Region: Austria
Family

Familien in der Krise - Österreich

Petition is directed to
Bundesregierung sowie Stadtrat Peter Hacker, Stadtrat Jürgen Czernohorszky und Frau Margarete Lässig (Leitung MA15)
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  1. Launched 06/07/2020
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Offener Brief an die Bundesregierung, insbesondere an Herrn Bundeskanzler Sebastian Kurz, Herrn Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Frau Familienministerin Christine Aschbacher sowie an die Stadt Wien, insbesondere Herrn Stadtrat Peter Hacker, Herrn Stadtrat Jürgen Czernohorszky und Frau Margarete Lässig (Leitung MA15)

Es ist höchste Zeit, dass die seit der COVID-19 Krise „unsichtbaren“[1] Kinder und ihre Eltern gehört werden und ihre Situation von der Politik ernst genommen wird!

Die Politik hat Kindergartenkinder und ihre Eltern in der Corona Krise seit 18. März 2020 im Stich gelassen! Abgesehen von einem Notbetrieb für “systemrelevante” Berufe gab es weder Information noch sonst eine Form von Unterstützung [3]. Diese Situation hat sich seit der Öffnung der Kindergärten vor einigen Wochen bis zur Unzumutbarkeit hin verschärft!

Familie A wird am Montagmorgen um 8 Uhr von der Kindergartenleitung darüber informiert, dass aufgrund eines Fiebervorkommens bei einem Kind am Wochenende der gesamte Kindergarten geschlossen werden muss. Es war dies die vierte Schließung innerhalb von 3,5 Wochen wobei jede zwischen 2-4 Tagen gedauert hat! Auch in diesem Fall hat es vier Tage gedauert bis das Testergebnis, welches zum wiederholten Male negativ war (!), vorliegt! Dies bedeutet einen Entfall von 10 Kinderbetreuungstagen in vier Arbeitswochen (=20 Tagen). Pflegetage sind für dieses Jahr aufgebraucht, Urlaubstage häufig auch, die Geduld der Arbeitgeber geht dem Ende zu, die Kosten für private Kinderbetreuung steigen enorm, Homeoffice ist mit Kindergartenkindern kaum oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich, Elternteile fürchten sich vor Kündigungen!

Die Unverhältnismäßigkeit der politisch verordneten Vorgehensweise und die laufende Unsicherheit ist weder für die Kinder noch für die Eltern und PädagogInnen weiter zumutbar!

Wir fordern daher:

  • Schnellere Testergebnisse: 3-4 Tage ist ein viel zu langer Zeitraum bis Testergebnisse vorliegen, von denen ganze Kindergartengruppen als auch Kindergärten und Eltern abhängig sind! Bei einem privaten Test liegt das Ergebnis in 6-7h vor – daher ist der genannte mehrtägige Zeitraum nicht zumutbar! [2]

  • Kinder mit negativem Testergebnis müssen betreut werden: Sollten Kinder negativ getestet werden, sind sie auch trotz Erkältungssymptomen unbedingt wieder im Kindergarten zu betreuen[4][5]! Jeder kann zurzeit mit Schnupfen in einem Lokal sitzen, einkaufen gehen oder ins Fitnesscenter gehen (wohlgemerkt ohne Mund-Nasen Schutz) – es steht daher in keinem Verhältnis Kinder mit diesen (häufig harmlosen) Krankheitssymptomen von der Betreuung auszuschließen.

  • Der Kindergarten muss offen bleiben bis das Testergebnis vorliegt! Da zurzeit bei jeglichem Anzeichen einer Krankheit getestet wird und die Anzahl der Testungen noch steigen wird, ist es notwendig hier eine Vorgehensweise festzulegen, welche mit Hausverstand und Besonnenheit erarbeitet wird. Es ist unumgänglich, dass die erkrankte Person isoliert wird, jedoch gibt es keine nachvollziehbare Basis dafür, dass der Kindergarten aufgrund einer Testung schließen muss. Wir fordern daher, dass die Eltern über Verdachtsfälle informiert werden, der Kindergarten jedoch offen bleibt, bis das Testergebnis vorliegt! In anderen medial bekannten Fällen wurde selbst bei positiv getesteten COVID-19 Fällen der Betrieb nicht geschlossen [8][9]. Kindergärten sind bisher keine Cluster für das Coronavirus und Kinder nicht die Hauptüberträger dieser Krankheit[6][7][10][11]!

  • Eine klare Strategie für den Herbst! Da absehbar ist, dass sich die für diese Jahreszeit unter Kindern „normalen“ Krankheitssymptome häufen werden ist eine transparente, verhältnismäßige und für alle nachvollziehbare Strategie notwendig!

Kindergartenkinder und auch ihre Eltern haben keine Lobby und werden daher von der Politik ignoriert und einer Situation ausgesetzt, die nicht mehr tragbar ist! Es liegt daher in Ihrer Verantwortung SOFORT zu handeln!

Reason

  • Jede Familie ist in einer individuellen Situation aber alle sind von denselben unverhältnismäßigen Maßnahmen der Politik betroffen.
  • Familien mit Kindergartenkindern werden seit 18. März 2020 von der Politik ignoriert und im Stich gelassen.
  • Kindergartenkinder trifft die volle Härte der politischen Maßnahmen, obwohl sie bisher keine Cluster für COVID-19 sind und auch die Kinder nicht die Hauptüberträger dieser Krankheit.
  • Homeoffice ist mit Kindergartenkindern nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen umsetzbar und die Mehrfachbelastung für Familien nicht mehr zumutbar.
  • Bei der derzeitigen Vorgehensweise im Umgang mit COVID-19 Verdachtsfällen ist mit einer Verschlimmerung der derzeitigen Situation für alle betroffenen Familien im Herbst zu rechnen.

News

  • Sehr geehrte Unterstützende der Petition "Familien in der Krise",

    wir treten diese Woche in die letzte Phase der Petition ein und haben einen Gesprächstermin mit dem Bundesminister für Gesundheit Herrn Rudolf Anschober, an welchen wir die Petition und alle Unterschriften persönlich aushändigen. Auch eine offizielle Übergabe der Unterschriften an die Wiener Stadtregierung ist geplant. Wir bedanken uns nochmals für Ihre / Eure Unterstützung!

    Mit besten Grüßen
    Verena Radinger-Peer

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    es ist unser gemeinsamer Erfolg, dass die Stadtregierung in Wien eine Richtlinie veröffentlicht hat, wonach die Kindergärten (und Schulen im Herbst) nicht aufgrund eines Verdachtsfalles schließen (wien.orf.at/stories/3058347/)! Diese Entwicklungen sind bundesweit wünschenswert! Nichtsdestotrotz sind noch Fragen offen in Bezug auf die Beschleunigung der COVID-19 Testungen und der klaren Definition von Verdachtsfällen. Unser nächster Schritt ist es, an die Adressaten der Petition heranzutreten.

    Mit Dank und freundlichen Grüßen

    PS Ein laufender Austausch findet auch in der facebook Gruppe “Familien in der Krise” statt - jedeR ist dazu eingeladen.

  • wien.orf.at/stories/3058347/

Eine rinnende Nase ohne weitere Krankheitssymptome ist für den Kindergarten schon Grund genug, ein Kind vorzeitig abholen zu lassen bzw. gar nicht zu betreuen. Mit 2 Kindern im Kindergartenalter, denen ständig die Nase rinnt, bedeutet dies aber, für ca. 2/3 des Jahres keine Betreuung zu haben, was mit einer Erwerbstätigkeit überhaupt nicht mehr vereinbar ist.

No CONTRA argument yet.

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