Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Pläne für einen Bau der neuen Autobahnhochbrücke im Verlauf der A7 (Rader Hochbrücke) zu überdenken.

Begründung

Eine Trassenführung für den Straßenverkehr, den Bahnverkehr sowie für die Unterquerung der Hochspannungsleitungen hätten sehr positive Auswirkungen auf alle Anliegergemeinden. Die ökonomischen Auswirkungen insbesondere für künftige Generationen sind bei unserer Idee im Fokus. Eine Tunnellösung spart langfristig Wartungskosten für eine anfällige neue Rader Hochbrücke, Stromtrassen und die alte Rendsburger Eisenbahnhochbrücke. Durch Umfragen der DB wurde festgestellt, dass die Lärmauswirkungen der Bahn im Bereich Rendsburg und Osterrönfeld erheblich zugenommen haben und noch steigen werden. Rendsburg wurde in der Presse als Hauptstadt des Lärms betitelt. Durch eine Tunnelführung könnten Güterzüge schneller und näher getaktet an den dichtbesiedelten Bereichen vorbeigeführt werden. Die alte Eisenbahnhochbrücke stünde bis zur Schließung dem nicht so lärmträchtigen Personennahverkehr zur Verfügung. Eine neue Autobahnhochbrücke muss bei starken Stürmen häufig für den Schwerlastverkehr und zum Teil auch für den PKW Verkehr voll gesperrt werden. Der Verkehr wird dann durch unseren Ort umgeleitet, was zu unerträglichen Situationen auf den Straßen und insbesondere im Rendsburger Kanaltunnel führt. Unsere Region ist stark touristisch geprägt, eine Hochbrücke und Hochspannungsleitungen haben auf das Landschaftsbild negative Auswirkungen, die beim Betrachter Befremden und Unbehagen auslösen.

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  • Pet 1-18-12-9111-033159

    Autobahnen


    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 18.01.2018 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.

    Begründung

    Mit der Petition wird gefordert, die Pläne für einen Neubau der Rader Hochbrücke im
    Verlauf der Bundesautobahn 7 zu überdenken.
    Zu der auf der Internetseite des Deutschen Bundestages veröffentlichten Eingabe
    liegen dem Petitionsausschuss 164 Mitzeichnungen und 22 Diskussionsbeiträge vor.
    Es wird um Verständnis gebeten, dass nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im
    Einzelnen eingegangen werden kann.
    Zur Begründung des Anliegens wird im Wesentlichen ausgeführt, dass eine
    Tunnellösung – im Gegensatz zu einem Neubau der Rader Hochbrücke – kommenden
    Generationen langfristig Wartungskosten für eine anfällige neue Hochbrücke, die
    Stromtrassen und die alte Rendsburger Eisenbahnhochbrücke spare. Bei Umfragen
    der Deutschen Bahn (DB) AG sei festgestellt worden, dass der Lärm an der
    Bahnstrecke im Bereich Rendsburg und Osterrönfeld weiterhin steigen werde. Mit
    einer Tunnellösung könnten Güterzüge schneller und dichter getaktet an den
    dichtbesiedelten Bereichen vorbeigeführt werden. Die alte Eisenbahnhochbrücke
    könne bis zu ihrer Schließung für den leiseren Personennahverkehr genutzt werden.
    Die geplante Autobahnhochbrücke werde bei starken Stürmen häufig für den
    Schwerlastverkehr und zum Teil auch für den PKW-Verkehr voll gesperrt werden
    müssen. Die Verkehrsumleitung durch den Ort werde zu unerträglichen
    Verkehrssituationen, insbesondere im Rendsburger Kanaltunnel, führen. Die Region
    sei stark touristisch geprägt, eine Hochbrücke und Hochspannungsleitungen würden
    sich negativ auf das Landschaftsbild auswirken.
    Hinsichtlich der weiteren Einzelheiten zu dem Vorbringen wird auf die vom Petenten
    eingereichten Unterlagen verwiesen.

    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung – dem Bundesministerium für
    Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) – Gelegenheit gegeben, ihre Ansicht zu der
    Eingabe darzulegen. Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich unter
    anderem unter Einbeziehung der seitens der Bundesregierung angeführten Aspekte
    wie folgt zusammenfassen:
    Der Petitionsausschuss stellt einführend fest, dass die Rader Hochbrücke gravierende
    Schäden an den Pfeilerköpfen aufwies, deren Beseitigung zu Teilsperrungen und
    Verkehrsbehinderungen geführt hat. Nach dem Ende der Reparaturarbeiten steht sie
    seit November 2013 wieder für den erlaubnisfreien Verkehr mit zwei Fahrspuren je
    Richtung ohne Last- oder Geschwindigkeitsbeschränkungen zur Verfügung. Aufgrund
    der im Jahr 2014 vorgelegten Nachrechnungsergebnisse zur Rader Hochbrücke –
    welche unter anderem eine Restnutzungsdauer von etwa 12 Jahren ermittelt haben –
    ist es erforderlich, bis zum Jahr 2026 ein Ersatzbauwerk zur Aufnahme des
    bestehenden Verkehrs fertiggestellt zu haben. Die Deutsche Einheit
    Fernstraßenplanungs- und Bau GmbH (DEGES) wurde im Februar 2015 durch das
    Land Schleswig-Holstein mit Planung, Grunderwerb und Baudurchführung des
    Ersatzneubaus der Rader Hochbrücke beauftragt.
    Die möglichen technischen Lösungen wurden zunächst in einer
    Machbarkeitsuntersuchung und im Rahmen der Vorplanung Strecke untersucht und
    miteinander verglichen. Die Varianten waren bestandsnahe Ersatzbrücken östlich und
    westlich der vorhandenen Hochbrücke Neben Brückenvarianten wurde auch eine
    Tunnellösung – eine Tunnelunterquerung des Nord-Ostsee-Kanals und der
    Borgstedter Enge – in den Variantenvergleich einbezogen. Diese Variante wurde
    jedoch verworfen. Im Ergebnis dieser Untersuchung ergab die Vorzugsvariante den
    Bau einer bestandsnahen Ersatzbrücke auf der Ostseite. Dabei wird die erste
    Brückenhälfte unmittelbar neben der vorhandenen Brücke errichtet, nach Umlage des
    Verkehrs auf diese neue Brücke wird die alte Brücke abgerissen und an deren Stelle
    die zweite Brückenhälfte gebaut.
    Die Planungen sahen zunächst eine bestandsnahe vierstreifige Wiederherstellung der
    Rader Hochbrücke vor. Grundlage war eine Verkehrsprognose für das Jahr 2030. Die
    darin ausgewiesenen Verkehrszahlen hätten mit einem vierstreifigen Querschnitt
    bewältigt werden können. Die Anfang des Jahres 2017 veröffentlichten Ergebnisse der
    bundesweiten Straßenverkehrszählung lagen im Bereich der Rader Hochbrücke
    jedoch bereits im Bereich der Prognosegrößen, sodass auf deren Basis eine neue

    Verkehrsuntersuchung beauftragt wurde. Diese ergab, dass nur ein sechsstreifiger
    Querschnitt ausreichend leistungsfähig ist.
    Das BMVI hat deshalb mit Datum 11. September 2017 zugestimmt, die Planung der
    Rader Hochbrücke auf sechs Fahrstreifen umzustellen. Dies bedeutet zugleich einen
    Ausbau des gesamten Streckenabschnitts zwischen der Anschlussstelle
    Rendsburg/Büdelsdorf und dem Autobahnkreuz Rendsburg. Der zusätzliche
    Fahrstreifen pro Richtung wird als Spuraddition bzw. -subtraktion ausgeführt. Die neue
    Brücke wird insgesamt um 2 Meter pro Richtungsfahrbahn gegenüber der bisherigen
    vierstreifigen Planung breiter.
    Weitere Informationen zum Zeitplan des Projekts können der Antwort der schleswig-
    holsteinische Landesregierung – dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit,
    Technologie und Tourismus vom 17. Oktober 2017 auf die kleine Anfrage des
    Abgeordneten Lars Harms (SSW) (Drucksache 19/278), entnommen werden:
    www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl19/drucks/00200/drucksache-19-00278.pdf.
    Zu der Eisenbahnhochbrücke in Rendsburg führt der Petitionsausschuss aus, dass
    diese bereits umfangreich saniert und für den doppelgleisigen Verkehr mit schweren
    Zügen ertüchtigt worden ist. Nach Auskunft der DB AG weist die
    Eisenbahnhochbrücke nach einer Grundinstandsetzung noch eine Restnutzungsdauer
    von mindestens 50 Jahren auf. Insofern stellt sich die Frage nach einem
    Ersatzbauwerk für die Eisenbahnhochbrücke als Teil eines Kombinationsbauwerks –
    Brücke oder Tunnel – in den nächsten fünfzig Jahren nicht.
    Im Übrigen weist der Ausschuss darauf hin, dass die mit der Petition vorgetragene
    Annahme, eine Tunnellösung spare für künftige Generationen Unterhaltungskosten,
    nicht zutreffend ist. Die jährlichen Unterhaltungskosten für Tunnel betragen
    0,6 bis 0,9 Prozent der Baukosten bei einer theoretischen Nutzungsdauer von 90 bis
    130 Jahren. Hinzu kommen die jährlichen Unterhaltungskosten der betriebs- und
    verkehrstechnischen Ausstattungen für Straßentunnel in Höhe von 2 Prozent der
    Baukosten, bei einer theoretischen Nutzungsdauer von lediglich 20 Jahren. Dies
    bedeutet eine 4 bis 5-fache Erneuerung der technischen Ausstattungen innerhalb der
    Tunnelnutzungsdauer. Brücken weisen zwar zum Teil eine kürzere Nutzungsdauer
    und höhere jährliche Unterhaltungskosten auf – es entfällt jedoch die Unterhaltung und
    mehrfache Erneuerung der technischen Ausstattung.
    Der Ausschuss hält fest, dass bei der Variantenbetrachtung nicht die
    Unterhaltungskosten losgelöst zu betrachten sind, sondern vielmehr die

    Gesamtkosten des Projekts über den gesamten Lebenszyklus. Dabei machen die
    Baukosten regelmäßig einen so hohen Anteil aus, dass aus wirtschaftlichen Gründen
    den Brückenvarianten gegenüber den Tunnelvarianten häufig der Vorzug gegeben
    wird.
    Der Petitionsausschuss empfiehlt daher, das Petitionsverfahren abzuschließen, weil
    dem Anliegen, den Neubau der Rader Hochbrücke zu überdenken, nicht entsprochen
    werden konnte.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.