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Bild zur Petition mit dem Thema: Der Raubbau und die Umweltverschmutzung durch den Kalibergbau in Deutschland muss beendet werden! Der Raubbau und die Umweltverschmutzung durch den Kalibergbau in Deutschland muss beendet werden!
  • Von: Nicht öffentlich
  • Til: Europäischer Umweltausschuss ENVI
  • Region: Deutschland mehr
    Kategori: Miljø mehr
  • Status: Petitionsempfänger hat nicht reagiert.
    Sprog: Tysk
  • Gescheitert
  • 682 Unterstützende
    Sammlung abgeschlossen

Der Raubbau und die Umweltverschmutzung durch den Kalibergbau in Deutschland muss beendet werden!

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Profitabler und zugleich umweltverträglicher Kalibergbau ist möglich und notwendig angesichts immer knapper werdender Ressourcen und der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit.

Aktuelle Situation in Deutschland: Weltweit richten sich Kalibergbau-Unternehmen bereits an zeitgemäße Umweltstandards wie seit 2001 von der UNEP gefordert. Doch der deutsche Konzern, die K+S AG (Hauptsitz in Kassel) mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung und einer der weltweit führenden Anbieter von kali- und magnesiumhaltigen Produkten für landwirtschaftliche und industrielle Anwendungen, hält an veralteten Produktionsverfahren fest. Der Raubbau, der noch immer von der K+S AG in Deutschland zu Lasten von Mensch und Umwelt vollzogen wird, steht im klaren Widerspruch zu der allgegenwärtigen Forderung nach Ressourcenschutz, Nachhaltigkeit und der Nutzung von Best Available Techniques (BAT). Von der umweltzerstörenden Wirtschaftsweise der K+S AG sind bereits mehrere deutsche Bundesländer in großem Maße betroffen: Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Baden-Württemberg.

Wir fordern: Die Einhaltung bzw. die Verschärfung der europäischen Richtlinien 2000/60/EG, 2006/21/EG, 2008/1/EG, 92/43/EWG sowie 2009/147/EG in Hinblick auf die Kalibergbau-industrie mit dem Ziel, Raubbauverfahren zu verbieten und den umweltverträglichen sowie nachhaltigen Versatzbergbau grundsätzlich vorzuschreiben. In diesem Zusammenhang ist die Deutsche Bundesregierung aufgefordert, den europäischen Richtlinien in sämtlichen Punkten Folge zu leisten.

Aufgrund des enormen Versalzungspotentials, das von Kalirückstandshalden für Grund- und Oberflächengewässer ausgeht, sind Rückstandshalden grundsätzlich zu untersagen, insbesondere in Hinblick auf die Richtlinien 2006/21/EG (insbes. Artikel 1, 4, 11 (2b) und 13), 2000/60/EG und das WHG.

Auf der Grundlage von BAT (Best Available Techniques) soll der Versatzbergbau zur Vermeidung von Raubbau und der nachhaltigen vollständigen Nutzung endlicher Minerallagerstätten vorgeschrieben werden.

Begrundelse:

Die K+S AG nutzt nach wie vor das Kammer-Pfeiler-Abbauverfahren, welches im Gegensatz zu dem von der UNEP geforderten Verfahren – dem untertägigen Versatz der Rückstände („Versatzbergbau“) – Rückstandshalden von enormen Ausmaß über Tage zur Folge hat. Diese Halden haben verheerende langfristige Auswirkungen für Mensch und Umwelt:

I. Starke Versalzung angrenzender Fließgewässer durch Haldenwässer: Aktuell betroffen sind u.a. die Werra, Weser und die Elbe.

II. Versalzung von Grund- und Oberflächengewässer: Gefährdung davon abhängiger Ökosysteme und wertvoller Trinkwasservorkommen in der Region, insbesondere der Colbitz-Letzlinger Heide. Das Colbitzer Wasserwerk ist über den Trinkwasserversorger Städtische Werke Magdeburg (SWM) an der Versorgung mit Trinkwasser höchster Qualität von 760.000 Menschen in 68 Gemeinden beteiligt. Laut BUND-Experte Ralf Krupp könnten bei einer Halde von 45 Mio. Tonnen Rückstandssalz mehr als 100 Mrd. Kubikmeter Süßwasser versalzen werden. In Zielitz, Sachsen-Anhalt, sind bisher schon 357 Mio. Tonnen genehmigt. Etwa nochmal so viel soll die Haldenerweiterung des Kaliwerkes Zielitz umfassen.

Aktuell ist das Natura 2000 Gebiet “Elbaue Jerichow” (DE 3437 401) bereits von Versalzung der Gewässer betroffen. Der offizielle Managementplan für das betroffene Natura 2000 Gebiet gibt detaillierte Informationen zu den verheerenden Auswirkungen, die von den Halden des Kaliwerkes Zielitz ausgehen. Das Dokument ist abrufbar über: lau.lsaurl.de/fileadmin/Bibliothek/PolitikundVerwaltung/MLU/LAU/Dateien/ElbaueRogaetz_ges.pdf

Hiernach wird der Salzgehalt bis 2030 regional schon jetzt ohne die neu geplante Halde bis zu mehr als 10g/l ansteigen (S. 20-22). Dies steht eindeutig im Widerspruch zur Richtlinie 2006/21/EG , wonach „die Betreiber der mineralgewinnenden Industrie alle notwendigen Maßnahmen treffen, um alle tatsächlich oder potenziell schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit, die von der Bewirtschaftung von Abfällen aus der mineralgewinnenden Industrie ausgehen können, zu verhindern oder weitestmöglich zu verringern.”

III. Raubbau: Nur zwischen 30%-60% (je nach Tiefe) des vorhandenen Kalisalzes werden mittels des Kammer-Pfeiler-Abbauverfahrens gewonnen, während der Rest als Rohstoff verloren geht. Diese Abbau-Verluste können vermieden werden. Seit langer Zeit existieren praxisbewährte Abbauverfahren, die eine vollständige Lagerstättennutzung ermöglichen. Beispiel Südharz-Revier, Deutschland: Durch das Einbringen von Spülversatz in die Abbaue wurde eine Nachgewinnung der Stützpfeiler (Kalisalz) ermöglicht. Rückstands- und abwasserfreie Kalibergbau-Beispiele finden sich weltweit.

IV. Großräumige Bodensenkungen: Riskant vor allem in vom Hochwasser bedrohten Gebieten.

V. Untertagedeponie: Zusätzliches Risiko durch Sonder- und Giftmülllager. Nationale und internationale Sonder- und Giftmülltransporte bergen unkalkulierbare Umwelt-Risiken für Bahn, Straße, Meere und Luftverkehr.

VI. Großflächige Zerstörung von Naturschutzgebieten: Aktuell plant K+S am Standort Zielitz für eine Haldenerweiterung die Rodung von über 200ha Buchen-Eichen-Mischwald inmitten des Landschaftsschutzgebietes Lindhorst-Ramstedter-Forst in Sachsen-Anhalt. Dieses Gebiet ist Habitat für eine hohe Vielfalt an Flora und Fauna und grenzt an das Natura 2000 Gebiet “Elbaue Jerichow” sowie an ein Wasserschutz- und Trinkwassergewinnungsgebiet. In dem betroffenem Waldgebiet leben auch Vogelarten, die im Anhang I der Richtlinie 2009/147/EG als bedroht aufgeführt sind: u.a. Haliaeetusalbicilla (Seeadler) und Dryocopusmartius (Schwarzspecht). Ebenfalls ansässig sind u.a. der Grünspecht (rote Liste) und 13 von den 21 in Sachsen-Anhalt vorkommenden Fledermausarten.

Gemäß der FFH-Richtlinie 92/43/EWG verschlechtert sich der Zustand der natürlichen Lebensräume in Europa unaufhörlich. "Die verschiedenen Arten wildlebender Tiere und Pflanzen sind in zunehmender Zahl ernstlich bedroht.“ Ein Grund mehr, das bedrohte Waldgebiet zu schützen!

VII. Hohe finanzielle Belastung und zugleich hoher Attraktivitätsverlust für die betroffene Region für die nächsten Jahrtausende: Denn so lange braucht es, bis derart große Halden abgeregnet und im Boden versickert sind. Nachdem die K+S AG die Erde ausgebeutet hat und das Land mit Salzabfall und Giftmüll zurücklässt, sind es die Gemeinden bzw. das Land, welche die Kosten für die Maßnahmen zur Schadensbegrenzung zu tragen haben! Und die Frage, die bleibt, ist: Gibt es überhaupt Maßnahmen gegen verseuchtes Grund- und Trinkwasser, gegen verseuchte Luft und Böden?

VIII. Die Alternativen Versatzbergbau und Verwertung der Rückstandssalze sind wirtschaftlich und nachhaltig. Zudem kann durch Versatzbergbau die Lagerstätte vollständig genutzt und folglich der Produktionsstandort länger erhalten werden. So könnten auch im Werk Zielitz ca. 1.800 Arbeitsplätze in einer sonst strukturschwachen Region weit über das Jahr 2040 hinaus erhalten werden.

På vegne af alle underskrivere

Rogätz, 02-04-2014 (aktiv bis 01-10-2014)


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