Gegen die Streichung von Cannabisblüten aus dem GKV-Leistungskatalog

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text of the petition

Mit dieser Petition fordern wir, von der Streichung der Cannabisblüten aus dem GKV-Leistungskatalog abzusehen. (Melanie Dolfen, Bezirksapotheken Berlin)

Die geplante der Streichung der Cannabisblüten aus dem GKV-Leistungskatalog trifft Menschen mit schwersten Erkrankungen. Sie nützt nur den Interessen von Big Pharma.
Sie wird keinen Cent sparen. Im Gegenteil werden die Kosten der GKV mit der Abschaffung der Blütentherapien, insbesondere in Palliativmedizin und Schmerztherapie, steigen. 


Hintergrund sind die alten Vorurteile der Kassen und schlecht informierter Gesundheitspolitiker:innen. Vorurteile gegen Blütentherapien, personalisierte Medizin und Apothekenarbeit. Vorurteile, die nur der Pharmaindustrie nützen. 2022 sind die Kassen noch damit gescheitert, die Cannabisblüten aus der Arzneimittelrichtlinie zu streichen. Jetzt kommen diese Pläne fast wortgleich als Sparpotential zurück. Diesmal argumentieren Gesundheitspolitiker:innen im Geist dieser Vorurteile mit Millionen. Summen allerdings, die bei den Blüten eingespart, als Mehrkosten für teurere Industriemedikamente die Haushalte der Kassen belasten werden.

Zu diesen Ressentiments gehört auch eine alte Verbundenheit mit den Logiken von Big Pharma. Medizinisches Cannabis ist in starken Maße Apothekenarbeit. Die Blütentherapien, für die aus Sicht von Forschung, behandelnden Ärzten und Patienten so viel spricht, gehen nicht durch aufwendige Industrieverfahren, sondern werden in spezialisierten Apotheken geprüft und aufbereitet.

Die ganze Härte dieses Gesetzes trifft jedoch Patientinnen und Patienten. Menschen mit schweren Leiden und Schmerzen, oft am Ende ihres Lebens. 

HINTERGRUND:

~60.000 – 65.000 
Patient:innen erstatten die GKV die Behandlungen mit Medizinalcannabis. 
~20.000 – 25.000 
von ihnen bekommen Blüten.
~6.000 – 12.000 
dieser Patient:innen werden palliativ versorgt.

Zwei Beispiele aus unserer Arbeit bei den Bezirksapotheken:

Eine junge Frau, 26, leidet seit 12 Jahren am Restless-Leg-Syndrom mit neuropathischen Schmerzen. Es ist eine Erbkrankheit. Außer den Beinen sind bei ihr auch die Arme betroffen. Sie leidet unter starken Schmerzen (auf Schmerzskala 7-8). Dagegen bekommt sie starke Opiate. Cannabisblüten nutzt sie gegen Schmerz-Durchbrüche zur schnellen Linderung (Verdampfung). Dronabinol funktioniert nicht, weil die Wirkung viel langsamer einsetzt. Offensichtlich profitiert die Patientin auch vom Entourage-Effekt der Blüten. Die Blütentherapie hat ihr geholfen, ihren Schulabschluss zu machen (mit 1,3). Ohne diese Therapie wäre daran nicht zu denken gewesen, da sie sich wegen der starken Schmerzen kaum konzentrieren konnte. Die Patientin ist ein Beispiel für eine langfristige, stabile Therapie. Ihr Cannabis-Verbrauch hat sich über Jahre nicht verändert.
Wenn die GKV die Blütentherapie nicht mehr bezahlt, muss sie auf Privatrezepte (Geschätzte Kosten monatlich: 1.850€ ) oder den Schwarzmarkt ausweichen, weil es keine Cannabis-Fertigpräparate mit vergleichbar schnell einsetzender Wirkung gibt. 

Ein anderer Patient hat eine seltene Erkrankung der Gefäße. Das sogenannte Klippel-Trenaunay-Syndrom. Mit geschwollenen Extremitäten, chronische Schmerzen, Brennen und Taubheit im rechten Arm und Bein. Konventionelle Schmerztherapien, bis hin zu Morphin, das er sich selbst gespritzt hat, haben ihm nicht geholfen. Schließlich hat er bei einem Urlaub in Niederlanden entdeckt, dass ihm Cannabis gegen seine starken Schmerzen hilft. Daraufhin bekommt er verschiedene Varianten von Medizinalcannabis verschrieben. Öle und Dronabinol haben ihm jedoch nicht geholfen. Inzwischen ist er langfristig auf eine bestimmte Blüte eingestellt. Er nimmt keine weiteren Medikamente gegen seine Schmerzen. Der Patient sagt, mit der Blütentherapie sei er wieder gesellschaftsfähig geworden. "Ich bin ein ganz normaler Mensch." Er hat eine Freundin und pflegt jetzt seine Mutter. 
Auch für ihn gilt, dass er mit der geplanten Streichung der Vergütung für Blüten auf Privatrezepte (Geschätzte Kosten monatlich: 1.160€ ) oder den Schwarzmarkt angewiesen wäre.

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