Die Petiton ist beendet. Es wurden 1285 Unterschriften gesammelt.
Petitionsbeschluss: Der Petition wurde nicht entsprochen oder überwiegend nicht entsprochen.

Petition zur Verbesserung der Situation von Lehrenden & Studierenden an der Universität Potsdam

Von: Sabine Volk, M.A. & Michael Bahn, M.A. aus Potsdam

An:   Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg

Die zentralen Forderungen der Initiative lauten:

1. Änderung der KapV § 6 (2): Abkoppelung der Anzahl der Lehraufträge von den Zulassungszahlen
Die Universität Potsdam und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg sollen sich für eine Änderung der KapV § 6 (2) einsetzen, um Lehraufträge von den Zulassungszahlen abzukoppeln.

2. Erhöhung der Entlohnung von Lehraufträgen auf 1080 Euro pro Semester
Die einmalige Entlohnung eines Lehrauftrages soll auf mindestens 1080 Euro pro Semester (38 Euro/SWS) erhöht werden. (Das wäre bei einem Seminar mit 60 TeilnehmerInnen eine de-facto-Entlohnung von 9 Euro/Arbeitsstunde.) Die Mittel sollten von Seiten des Wissenschaftsministeriums zweckgebunden erhöht werden, um insgesamt mehr Lehraufträge zu ermöglichen und diese gleichzeitig besser zu vergüten.

3. Anerkennung von Lehrbeauftragten als Mitglieder der Universität
Nur als anerkannte Mitglieder der Universität kann für Lehrbeauftragte bspw. der Zugang zur Universitätsbibliothek oder auch zu Kita-Plätzen in der Universitätskindertagesstätte gesichert werden.

4. Planungssicherheit und Flexibilisierung bei der Vergabe von Lehraufträgen
Diese Forderung setzt voraus, dass die in Punkt 1 gestellte Forderung bereits erfolgreich umgesetzt wurde!
Mit einer größeren Planungssicherheit durch die Erteilung von mehrsemestrigen Lehraufträgen bieten sich bessere Möglichkeiten für die Kurskonzeption.
Durch eine zusätzliche Flexibilisierung der Vergabe können Kurse mit sehr hoher Teilnehmer*innenzahl bspw. zu Beginn des Semesters geteilt, im folgenden Semester erneut oder zu einem ähnlichen Thema angeboten werden.

Wir wollen kurzfristig gemäß unseres Forderungskatalogs die Situation der Lehrbeauftragten verbessern, um deren Existenz in Wissenschaft und Universität zu sichern. Langfristig wollen wir, dass möglichst viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse in feste Stellen übergehen, diese Stellen adäquat bezahlt werden und die Lehre insgesamt aufgewertet und der Forschung gleichberechtigt zur Seite gestellt wird. Hierzu bedarf es struktureller Veränderungen sowie finanzieller Unterstützung von Seiten der Verantwortlichen in Politik und Universität.

Weiterführender Link: www.intelligenzijapotsdam.de

Begründung: Wir wollen kurzfristig die Situation der Lehrbeauftragten an der Universität Potsdam verbessern, da diese, wenn sie überhaupt etwas für ihre Lehrtätigkeit gezahlt bekommen, mit einer Einmalzahlung von 504 Euro (bzw. 540 Euro im Wintersemester) für einen Kurs von 28 SWS (bzw. 30 SWS) und die zusätzlich anfallenden Vor- und Nachbereitungszeiten, Sprechstunden sowie Korrigier- und Prüfungszeiten, ebenso inadäquat wie unwürdig entlohnt werden.
Lehrbeauftragte sind zudem KEINE Mitglieder der Universität. Und haben somit unter anderem weder ein Nutzungsrecht für die Bibliothek, noch ein Wahlrecht, noch einen Anspruch auf einen Kita-Platz in der Uni-Kita.
Zudem haben sie keine Planungssicherheit, da Lehraufträge nur semesterweise vergeben werden.
Aufgrund der Unterfinanzierung und gleichzeitigen Ökonomisierung der Universitäten sind jedoch immer mehr Wissenschaftler*innen aus "wettbewerbsschwachen", das heißt von Seiten der Wirtschaft als wenig förderungswürdig erachteten (wenig drittmittelstarken) Fachbereichen, darauf angewiesen, die für die erfolgreiche wissenschaftliche Karriere unabdingbare Lehrerfahrung über Lehraufträge zu machen. Für viele gibt es schlichtweg keine andere Möglichkeit. Deshalb dürfen Lehraufträge nicht länger kapazitätswirksam sein (das heißt: steigende Zulassungszahlen nach sich ziehen), da dies meist als Argument gegen die Erteilung von Lehraufträgen angeführt wird.

Im Namen aller Unterzeichner.

Potsdam, 30.11.2010 (aktiv bis 01.03.2011)

Debatte zur Petition

Noch kein PRO Argument. >>> Schreiben Sie das erste PRO-Petition Argument

Noch kein CONTRA Argument. >>> Schreiben Sie das erste CONTRA-Petition Argument



 

Petitions-Blog

 

Petitionsbeschluss: Der Petition wurde nicht entsprochen oder überwiegend nicht entsprochen am 09.06.2011

"Der Petition der Potsdamer Lehrbeauftragten Volk und Bahn wurde am 9. Mai 2011 übrigens ,in allen entscheidenden Forderungspunkten' eine Absage erteilt. Neun Tage später bekam die Universität 15 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm ,Für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre' zugesprochen." (Thorsten Stegemann, TELEPOLIS, 06.06.2011) www.heise.de/tp/artikel/34/34859/1.html
Außerdem: "Der derzeitige Präsident der Universität Potsdam, Thomas Grünewald, sagte, dass aufgrund der hohen Sparziele das ,ideologische Dogma' der kostenfreien Bildung überdacht werden müsse." (PNN vom 8. Juni 2011) Er plädiert für die Einführung von STUDIENGEBÜHREN! (www.intelligenzijadeutschland.eu)

Die Petition befindet sich in der Beratung/Prüfung beim Empfänger am 23.05.2011

Heute haben wir auf der Homepage der Initiative unsere Reaktion auf den Brief der brandenburgischen Wissenschaftsministerin veröffentlicht. (Nachzulesen unter www.intelligenzijadeutschland.eu ; Rubrik „Petition")

Der Empfang der Petition wurde bestätigt am 20.05.2011
Referenz: Petition vom 2. März 2011 (keine Vorgangsnummer erkennbar)

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

am 10. Mai 2011 hat uns ein Antwortschreiben der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur erreicht. Wir werden es noch heute auf der Homepage unserer Initiative veröffentlichen. (www.intelligenzijadeutschland.eu)

Mit freundlichen Grüßen

die Petenten

Rückgabe des Lehrauftrags (29.03.2011)

Sabine Volk beendet ihr prekäres Beschäftigungsverhältnis als Lehrbeauftragte. Ihr Kurs im Sommersemester muss wegen unverändert widriger Arbeitsbedingungen ausfallen.

Bisher keine Reaktion des Wissenschaftsministeriums (27.03.2011)

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

bisher haben wir noch nichts von Seiten des Wissenschaftsministeriums vernommen.

Wir sollten über Konsequenzen nachdenken.

Mit freundlichen Grüßen

die Aktiven der IntelligenzijaPotsdam

Die Petition wurde eingereicht am 02.03.2011
Referenz: Tag 1

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

unsere Petition ging eben als E-Mail ans Brandenburgische Wissenschaftsministerium. Wir werden sie heute aber auch noch einmal ausgedruckt als Einschreiben an Frau Sabine Kunst schicken.

Über Openpetition kann ein Petitions-Blog eingerichtet werden. Sobald dieser aktiv ist, geben wir Bescheid.

Viele freundliche Grüße

Sabine Volk & Michael Bahn