Noch unter der ehemaligen CDU-FDP-Landesregierung wurde die Umstellung der Lehramtsstudiengänge auf das Bachelor/Master-System beschlossen. Mitbeschlossen wurde auch, dass die bisherigen Staatsexamensstudiengänge (LPO-2003) und die Bachelor/Master-Modelllehramtsstudiengänge zum Ende des Sommersemesters 2016 (Grund-, Haupt-, Realschule) bzw. 2017 (alle anderen Schulformen) auslaufen sollen. Alle Kommiliton*innen, die dann noch in diesen Studiengängen studieren, sollen zwangsexmatrikuliert werden. Ein Wechsel in die Bachelor-Lehramtsstudiengänge ist in der Regel nicht sinnvoll.

Wir fordern daher die Landesregierung und den Landtag auf, die Auslauffristen und damit die Drohung der Zwangsexmatrikulation aufzuheben.

Motivazioni:

Die Auslauffristen der Staatsexamens- und der Bachelor/Master Modelllehramtsstudiengänge müssen abgeschafft werden:

  • weil Bildung und Wissenschaft zur Realisierung „einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt“ (Hochschulgesetz NRW) beitragen sollen. Dafür ist Zeit zum Lesen, Diskutieren und kritischen Reflektieren notwendig.

  • weil die Bildung mündiger Persönlichkeiten durch Hetze und Konformitätsdruck erschwert wird.

  • weil angehende Lehrerinnen die Möglichkeit haben müssen, sich selbst umfassend und kritisch zu bilden und Spaß am Lernen zu entwickeln, um auch selber Freude am Verstehen und Gestalten der Welt bei Schülerinnen zu fördern.

  • weil die Fristen die Zeit für hochschulpolitisches und weiteres Engagement, den Besuch von Veranstaltungen aus Interesse über den vorgegebenen Studienplan hinaus ebenso wie für Auslandssemester und Nebenjobs massiv einschränken.

Grazie davvero per il vostro appoggio, Matthias Kröling da Köln
questione allo promotore

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Nuova versione
  • Liebe Unterzeichner*innen,

    der Landtag hat beschlossen, dass unsere Fristen um ein Jahr verlängert werden, d.h. für alle GHR-Kommiliton*innen ist die Frist Ende SoSe 2017 und für alle anderen Ende Sommersemester 2018. Zudem wurden folgende Härtefallregelungen beschlossen:

    "Das Prüfungsamt (§ 8) kann diese Frist auf Antrag einer oder eines Studierenden
    im Einzelfall im Einvernehmen mit der jeweiligen Hochschule verlängern, soweit
    die Verzögerung des Studienabschlusses auf
    1. einer durch ärztliches Attest oder amtsärztliches Gutachten nachzuweisenden
    längeren schweren Erkrankung,
    2. einer Schwerbehinderung,
    3. einer Schwangerschaft,
    4. der Pflege und Erziehung eines eigenen Kindes bis zu zehn Jahren,
    5. der tatsächlichen Verantwortung für einen anerkannten Pflegefall oder
    6. der Mitgliedschaft in Organen der Selbstverwaltung der Studierenden nach
    § 53 Absatz 5 Satz 1 des Hochschulgesetzes
    beruht, und die Regelstudienzeit nicht um insgesamt mehr als zehn Semester
    überschritten wird. Für Wiederholungsprüfungen nach nicht bestandener Erster
    Staatsprüfung verlängern sich die Fristen nach Satz 1 und Satz 2 um zwei Semester;
    Regelungen des Prüfungsrechts begründen keine darüber hinaus gehenden
    Fristen." URL: recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=6&vd_id=15619&ver=8&val=15619&sg=0&menu=1&vd_back=N

    Erst einmal ist das ein Ergebnis des Engagements: Ohne dass sich an unterschiedlichen Hochschulen Studierende eingesetzt hätten für ein sinnvolles, kritisches und stressfreies Studium, hätte es dieses eine Jahr nicht gegeben – und auch keine Möglichkeit, z.B. wegen Krankheit oder Pflege einen Härtefallantrag für eine weitere Verlängerung stellen zu können. Trotzdem: Dieses eine Jahr Verlängerung ist deutlich zu kurz! Besonders ärgerlich ist die höchst unsoziale Regelung, dass man keinen Härtefall mehr stellen darf, wenn man mehr als 10 Semester über der Regelstudienzeit ist. Das ist unsinnig und eine reine Erziehungsmaßnahme zu mehr Konformität: Wer „zu lang“ studiert hat, soll kein Recht mehr haben auf Bildung und alleine gucken, wie er/sie klarkommt.
    Das Ergebnis ist also nicht zufriedenstellend und mehrere Asten haben schon angedeutet, dass sie Klagen von Betroffenen finanzieren und unterstützen würden.

    Was ihr persönlich noch tun könnt:
    - Scheut euch nicht, Härtefallanträge zu schreiben. Wenn ein großer Bedarf an Härtefällen deutlich wird, ist das auch gut dafür, dass die Fristen noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt verlängert werden könnten. Wenn es Schwierigkeiten bei den Härtefallanträgen geben sollte oder ihr euch gerne dazu besprechen möchtet, meldet euch bei uns: briefkasten@fristen-kippen.de
    - Gibt es unter euch Kommiliton*innen oder kennt ihr jemanden, der/die gerne klagen würde? Zum einen können wir als Betroffene gegen das eine Jahr und auch gegen die unsoziale Härtefallregelung klagen. Wenn wir also jemanden finden, dessen/deren Härtefallantrag abgelehnt wurde, würden wir uns mit der Person und interessierten Asten gern zusammensetzen, um die Finanzierung einer Klage zu sichern, eine*n gute*n Anwalt*in für Hochschulrecht zu suchen und die Klage inhaltlich zu beraten. Meldet euch unter briefkasten@fristen-kippen.de! Bei der letzten größeren Reform der Lehramtsstudiengänge (Wechsel von der LPO1994 zu der LPO2003) sind die Fristen aufgrund einer Klage verlängert worden.
    - Setzt euch auf unseren Info-Mailverteiler – dann bekommt ihr auch weiterhin alle Aktivitäten gegen die Fristen mit. Auf den Verteiler könnt ihr euch eintragen auf: lists.uni-koeln.de/mailman/listinfo/infowiderstand-lpo2003 (siehe „Abonnieren von Infowiderstand-lpo2003“)

    Solidarische Grüße
    Matthias Kröling für die Initiator*innen der Unterschriftenkampagne

  • Liebe Unterzeichner*innen der Unterschriftenkampagne gegen die Auslauffristen im Lehramt Staatsexamen,
     
    die Entscheidung im NRW-Landtag über unsere Fristen rückt immer näher!
     
    Daher möchten wir euch auf Mittwoch, den 17.2., hinweisen. Dann findet eine entscheidende Debatte im Schulausschuss des NRW-Landtags zum neuen "Lehrerausbildungsgesetz" statt, dort werden einige von uns hinfahren. "Sachverständige" (wie Professor*innen, Studierendenvertretungen, in der Ausbildung der Referendar*innen tätige Lehrer*innen, Gewerkschaften etc.) werden auf der Anhörung diskutieren, wie sich das Lehrerausbildungsgesetz verändern soll.

    Neben den Auslauffristen im Lehramt Staatsexamen geht es in dieser Debatte um die Reform der gesamten Lehrer*innenbildung, vom Bachelor bis zum Ende des Referendariats. Wen es interessiert, die Debatte beginnt um 13 Uhr im Landtag in Düsseldorf, sie ist öffentlich, alle können hinkommen.

    Wir wollen dort hinfahren, um zu verdeutlichen, dass wir die rigiden Auslauffristen im Lehramt Staatsexamen weiter ablehnen (1 Jahr Verlängerung reicht nicht!), dass das Praxissemester bezahlt werden muss, dass alle eine Masterplatzgarantie an ihrer Hochschule benötigen und die Pädagogikanteile des Studiums ebenso wie das gesamte Studium kritischer und reflexiver werden müssen. Zudem muss das Referendariat humanisiert werden, damit Freude am Unterrichten und nicht Burnout-Gefahr vorherrscht. Hier findet ihr mehr zum gesamten Lehrerausbildungsgesetz: fristen-kippen.de/broschuere-reform-der-lehrerinnenbildung-kritik-und-notwendige-aenderungen-am-labg/

    Zudem gibt es zu berichten, dass nicht nur die Studierendenvertretungen (Asten sowie das LandesAstenTreffen NRW und die Hochschulorganisationen von rot-grün) unsere Forderung nach einer Abschaffung oder wesentlich längeren Verlängerung der Auslauffristen unterstützen. Auch die Senate (höchste Universitätsgremien) der Universität Köln und der Sporthochschule Köln wollen sich mit einem Brief ans Ministerium wenden, dass sie ein weiteres Jahr Verlängerung der Fristen (also insgesamt 2 Jahre) wollen.

    Wahrscheinlich wird innerhalb der nächsten anderthalb Monate eine Entscheidung im Landtag getroffen werden. Bis dahin wollen wir weiter Druck machen! Wir halten euch auf dem Laufenden.

    Viele Grüße,
    Matthias Kröling
    für die Aktiven des Bündnisses Fristen-kippen

  • Liebe Kommiliton*innen, liebe Unterzeichner*innen, liebe Interessierte,

    im Namen aller Aktiven des Bündnisses „Fristen kippen“ möchte ich euch den Brief des Schulministeriums an die Landesprüfungsämter vom Oktober zukommen lassen. Ihr findet ihn unter: www.fristen-kippen.de/Brief_an_die_LPA-SM.pdf

    Der Brief ist aus zwei Gründen interessant: Zum einen macht das Schulministerium in ihm die Aussage, dass sie das Jahr Verlängerung wirklich durchsetzen wollen.
    Zitat: "Inhaltlich gehen wir davon aus, dass die oben genannten Regelungsvorschläge des Regierungsentwurfes [das eine Jahr Verlängerung] und das damit vom Landeskabinett ausgesandte Signal im weiteren Verfahren nicht mehr zum Nachteil der Studierenden geändert werden."

    Hoffentlich ist das für viele von euch eine Ermutigung, eure Prüfungen einerseits doch so zu legen, dass es für euch passt und andererseits die Prüfungen, die jetzt noch zu viel sind, absagen zu können, um nicht den Totalprüfungsmarathon durchziehen zu müssen! Das Kabinett ist die Zusammenkunft aller Minister*innen plus Hannelore Kraft (die haben die Mehrheit im Parlament), also ist diese Aussage schon ein sehr deutliches Zeichen, dass es mindestens ein Jahr Verlängerung werden wird.

    Zum anderen sagt der Brief aus, dass man sich auch außerhalb der normalen Fristen (30.10. und 30.4.) zu den Abschlussprüfungen anmelden kann. Für wen das wichtig ist: sprecht die Mitarbeiter*innen in den Landesprüfungsämtern darauf an, die sind meist sehr kooperativ.

    Im März/April soll das Gesetz vom Landtag beschlossen werden. In den kommenden Monaten wollen wir weiter dafür wirken, dass es nicht bei einem Jahr Verlängerung bleibt, sondern wir wesentlich mehr erstreiten. Meldet euch auf unserem Mailverteiler an, um über die konkreten Aktivitäten auf dem Laufenden zu bleiben: lists.uni-koeln.de/mailman/listinfo/infowiderstand-lpo2003

    Viele Grüße,
    Matthias Kröling
    für die Aktiven des Bündnisses "Fristen kippen"

Pro

Die Fristen wirken allein deswegen schon kontraproduktiv, weil die Umschreibung auf Bachelor-Studiengänge (sofern überhaupt möglich!!) oft so wenig anerkennt, dass das Studium zu einem großen Teil wiederholt und damit erst recht noch verlängert wird.

Contro

Ich befinde mich selbst in dem beschriebenen auslaufenden Studiengang und hoffe im nächsten Semester fertig zu werden. Dass man sich über die Auslauffrist jetzt aufregt, kann ich nicht unterstützen. Das war wirklich lange klar. Dass eine Frist notwendig ist, sollte auch klar sein. Für Härtefallregelungen wäre ich schon (ich weiß nicht, ob es vielleicht bereits welche gibt). Da sollten die Betroffenen dann ihre Gründe schildern können und dann soll man über eine Verlängerung entscheiden. Was diese Petition verlangt, kann ich aber nicht unterschreiben.