    Auswahlverfahren oder aufgrund anderer Qualifikationen bewiesen hätten. Mit der
    Zulassung zum Masterstudium erfolge insoweit eine Gleichstellung mit dem
    Bachelor-Abschluss. Dies komme nicht häufig vor. In diesen Fällen müsse eine
    Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) erfolgen, um
    jungen Menschen mit viel Potenzial eine erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen. Eine
    Änderung des § 7 Abs. 1a BAföG sollte deshalb erfolgen. Um Missbrauch zu
    vermeiden, könnte eine Altersgrenze von 25 Jahren zum Zeitpunkt des
    Studienbeginns vorausgesetzt werden sowie eine Förderung auf staatliche
    Universitäten und (Fach-)Hochschulen begrenzt werden. Wegen der weiteren
    Einzelheiten wird auf die Ausführungen des Petenten in seiner Eingabe verwiesen.
    Es handelt sich um eine auf den Internetseiten des Deutschen Bundestages
    veröffentliche Petition, die innerhalb der Mitzeichnungsfrist von 165 Unterstützern
    mitgezeichnet wurde und die zu 10 Diskussionsbeiträgen geführt hat.
    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre Haltung
    zu der Eingabe darzulegen. Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich

    unter Einbeziehung der seitens der Bundesregierung angeführten Aspekte wie folgt
    zusammenfassen:
    § 7 Abs. 1a BAföG sieht die Förderung eines Masterstudiengangs unter anderem
    vor, wenn dieser auf einem Bachelorstudiengang aufbaut und ein
    Bachelorstudiengang erfolgreich abgeschlossen wurde oder eine Anerkennung des
    bisherigen Studiums erfolgt ist. Der im Zuge des Bologna-Prozesses mit
    europaweiter Umstellung der Hochschulausbildung auf das zweistufige Bachelor-
    Master-System neu ins Gesetz aufgenommene § 7 Abs. 1a BAföG sollte insoweit
    sicherstellen, dass grundsätzlich jeder nicht nur für einen frühen
    berufsqualifizierenden Bachelor-Abschluss, sondern gegebenenfalls anschließend
    noch für ein Masterstudium gefördert werden kann, obwohl an sich bereits mit dem
    Bachelor der Grundanspruch auf Ausbildungsförderung nach § 7 Abs. 1 BAföG
    ausgeschöpft ist. Die Gesetzesänderung diente also ausschließlich dazu, eine
    Gleichbehandlung mit Studierenden in Diplom-Studiengängen zu erreichen, die auch
    bis zum Diplom, das im Wesentlichen einem Master-Abschluss entspricht, gefördert
    werden können. Auf diese Weise wurde der hochschulrechtlichen Einführung von
    aufeinander abgestimmten Bachelor-/Masterstudiengängen auch hinsichtlich der
    Ausbildungsförderung Rechnung getragen. Allerdings ist davon ausgegangen
    worden, dass mit dem Masterabschluss ein weiterer Abschluss erreicht wird und
    insoweit von den Hochschulen ein zuvor erworbener Bachelor-Abschluss stets als
    bindende Zulassungsvoraussetzung für ein Master-Studium verlangt wird. Davon hat
    sich die Hochschulpraxis jedoch entfernt. Zunehmend werden beruflich Qualifizierte
    auch zu Masterstudiengängen unmittelbar zugelassen.
    Bund und Länder haben sich – obwohl aufgrund der veränderten Hochschulpraxis
    grundsätzlich gesetzlicher Änderungsbedarf bei der künftigen förderrechtlichen
    Einordnung von gestuften Studiengängen gesehen wird – darauf verständigt, dass
    eine Zulassung zu einem Masterstudium auch ohne förmlichen Bachelor-Abschluss
    im Wege geänderter Rechtsauslegung gegebenenfalls auch im Rahmen des
    Grundförderanspruchs des § 7 Abs. 1 BAföG förderungsfähig sein kann.
    Nach dem vorläufigen Inkrafttreten durch Erlass des Bundesministeriums für Bildung
    und Forschung vom 10. Juli 2013 und mit Zustimmung der Länder sind die
    Verwaltungsvorschriften inzwischen auch förmlich mit Veröffentlichung im
    Gemeinsamen Ministerialblatt, S. 1093 am 13. November 2013 in Kraft getreten.
    Eine Förderung von Masterstudiengängen ohne vorherigen Bachelor-Abschluss ist
    somit seit dem WS 2013/2014 möglich. Voraussetzung hierfür ist insbesondere, dass

    nicht bereits eine andere, nach BAföG förderfähige, mindestens dreijährige
    Ausbildung absolviert wurde und der Grundförderungsanspruch insoweit
    ausgeschöpft wurde.
    Der Petitionsausschuss stellt nach den vorangegangenen Ausführungen fest, dass
    mit der neu gefassten Verwaltungsvorschrift zum BAföG dem Anliegen der
    Petition – ein Masterstudium auch ohne vorherigen Bachelor-Abschluss mit BAföG
    zu fördern – Rechnung getragen wurde. Er begrüßt dies ausdrücklich und empfiehlt,
    das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen entsprochen worden ist.Begründung (pdf)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.