Dialog

Starker Mittelbau - Starke Hochschulen! Gute Beschäftigungsbedingungen im Hochschulgesetz verankern

Petition richtet sich an
Niedersächsischer Landtag

1.573 Unterschriften

Sammlung beendet

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Sammlung beendet

  1. Gestartet März 2025
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Petition richtet sich an: Niedersächsischer Landtag

Offener Brief der Mittelbauvertreter*innen und des Personalrats der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg an die niedersächsische Landesregierung zur Novellierung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes

Laut §3 des Niedersächsischen Hochschulgesetzes [NHG] gehört es zu den Aufgaben der Hochschulen den „berechtigten Interessen ihres Personals an guten Beschäftigungsbedingungen, insbesondere an unbefristeten Beschäftigungs­verhältnissen und bei befristeten Beschäftigungsverhältnissen an möglichst langen Laufzeiten […]“ Rechnung zu tragen. Auch im Koalitionsvertrag 2022–2027 werden gute Beschäftigungsbedingungen und mehr Dauerstellen für Daueraufgaben thematisiert:

Daueraufgaben sollen mit Dauerstellen besetzt sein […]. Wir wollen eine moderne und für die wissenschaftliche Arbeit angemessene Personalstruktur. Neben Lebenszeit­professur wollen wir eigenständige Dauerpositionen im Mittelbau schaffen.“ (Koalitionsvertrag 2022-2027, S. 69)

Seit Jahren machen der wissenschaftliche Mittelbau (z. B. #IchBinHanna), der Bundesbericht wissenschaftlicher Nachwuchs und die Gewerkschaften auf prekäre Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft aufmerksam.[1] Zunehmend mehr Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen denken daher über einen Ausstieg aus der Wissenschaft nach oder vollziehen diesen.[2] Zu den immer wiederkehrenden Kritikpunkten, die auch für die Universität Oldenburg und andere niedersächsische Universitäten Gültigkeit besitzen,[3] gehören:

  • ein hoher Befristungsanteil,
  • kurze Vertragslaufzeiten,
  • ein geringer Qualifikationsanteil,
  • Arbeitsverdichtung und Qualitätsverlust in Forschung und Lehre.

Bei den letzten beiden Novellen des Niedersächsischen Hochschulgesetzes wurden diese Probleme ignoriert und keine Verbesserungen angestoßen. Gute Beschäftigungsbedingungen an Universitäten benötigen mehr als Absichtserklärungen, sie bedürfen konkreter gesetzlicher Regelungen! 

Wir fordern daher Neuregelungen der §§ 31 und 32 des NHG:

  • Eigenständige Dauerstellen im Mittelbau im Hochschulgesetz verankern!
  • Realistische und angemessene Vertragslaufzeiten für befristete Qualifikationsstellen!
  • Erhöhung des Anteils für selbständige wissenschaftliche Arbeit bei befristeten Qualifikationsstellen auf 50 Prozent der Arbeitszeit!
  • Stellentyp Lehrkräfte für besondere Aufgaben auf die Vermittlung praktischer Fertigkeiten und Kenntnisse beschränken!

Diese Änderungen könnten nicht nur die Beschäftigungsbedingungen des wissenschaftlichen Mittelbaus verbessern, sondern würden gleichzeitig auch die niedersächsischen Hochschulen stärken!

Der komplette offene Brief mit allen Forderungen und Begründungen im Detail findet sich auf der Website des Personalrats der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (auf Deutsch und Englisch) unter: https://uol.de/personalrat/aktuelles/nhg-novellierung

[1] Vgl. Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (BuWin) 2021; Bundesbericht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase (BuWiK) 2025; Stellungnahme des DGB und der Mitgliedsgewerkschaften zum „Gesetz zur Stärkung der differenzierten Hochschulautonomie“ 2020; GEW-Stellungnahme zum „Gesetz zur Stärkung der Beteiligungskultur innerhalb der Hochschulen“ 2015; Stellungnahme der Bundesregierung zum Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2021, S. 15.
[2] Vgl. BuWiK 2025, S. 180.
[3] Siehe z. B. den Offenen Brief des Fachschaftsrats Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg vom 20.12.24 oder den TAZ-Artikel „Ein Institut probt den Aufstand“ vom 05.02.2025.

Begründung

Gute Beschäftigungsbedingungen – Attraktive Hochschulen
Die von uns vorgeschlagenen Änderungen würden nicht nur die Beschäftigungsbedingungen für den wissenschaftlichen Mittelbau verbessern, sondern auch die Hochschulen insgesamt stärken!
Mehr Dauerstellen, längere Vertragslaufzeiten und eine Erhöhung des Qualifikationsanteils stehen nicht im Konflikt zu anderen Gesetzen und sind überwiegend kosten- und kapazitätsneutral umsetzbar.
Dadurch stehen zwar insgesamt weniger (Qualifikations-)Stellen zur Verfügung, diese Stellen bieten den Beschäftigten dafür aber auch bessere Arbeitsbedingungen, besseren Gesundheitsschutz, eine bessere Lebens- und Karriereplanung und bessere Qualifizierungsmöglichkeiten, was sich auch positiv auf Qualifikationsdauer und -erfolg sowie Gleichstellungsaspekte auswirken kann. Die Universitäten profitieren dabei zusätzlich von längerfristigen Planungsmöglichkeiten und geringerem Verwaltungsaufwand.
Durch mehr eigenständige Dauerpositionen im Mittelbau würden für den wissenschaftlichen
Mittelbau dauerhafte Karriereperspektiven außerhalb der Professur geschaffen, den Universitäten stünden im Gegenzug erfahrene Expert*innen dauerhaft zur Verfügung, die sich als Mitglieder der Hochschule begreifen und sich für diese langfristig engagieren. Von deren Expertise und langjährigen Erfahrungen profitieren Kontinuität und Qualität der universitären Forschung und Lehre und damit sowohl Studierende als auch Nachwuchswissenschaftler*innen und Professor*innen.
Schließlich werden durch die vorgeschlagenen Änderungen Mittelbau-Stellen im bundesweiten Vergleich attraktiver, was es den niedersächsischen Universitäten erleichtern würde, Stellen zu besetzen und hochqualifizierte Wissenschaftler*innen zu gewinnen.

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Angaben zur Petition

Petition gestartet: 05.03.2025
Sammlung endet: 31.10.2025
Region: Niedersachsen
Kategorie: Wissenschaft

Diese Petition wurde in folgende Sprachen übersetzt

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützer*innen,

    wir haben gerade noch darüber informiert, dass die Antwort des MWK auf sich warten lässt, da liegt heute tatsächlich das Antwortschreiben von Falko Mohrs im Posteingang des Personalrats der Uni in Oldenburg. Hier das Antwortschreiben im Wortlaut:

    ---

    Ihre Petition vom 15.12.2025: Starker Mittelbau - Starke Hochschulen!
    Gute Beschäftigungsbedingungen im Hochschulgesetz verankern.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    sehr geehrter Herr Schulte-Wörmann,
    sehr geehrte Frau Haug,
    sehr geehrte Frau Lüpkes,
    ich danke Ihnen für die eingereichte Petition und das damit verbundene Engagement für die Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen des akademischen Mittelbaus.
    Ihr Anliegen nehme ich mit großem Verständnis zur Kenntnis.
    Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) wird mit der anstehenden Novelle dem Landtag zentrale Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen des akademischen Mittelbaus vorschlagen. Unser gemeinsames Ziel besteht darin, verlässliche Karriereperspektiven und gute Arbeitsbedingungen zu stärken und die Attraktivität wissenschaftlicher Laufbahnen insgesamt zu erhöhen. Zu diesem Zweck ist unter anderem vorgesehen, dass die Hochschulen verpflichtet werden, unter Beteiligung der zuständigen Personalvertretung ein Dauerstellenkonzept zu entwickeln, das die standortspezifischen Besonderheiten berücksichtigt. Zudem ist geplant, neue Personalkategorien neben der Professur einzuführen - Lecturer, Senior Lecturer, Researcher, Wissenschaftsmanagerinnen und Wissenschaftsmanager.
    Dem Hochschulentwicklungsvertrag 2024-2029 folgend, erarbeitet das MWK außerdem zurzeit gemeinsam mit der LHK, den Berufsverbänden und HPR einen Kodex für „Gute Arbeit“.
    Die niedersächsische Landesregierung und das MWK sind sich der Herausforderungen bewusst, die mit den derzeitigen Beschäftigungsbedingungen im wissenschaftlichen Mittelbau verbunden sind. Ihre Anregungen und Forderungen wurden und werden daher sorgfältig geprüft und in die fachlichen Überlegungen einbezogen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Falko Mohrs

    ---

    Wir werden euch über das weitere Geschehen und unsere Reaktion auf den Brief auf dem Laufenden halten, wollten euch aber schnellstmöglich über die Antwort des Ministeriums informieren.

    Mit solidarischen Grüßen,

    i.A. Julie Lüpkes
  • Liebe Unterstützer*innen,

    Stand heute (3.2.) liegt uns nach wie vor keine Antwort des MWK zu unserer Petition vor. Nicht einmal eine Eingangsbestätigung hat uns erreicht, was sehr enttäuschend ist. Falls sich etwas ändert, melden wir uns bei euch.

    Liebe solidarische Grüße im Namen der Initiator*innen,

    Julie Lüpkes
    Mittelbauvertreterin Fk I der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Liebe Unterzeichner*innen,

    1573 Unterschriften, 35 Seiten mit Unterstützer*innen, unser Petitionstext und ein Anschreiben an den Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, sind jetzt auf dem Weg nach Hannover. Gerne hätten wir es möglich gemacht, die Petition persönlich zu übergeben. Aufgrund ausgeschöpfter zeitlicher Kapazitäten mussten wir uns allerdings für den Postweg entscheiden.

    Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmal bei allen Unterstützer*innen Zur Stärkung des wissenschaftlichen Mittelbaus in Niedersachsen. Wir halten euch auf dem Laufenden, sollten wir eine Antwort erhalten (und auch, wenn diese ausbleiben sollte).

    Eine besinnliche und erholsame Winterpause wünschen mit solidarischen Grüßen
    i.A. Nikolaj Schulte-Wörmann (Mittelbauvertreter im Senat der Carl von Ossietzky Universität)
    i.A. Lena Haug (Mitglied des Personalrats der Carl von Ossietzky Universität)
    i.A. Julie Lüpkes (Mitinitiatorin der Petition und Mittelbauvertreterin der FK1 an der UOL)

Es gibt viele schlagkräftige Argumente für die Schaffung von Dauerstellen im Mittelbau. Aus der Sicht eines LfbA-Stelleninhabers sind diese u.a. Harmonisierung der unterschiedlichen Aufgaben in Forschung und Lehre, bessere Arbeitsbedingungen im Kollegium, hörere Zufriedenheit, bessere private Lebensplanung uvm.

Noch kein CONTRA Argument.

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