Petitions-Tipps

Tipps für erfolgreiche Online-Petitionen

Mit Ihrer guten Idee fängt alles an: Was möchten Sie gern verändern, warum ist dieses Ziel für viele wünschenswert und wen müssen Sie überzeugen, damit Sie Ihr Ziel erreichen? Wir begleiten Sie bei jedem Schritt und geben Ihnen vorab wertvolle Tipps:

  1. Überblick: Wie funktionieren Petitionen auf openPetition?
  2. Der richtige Titel
  3. Adressaten festlegen
  4. Petitionstext schreiben
  5. Ein Bild hinzufügen
  6. Die Petition verbreiten und Pressearbeit
  7. Übergeben Sie Ihre Petition

1. Überblick: Wie funktionieren Petitionen auf openPetition?

Mit openPetition erstellen Sie in drei einfachen Schritten Ihre Petition:

  • Basis-Informationen eingeben – Was möchten Sie erreichen, an wen wenden Sie sich, warum sollen andere Ihre Petition unterstützen?
  • Vorschau und Änderungen – Sehen Sie sich Ihre Petition in der Vorschau an und ändern Sie alles so lange, bis Sie zufrieden sind.
  • Veröffentlichen und verbreiten – Veröffentlichen Sie Ihre fertige Petition. Jetzt können Sie beginnen, Ihre Petition zu verbreiten und Unterschriften zu sammeln.

2. Der richtige Titel

Der Titel ist das Erste, was andere von Ihrer Petition sehen. Er sollte auf einen Blick klar erkennen lassen, was Ihre Forderung ist und neugierig machen. Ohne guten Titel bleibt das wichtigste Anliegen unbeachtet. Beispiele für erfolgreiche Petitions-Titel:

  • „Herr Innenminister: Setzen Sie sich für Betroffene von Zwangsprostitution ein!“
    Spricht den Adressaten direkt an und formuliert eine Forderung, der man sich gern anschließt.
  • „Berlin braucht Grips! Eltern fordern Erhalt des berühmten Kinder- und Jugendtheaters“
    Griffig und clever durch das Wortspiel mit dem Namen des Theaters. Der erste Teil des Titels konnte über die Petition hinaus als Slogan für die ganze Kampagne genutzt werden.
  • „Amina soll bleiben
    Kurz und direkt. Der Titel sagt nicht alles, macht aber neugierig, mehr zu erfahren.

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3. Empfänger festlegen

Wenn Sie an der richtigen Stelle ansetzen, ist der Erfolg einfacher. Lesen Sie diese Tipps, um den am besten geeigneten Empfänger für Ihre Petition zu finden. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  1. Welche Ebene betrifft meine Petition? Ist es ein nationales Anliegen (bsp. deutschlandweites Importverbot von genmanipuliertem Gemüse) oder handelt es sich um regionale Sachverhalte (bsp. Erhaltung des alten Marktplatzes in einer Stadt)? Betrifft es alle Bürger/innen der Nation, eine bestimmte Gruppierung, eine Gemeinde oder Personen? Sie selbst setzen den politischen Rahmen Ihrer Petition und damit bestimmen Sie auch die Ebene.
  2. Wer ist zuständig für diese Ebene? Wer hat also die notwendige Entscheidungskompetenz, um Ihr Anliegen auf dieser Ebene durchzusetzen? Ob Bundestag, ein Stadtrat, ein Ministerium oder auch eine Firma, all jene sind mögliche Adressaten für Sie. Zusätzlich können Sie sich an eine stellvertretende Person dieser übergeordneten Instanz wenden.

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4. Petitionstext

Der Petitionstext ist das Herzstück Ihrer Petition. Ihre Petitions-Idee muss überzeugen, damit andere Menschen Ihr Anliegen unterstützen.

  • Schildern Sie das Problem: Wie sieht die Situation aus, mit der Sie nicht zufrieden sind? Was bedeutet dieser Zustand konkret für die Betroffenen? Seien Sie anschaulich, aber kurz und bündig! Endlos lange Texte werden oft nicht zu Ende gelesen. Widerstehen Sie der Versuchung einer umfassenden Einleitung und kommen Sie direkt auf den Punkt.
  • Stellen Sie eine konkrete Forderung: Was ist Ihre Forderung, mit der das Problem behoben werden soll? Je genauer Ihre Forderung ist, um so leichter können Sie später feststellen, ob sie wirklich erfüllt wurde – und umso schwerer haben es Entscheidungsträger/innen, sich mit rein symbolischem Aktionismus herauszuwinden.
  • Wie tragen Unterstützer zur Lösung bei: Zeigen Sie, wie Ihre Petition und die Unterschriften wirken. Steht eine Entscheidung zum Petitionsthema an und die Unterschriften machen Druck auf einen Wackelkandidaten? Muss ein Unternehmen um Umsatz fürchten, wenn Kunden drohen zur Konkurrenz zu wechseln? Wenn die Unterstützenden sehen, dass sie mit ihrer Unterschrift etwas bewirken, bringen sie noch weitere Freunde und Bekannte dazu, zu unterschreiben und helfen, die Petition zu verbreiten.
  • Bringen Sie Argumente und Hintergrundinformationen: Warum soll ihr Anliegen Wirklichkeit werden? Was sollten Leserinnen und Leser noch erfahren? Gibt es eine Geschichte, die zur Petition geführt hat? Gibt es bekannte Gegenargumente, die Sie entkräften können? Belegen Sie Ihre Argumentation mit Quellen!

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5. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Das richtige Bild sagt alles auf einen Blick. Ein Bild kann Ihr Anliegen greifbar machen, Aufmerksamkeit wecken und Menschen zum Mitmachen bewegen. Menschen denken in Bildern – und verbreiten sie gern weiter.

  • Wählen Sie eine aktive, starke Geste, hinter der sich viele Menschen versammeln können.
  • Zeigen Sie ein Symbol für etwas nicht Greifbares
  • Erzählen Sie eine persönliche Geschichte – konzentrieren Sie sich auf eine Einzelperson

Zur Betroffenheit und zum Handeln und einer einzelnen Person können wir sofort eine Beziehung herstellen – daher eignen sich Gesichter von Menschen am besten. Bei der Petition gegen die Abschiebung der 15-jährigen Bivsi hat das sehr gut funktioniert: Hinweis zum Format Ihres Petitionsbildes: Für eine korrekte Darstellung ein Bild im Querformat mit Seitenverhältnis 3:2 hochladen. Optimal sind 450 x 300 Pixel.

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6. Verbreiten Sie Ihre Petition

 

Petition fertig? Dann verbreiten Sie sie! Sie können den Link unendlich oft teilen – machen Sie dazu noch aussagekräftige Bilder oder im Idealfall Videos! Es ist immer schöner ein Anliegen von einer Person erzählt zu bekommen, als sich einen fremden Text einfach durchzulesen (Tipp: Videos nicht länger als 1,5 Minuten und man muss die Menschen klar sehen, um die es geht). Videos für Ihre Petition können Sie genauso verbreiten:

  • E-Mails und Messenger-Dienste wie Whatsapp sind Ihre besten Verbündeten: Eine E-Mail an Freunde und Bekannte ist eine effektive Möglichkeit, Unterstützende für Ihre Petition zu gewinnen. Durch eine persönliche E-Mail haben in den vergangenen Jahren viel mehr Menschen eine Petition auf openPetition unterschrieben, als auf irgend einem anderen Weg. Innerhalb von 48 Stunden konnten Schülerinnen und Schüler über 45.000 Unterschriften für ihre Petition sammeln – Wie sie das geschafft haben? Mit Whatsapp! Schicken Sie Ihre Petition an alle Ihre Freunde und Bekannten!
  • Soziale Netzwerke verbreiten weit und schnell: Facebook, Twitter und Instagram sind unerlässlich, um viele Menschen zu erreichen. Gründen Sie eine Facebook-Gruppe und posten Sie regelmäßig Fotos, Neuigkeiten und bitten Sie Ihre Bekannten, Ihre Nachricht zu teilen und weiterzuleiten. So verbreitet sich Ihre Petition noch sehr viel schneller und weiter. Am einfachsten ist es, wenn Sie unsere Weiterleiten-Funktion nutzen.
  • Platzieren Sie Ihre Petition gezielt online: Viele der am schnellsten wachsenden Petitionen waren in thematisch passenden Foren, Blogs und Online-Magazinen verlinkt. Suchen Sie nach Webseiten, auf denen sich Menschen über ähnliche Themen austauschen. Schreiben Sie einen eigenen Beitrag, in dem Sie erzählen, warum Ihnen das Anliegen wichtig ist (Petitionslink nicht vergessen!). Wenn Sie einen Bericht oder Artikel zu Ihrem Thema entdecken, schreiben Sie einen Kommentar mit dem Link zur Petition.
  • Finden Sie gleichgesinnte Gruppen, Initiativen, Vereine: Am wahrscheinlichsten werden Sie diejenigen unterstützen, die selbst schon im Themenfeld ihrer Petition aktiv sind. Suchen Sie nach passenden Gruppen, Bürgerinitiativen, Vereinen oder Verbänden und fragen Sie, ob sie Ihre Petition unterstützen wollen. Fragen Sie Autoren von regionalen oder thematisch geeigneten Blogs und Online-Magazinen, ob sie über Ihre Petition berichten wollen oder die Petition auf Ihrer Webseite einbinden können.
  • Interessieren Sie die Presse für Ihre Petition. 

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7. Übergabe

Die Übergabe Ihrer Petition mit den gesammelten Unterschriften ist eine hervorragende Gelegenheit, zusätzlich Aufmerksamkeit für Ihr Anliegen zu bekommen – wie bei dem gezeigten Bild: Petitions-Starter Oliver Thömmes übergibt mit seiner Familie seine Petition mit über 22.000 Unterschriften an die Politikerin Malu Dreyer.

  • Persönliche Übergabe: Das Einreichen sollte unbedingt „physisch“ stattfinden, denn eine persönliche Übergabe verstärkt die Wirkung Ihrer Petition. Planen Sie ein paar Wochen Vorlaufzeit ein.
  • Presse einladen: Für die Presse sind Termine mit Politiker/innen und Firmenchefs interessant – besonders, wenn sie mit herausfordernden oder heiklen Themen konfrontiert werden. Laden sie Journalisten und Fotografen einige Tage vorher ein und schildern Sie knapp was passieren wird und ob es ein Fotomotiv gibt. Schicken Sie einen Link zu Ihrer Petitionsseite mit.
  • Inszenieren Sie die Übergabe für die Presse: Machen Sie aus Ihrer Übergabe ein medienwirksames Ereignis! Das gibt den Journalisten die begehrte Möglichkeit zu Informationen aus erster Hand.
  • Schreiben Sie eine Pressemitteilung: Mit oder ohne Inszenierung: Sie sollten eine Pressemitteilung zur Übergabe schreiben. Berichten Sie von der Übergabe, den Forderungen der Petition, der Anzahl der Unterstützenden und was Sie als nächstes tun werden: Tipps zur Pressemitteilung.

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Dran bleiben!

Die Petition zu übergeben kann schon ausreichen, um Ihr Ziel zu erreichen. Manchmal braucht es aber zusätzlichen Druck. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Entscheidungsträger und bringen Sie Ihr Anliegen in die Medien – zum Beispiel durch Protestveranstaltungen.

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Publikationen & Material

  • Länderbericht Petitionen 2015 (PDF)
  • Masterarbeit Online-Partizipation (PDF)
  • Flyer: openPetition stellt sich vor (PDF)

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