Am 14.01.2018 verstarb mein Mann an Krebs. Er hat 4 Jahre lang mit seinem bösartigen Darmkrebs gekämpft, der bei der Diagnose bereits Metastasen gebildet hatte. Bei der Diagnose waren unsere Kinder Tom gerade 2 Jahre alt und Lukas 8 Monate. Wir warn gerade 3 Monate in unseren unfertigen Neubau eingezogen. Da mein Mann als gesellschaftsführender Geschäftsführer sehr mit dem Überleben der eigenen Firma zu kämpfen hatte, "vergaß" er, rechtzeitig eine Risikolebensversicherung zur Absicherung der Schulden abzuschließen. Seit dem Tod haben wir alles verloren, was uns als Familie ausmachte: unseren Ehemann und Vater, unsere Kernfamilie, unser Heim und Haus, ja selbst unsere Katze überlebte den Umzug nicht.
Da mein Mann von 2010 bis kurz vor seinem Tod lang Selbständig war, zahlte er fast 6 Jahre nicht in die Deutsche RV ein - ein großer Fehler, wie sich heute heraus stellt. Wer denkt da schon an die Rente, wenn man sich mit großen Ambitionen in die Selbständigkeit wagt? Ein paar Rentenpunkte gehen zusätzlich noch an die erste Frau meines Mannes durch den Zugewinnausgleich der Scheidung.
Unsere Hinterbliebenenrente ist nicht einmal ein Bruchteil von dem einstigen Haushalts-Netto-Einkommen. Die Waisenrente ist am unteren Limit. Für ein Leben zu wenig und zum Sterben zu viel...
Am Schlimmsten aber ist diese Hinzuverdienstgrenze, die Bürokratie und die Langwierigkeit der Bearbeitung der Deutschen Rentenversicherung. Beispiel: ich warte seit Mai 2018 auf eine Neuberechnung meines Rentenbescheids, den ich heute, im Dezember 2018, noch immer nicht bekommen habe. Als hätte man nicht genug Probleme, muss man zum Renten- und Steuerexperten mutieren, um diese Regelungen zu verstehen.
Ich kritisiere allerdings nicht die niedrige Hinterbliebenenrente als solches oder die Steuerpflicht der Rente, sondern die Verhinderung nahezu aller Möglichkeiten der Erhöhung des monatlichen Netto-Haushaltseinkommens für Verwitwete!

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