Petition richtet sich an:
Deutsches Museum
Die Büste zu Ehren des Spenders Curt Engelhorn muss aus dem öffentlichen Raum des Deutschen Museums entfernt werden. Die "Paradise Papers" weisen auf gesellschaftlich unmoralisches Verhalten hin.
Begründung
Die sogenannten "Paradise Papers" wurden von einer großen Gruppe internationaler Journalisten in Kleinstarbeit ausgewertet. Im Vergleich zu den "Panama Papers" handelt es sich um einen noch viel umfänglicheren Einblick in die Strategien, wie zahlreiche, gut bekannte Unternehmen und Einzelpersonen, auch Politiker sowie Staats- und Regierungschefs, gigantische Steuersummen vermeiden und somit Staaten und Gesellschaften weltweit großen Schaden zufügen.
Als Unternehmer und Geschäftsführer der C.F. Boehringer & Söhne GmbH hat Curt Engelhorn ein gigantisches Vermögen aufgebaut. Bereits 2013 wurde eine Steuerschuld über 145 Millionen Euro in einem Steuerstrafverfahren festgestellt, die an seine Erben gerichtet war. Nun taucht sein Name auch in den "Paradise Papers" auf und es ist stark zu vermuten, dass eine noch viel größere Steuerschuld besteht.
Als Philanthrop und Kulturmäzen spendete Curt Engelhorn u.a. im Jahr 2000 2,9 Millionen Mark an das Deutsche Museum, wofür ihm mit einer Büste im Treppenhaus des Museums gedankt wurde. Auf die Frage der Süddeutschen Zeitung, ob "das Deutsche Museum weiterhin einen Mann mit einer Büste ehren [möchte], der offenbar stolz darauf war, sich der Steuerpflicht trickreich zu entziehen?" lautet die Antwort von Museumsdirektor Wolfgang Heckl: "Wir müssen von Tatsachen ausgehen, nicht von Vermutungen. Wenn Curt Engelhorn ein verurteilter Straftäter wäre, dann müsste die Büste weg."
Womöglich wird Curt Engelhorn nie verurteilt, weil die Steuertricks von Anwaltskanzleien wie Appleby bestehende Gesetzeslücken ausnutzen und die Trickser nur schwierig zu greifen sind. Dennoch sollte ein derart unmoralisches Verhalten gesellschaftlich nicht toleriert werden. Deswegen soll das Deutsche Museum ein Zeichen setzen und die Büste von Curt Engelhorn sofort aus dem öffentlichen Bereich entfernen.