• Von: Beate Stubbe
  • An: Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft
  • Region: Bremen mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 409 Unterstützer
    Sammlung abgeschlossen

S 19/145 - Geplante Schließung der Grundschule Seehausen

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Geplante Schließung der Grundschule Seehausen

Wir, die Bürger von Seehausen und Hasenbüren, kämpfen für den langfristigen Erhalt der Grundschule in Seehausen. Gemäß der Deputationsvorlage zur Schulstandortplanung soll diese aus Kostengründen geschlossen werden. Die Kinder sollen stattdessen in die über acht Kilometer entfernte Grundschule von Rablinghausen eingeschult werden. Da Teile des Schulgebäudes multifunktionell genutzt werden, wäre mit der Schließung auch unser Dorfmittelpunkt wegrationalisiert und die Dorfgemeinschaft würde nahezu zum Erliegen kommen.

Begründung:

Unsere Grundschule ist eine kleine Dorfschule mit derzeit 34 Schülern. Hier wird jahrgangsübergreifend in zwei Klassenverbänden gelehrt, womit man immer sehr gute Erfahrungen gemacht hat und was an anderen Schulstandorten in Bremen gerade erst etabliert werden soll. Die Schüler erbringen im Vergleich zu anderen Schulen sehr gute Leistungen. Die Lehrkräfte sind sehr engagiert.

Die Schülerzahlen werden in den kommenden Jahren steigen, und schon im folgenden Schuljahr bei über 40 Schülern liegen. Dies liegt unter anderem an den Neubaugebieten hier im Ort. Junge Familien sind hier hergezogen, weil es hier einen Kindergarten und eine Grundschule in ländlicher Umgebung gibt. Der Kindergarten und die Schule liegen in unmittelbarer Nachbarschaft, so, wie es laut Herrn Bürgermeister Sieling politisch gewollt und gefördert wird. Der Kindergarten hat in den letzten Jahren, wie auch aktuell, wieder in seine Größe und auch in Personal investiert. Der Kindergarten hat für das gerade angefangene Kindergartenjahr 2016/2017 eine neue Gruppe von 15 Kindern eröffnet. Trotz dieser Erweiterung bekamen nicht alle angemeldeten Kinder den gewünschte Platz. Es gibt eine Warteliste. Kinder aus unserem Ort, die in angrenzenden Stadtteilen die Kindergärten besuchen, möchten in Seehausen zur Schule gehen.

Die zu erwartende steigende Schülerzahl führt zu einer Senkung der momentanen jährlichen Kosten je Schüler von EUR 3.676,00. Um auf einen von der Behörde angestrebten Wert von EUR 2.900,00 pro Schüler und Jahr zu kommen, werden in Seehausen 43 Schüler benötigt. Das wird in den nächsten Jahren erreicht werden.

Die Forderung der Politik "Kurze Beine, kurze Wege" wird hier bereits erfüllt. Der Schulweg im Ort beträgt längstens drei Kilometer. Die Schüler gehen hier selbständig zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad zur Schule. Das richtige Verhalten im Verkehr wird dadurch geübt und die Selbständigkeit gefördert. Bei einem Schulbesuch in Rablinghausen wäre diese nicht möglich. Der Schulweg würde auf längstens 10 Kilometer steigen. Zudem führt der Weg unweigerlich am GVZ (Güterverkehrszentrum) vorbei, welcher durch eine starken Lkw-Verkehr belastet und somit für Grundschüler unzumutbar ist.

Für einen angedachten Schulbus von Strom und Seehausen nach Rablinghausen ist die Finanzierung unklar. Ob der Schulbus von der Bevölkerung angenommen wird, ist ebenfalls ungewiss. Fest aber steht, dass die Umwelt durch Abgase und Verschleiß von Bus und Autos wieder verstärkt belastet wird.

Die Betreuung an der Seehauser Grundschule findet während der Schulzeit täglich bis 15:00 Uhr statt und ist vollständig privat finanziert. Diese Betreuung ermöglicht es den Eltern arbeiten zu gehen. Die Hortplätze in Rablinghausen sind bereits jetzt ausgelastet und dem Bedarf entsprechend nicht ausreichend. Mit geplanten Schülern aus Strom und Seehausen wird sich diese Situation noch verschärfen. Ob die Grundschule in Rablinghausen zur Ganztagsschule wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Daher wäre eine Betreuung bis 15:00 Uhr der Kinder aus Seehausen nicht gewährleistet und im schlimmsten Fall müssten Eltern ihren Arbeitsplatz aufgeben.

Die im Raum stehenden Umbau- und Sanierungskosten für die Grundschule Seehausen werden auf rund EUR 1,8 Millionen geschätzt. Betrachtet man den darauf folgenden Nutzungszeitraum von 20 - 30 Jahren, ist dies an diesem Standort eine sinnvolle Investition in die Zukunft unserer Kinder. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass auch am Standort Rablinghausen für die Aufnahme unserer Schüler nicht unerhebliche Investitionen getätigt werden müssen.

Eine Nachnutzung, im Falle einer Schließung der Schule, ist nicht geplant. Wir geben zu bedenken, dass auch der Leerstand des Gebäudes Kosten verursacht. Warum also ein Gebäude schließen, obwohl es einen Bedarf dafür gibt?

Der bisher aufgelaufende Investitionsstau ist auf die Abführung der Instandhaltungsrücklage zu anderen Schulen zurück zu führen, was jetzt der Schule zum Nachteil gereicht wird.

Eine Besonderheit stellt der Sportraum in der Schule dar. Er wird nicht nur von der Schule, sondern auch vom hiesigen Sportverein genutzt. Der Sportverein TSV Hasenbüren e.V. von 1911 hat keine andere Turnhalle. Es werden Kurse angeboten vom Mutter-Kind-Turnen, Kleinkindturnen, Kickboxen für Kinder über Rückengymnastik bis zu Zumba. Diese Angebote würden im Falle einer Schulschließung komplett wegfallen und der Verein würde aufgeben müssen. Umliegende Sporthallen von anderen Vereinen haben keine freien Hallenzeiten. Ein wichtiger Bestandteil des Ortes würde wegfallen.

Die Fußballsparte hat vor Jahren ein Umkleidehaus mit öffentlichen Fördermitteln bauen lassen. Dieses Umkleidehaus ist an die Versorgungsleitungen der Schule angeschlossen und wurde gerade im letzten Jahr mit hohem finanziellem Aufwand renoviert. Wird die Schule geschlossen, kann das Umkleidehaus nicht mehr betrieben werden.

Wir fordern den Erhalt des Gebäudes für unsere Grundschüler und den Fortbestand der Grundschule Seehausen!

Dafür bitten wir um Ihre Unterstützung!

Begründung:

22.08.2016 (aktiv bis 03.10.2016)


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