Petition richtet sich an:
Bundesminister Hermann Gröhe
Die Pharmaindustrie sollte nicht eigene Studien zur Zulassung eines Medikamentes stellen dürfen. Die Gesundheitsbehörde und eine Verbraucherschutzbehörde sollten für die Bezahlung von mindestens 2 solcher Studien pro Medikamentenzulassung zuständig sein. Sollten die Studien zeigen, dass ein Medikament mehr schadet als nützt (Gesetzgeber muss Kriterien festlegen), soll das Medikament nicht zugelassen werden und der Pharmakonzern Schadensersatz zahlen. Das gleiche trifft auf Langzeitstudien zu. Auch diese sollten von Behörden beauftragt werden müssen.
Begründung
Die Pharmaindustrie ist zuständig für die Studien zur Zulassung neuer Medikamente. Das ist kritisch. Über viele Gerichtsverfahren wurde deutlich: Dieses Verfahren belastet nicht nur unseren Geldbeutel über die Medikamentenpreise und Krankenkassenbeiträge. Es kann auch zum Verschweigen oder Herunterspielen von gesundheitlichen Risiken führen. Nur ein Medikament, das kaum Nachteile verspricht, lässt sich wirklich gut verkaufen. Damit hört es nicht auf. Es gibt im Web geäußerte Verdachtsmomente, die dafür sprechen, das die Pharmaindustrie es auch versteht, die Studien zur Überprüfung der Wirksamkeit ihrer Medikamente um viele Jahre hinauszuzögern. Die Gewinnmargen ermöglichen offensichtlich auch hohe Entschädigungen: Beispiel Lilly und Zyprexa: Der Verkauf lohnt sich, obwohl es in 8.500 Fällen insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar außergerichtliche Entschädigungszahlungen gab. Im Dezember 2006 gelangten einige hundert interne Dokumente an die Öffentlichkeit, die diese Praktiken im Detail dokumentieren. Zunächst berichtete die New York Times in mehreren Titelgeschichten über die illegalen Vermarktungspraktiken.