Im Aaper Wald in Düsseldorf sollen - eineinhalb Jahre nach Sturm ELA, in dessen Folge ein Baumverlust von über 30 000 Bäumen im Düsseldorfer Stadtgebiet zu beklagen war - 450 meist satzungsgeschützte, alte Bäume für die Sanierung einer Gasleitung fallen. Denn dafür soll eine 14 m Breite und 2,5 km lange Trasse geschlagen und nach den Baurbeiten auf einer Breite von 5,70 Meter baumfrei bleiben. Obwohl es Alternativen gibt und noch juristische Einwände bestehen, wird an der Verlegung durch das Landschaftsschutzgebiet festgehalten. Begründungen von angeblich Vorteilen durch diesen Eingiff in das Ökosystem Wald erscheinen nicht nachvollziehbar.

Begründung

Bäume schaffen Lebensqualität für Mensch und Tier. Gerade in Großstädten sind sie natürliche Luftfilter und reduzieren die CO2- und Feinstaubbelastung. Neueste Studien beweisen immer wieder ihre wichtige Funktion für das seelische und körperliche Wohlbefinden. Durch die radikale Öffnung des Kronendachs durch einen derart immensen Baumverlust kommt es zu drastischen Veränderungen im Wald wie auch im gesamten Stadtgebiet: Das Kleinklima wird wärmer und trockener (mehr Sonneneinstrahlung), der möglicherweise intakte Waldboden wird durch die Bauarbeiten zerstört. Viele Kleintierarten können nicht einfach 20 m weiter zum nächsten Baum wandern - sie sind darauf angewiesen, dass sich in ihrer Umgebung über Jahrhunderte nichts ändert.

Wir fordern Respekt gegenüber der Flora und Fauna, ebenso wie vor dem Gemeinwohl der Düsseldorfer Bürger, die dieses Landschaftsschutzgebiet als unversehrten Stadtwald nutzen möchten und dass die Stadt ihre juristischen Möglichkeiten gegenüber der Firma Open Grid geltend macht.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Andrea Vogelgesang aus Düsseldorf
Frage an den Initiator

Übersetzen Sie jetzt diese Petition

Neue Sprachversion
  • Liebe Unterstützer_Innen,

    mit etwas Verspätung kommt nun eine Rückmeldung zur Petition „Bürger für den Erhalt von 450 Bäumen im Landschaftsschutzgebiet Aaper Wald“. Sie endete am 26.1.2016 und erzielte digital 1439 Unterschriften, auf Papierlisten kamen noch 300 weitere hinzu, sodass sich das Gesamtergebnis auf 1739 beläuft.
    Seit dem Start am 16.12.2015 hatte sich einiges getan. Die vielen Menschen, die unterzeichnet haben, haben unter „Kommentare“ sehr dezidierte Standpunkte formuliert. Zudem hat die Baumschutzgruppe mit juristischer Unterstützung nach Einsicht in gutachterliche Stellungnahmen mehrere offensichtliche Ungenauigkeiten herausgefunden, die mit großer Wahrscheinlichkeit ein Planfeststellungsverfahren nötig gemacht hätten. Damit hätte Zeit für die Prüfung baumerhaltenderer Alternativen geschaffen werden können. Unsere Forderungen haben wir mehrmals an den Oberbürgermeister Thomas Geisel und die Regierungspräsidentin Anne Lütkes mit der Bitte um Antwort bzw. Fällstopp bis zur Klärung geleitet. Die Reaktionen darauf kamen sehr verzögert und die Fragen wurden unbefriedigend bzw. ausweichend beantwortet. Tatsachen wurden offensichtlich ignoriert.
    Zu den Ungereimtheiten gehörte, dass die gutachterliche Stellungnahme eines Sachverständigen zum Leitungsdruck erst am 8.1.2016 erstellte worden war, obwohl bei der Bürgerveranstaltung am 15.12.2015 schon von abgeschlossenen, gültigen Gutachten die Rede war.
    - Die Angabe des Drucks von Seiten des Erdgasleitungsbetreibers Open Grid Europe MOP= 16 bar im Erläuterungsbericht zum Antrag wurde im Nachhinein schlichtweg auf 7,9 bar geändert und als angeblicher Schreibfehler kommuniziert!
    - Außerdem wurde von den Leitungsbetreibern mitgeteilt, dass aufgrund von betriebstechnischen Restriktionen die gesamte Leitung Ltg. Nr. 2 (Abschnitt Duisburg bis Köln) nur mit einem max. Betriebsdruck von 7,9 bar betrieben werden könne, während die.
    Einsicht in die Antragsunterlagen von OGE für den Teilabschnitt Staufenplatz/Ernst-Poensgen-Allee/Fahneburgstraße immer von beantragten maximalen Betriebsdruck (MOP) oder auch dem Nenndruck i.H.v. 16 bar ergab.
    - Ähnliches kam bei der Einsicht in andere Teilabschnitte heraus und deutete auf eine Veränderung der Druckverhältnisse, die unbedingt ein Planfeststellungsverfahren, verlangt hätte.
    - Zudem gab es Zweifel bzgl. der tatsächlichen Anzahl der zu fällenden Bäume , da ja eine 14 m breite Schneise auf einer Länge von 2,6 km geschlagen werden sollte. Die genannte Zahl von 440 benannten Bäumen hätte bedeutet, dass auf der gesamten Strecke nur ca. alle 5m bis 6 ein Baum gefällt werden würde.
    Eine unglaubhafte Rechnung also, die wir nun einfach so hinnehmen müssen, da die Fällarbeiten abgeschlossen sind und fein säuberliche, plattgewalzte Schneisen mit sofort herausgefrästen Wurzeln zurückblieben.
    Vielen Dank an alle Unterstützer: Trotz ernüchternder Fakten und eines nicht gerade bürgerfreundlichen Vorgehens bleibt eine kleine Hoffnung, dass aufgrund unserer Einwände wenigstens in Zukunft, transparenter in der Öffentlichkeit und vor allem behutsamer mit unserer natürlichen Umgebung umgegangen wird.

Pro

Belange des Gemeinwohls (Naturschutz, Naherholung) überwiegen hier eindeutig gegenüber den rein wirtschaftlichen Interessen des Betreibers! Der Aaper Wald ist nicht über Nacht aus dem Boden geschossen. Bei Verlegung der Leitung war klar, dass es sich um eine schwierige Trasse handelt und dass die Leitung irgendwann erneuert werden muss. 85 Jahre hatte der Betreiber Zeit, sich darauf einzustellen. 85 Jahre konnte er Nutzen aus der Gasleitung ziehen (und wird das auch in den nächsten Jahrzehnten tun). Daher sind auch teurere Verfahren zumutbar, um den Wald zu schützen.

Contra

Aktive Bürger, die hinterfragen sind gut; allerdings müssen die Argumente bitte auch hinterlegt sein. Die Angabe "Alternativen gibt es" kann nicht ausreichend sein. Die Frage ist: gibt es bessere Alternativen und was definiert "besser"? Wenn man den aktuellen Informationen der Stadt glauben darf, dann gibt es keine besseren Alternativen und ich bitte die Petitions-Verantwortlichen mit entsprechend stichhaltigen Informationen, die ihre Argumente stützen nachzulegen. Siehe: www.duesseldorf.de/top/thema010/aktuell/news/aaper_gas/index.shtml