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Bild zur Petition mit dem Thema: Keine Abschiebung der Familie Wahafi/Ayoubi! No deportation of the Wahafi/Ayoubi family! Keine Abschiebung der Familie Wahafi/Ayoubi! No deportation of the Wahafi/Ayoubi family!
  • Von: Nicht öffentlich
  • An: Deutscher BundestagPetitionsausschuss
  • Region: Deutschland mehr
  • Status: Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.
    Sprache: Deutsch
  • Gescheitert
  • 494 Unterstützende
    Sammlung abgeschlossen

Keine Abschiebung der Familie Wahafi/Ayoubi! No deportation of the Wahafi/Ayoubi family!

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Wir bleiben alle - Bleiberecht überall!

Frau Hanifeh Wahafi (geb. 1986) soll zusammen mit ihren zwei Kindern – Mahdi Ayoubi (geb. 2004), Fatima Ayoubi (geb. 2006) – und ihrem Ehemann, Ishaq Ayoubi (geb. 1976) in den kommenden ca. 11 Tagen nach Ungarn abgeschoben werden. Die Familie flüchtete vor dem, von Deutschland mitgeführten, Krieg in Afghanistan. Sie floh zunächst über mehrere Zwischenstopps bis nach Griechenland. Aufgrund der katastrophalen Zustände für Asylsuchende dort, floh sie weiter nach Ungarn. Seit Mitte April befinden sie sich nun in der BRD.

Hr. Ayoubi saß fast zwei Monaten in Abschiebehaft in der JVA Nürnberg und befindet sich aktuell in München in Abschiebehaft. Ein weiterer Sohn – Ali Reza Ayoubi (12 Jahre) – befindet sich alleine in Österreich und soll von dort aus ebenfalls nach Ungarn abgeschoben werden. Familie Wahafi/Ayoubi hat seit Wochen keinen Kontakt zu ihm.

Fr. Wahafi ist dringendst auf eine kompetente und zuverlässige gynäkologische Behandlung angewiesen, da sie unter chronischen Schmerzen und Blutungen leidet. Die Notwendigkeit einer entsprechenden Operation wurde bereits von Ärzt*innen in Ungarn festgestellt. Trotz alledem hieß es, dass diese Operation in Ungarn nicht vorgenommen werden könnte, solange sie keine formale staatliche Anerkennung als Geflüchtete besäße. Der Erhalt dieser Anerkennung ist für afghanische Geflüchtete in Ungarn jedoch fast utopisch. Nach vehementem Druck unsererseits wurde Frau Wahafi nun gestern, am Montag, den 10.06.2012, operiert. Unterleibsschmerzen verbleiben.

Seitdem Hr. Ayoubi sich in Abschiebehaft befindet, ist seine psychische Gesundheit noch stärker angeschlagen – er leidet seit Jahren unter starken Depressionen. Aufgrund derer nimmt er Medikamente und muss fachärztlich untersucht werden. Dies ist unter den Umständen der menschenunwürdigen Abschiebepraxis der Inhaftierung nicht möglich.

Bei der bisherigen Prüfung der Reisefähigkeit von Hr. Ayoubi, wurde keine eingehende Begutachtung des psychischen Zustandes Hr. Ayoubis vorgenommen. Auch fand keine Übersetzung von Deutsch in Farsi statt. Eine Überstellung nach Ungarn würde also Fakten schaffen, die nicht mehr rückgängig zu machen wären. Ähnliches gilt für den Rest der Familie, für die die Bundespolizei bereits offizielle 'Reisefähigkeitsatteste' ausgestellt hat. Erst heute, nachdem die Stadt Passau über Wochen keine Krankenscheine ausstellen wollte, konnten auf erneutem Druck Fr. Wahabi und ihre beiden jüngeren Kinder einen Kinderarzt aufsuchen, wobei bei Fatima starke Neurodermitis festgestellt wurde, welche laut Kinderarzt mit dem psychischem Druck auf das junge Mädchen zusammenhängt. Mahdi wird nun zu einerm HNO-Ärztin weitergeleitet.

Bei Abschiebung nach Ungarn droht der gesamten Familie die Inhaftierung im Gefängnis, da unter der rechts-konservativen Regierung Viktor Orbáns die Inhaftierung von Geflüchteten in Gefängnissen (ohne konkrete Straftat) wieder eingeführt wurde. Dies wird ab dem 1. Juli 2013 formal rechtskräftig.

Menschen werden zufällig in bestimmten Regionen geboren und erhalten hierdurch ungerechtfertigt privilegierten Zugang zu bestimmten Staatsangehörigkeiten und somit zu Ressourcen. Afghanistan ist ein Land welches mit Deutschen Panzern, Deutschen Waffen und nicht zuletzt Deutschen Soldat*innen 'sicherer' gemacht werden soll. Wir fragen uns: 'sicherer' für wen? Welche Interessen werden verteidigt? Hier findet erneut eine militärische Intervention statt, welche von ökonomisch-politischen Interessen gesteuert wird; wie selbst der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler schon formulierte und in der Folge als Bundespräsident zurücktreten musste. Diese Intervention, an der die Bundesrepublik beteiligt ist, beeinflusst stark das Leben von Millionen von Menschen in diesem Land und zwingt sie praktisch zur Flucht.

Der Fall von Familie Wahafi/Ayoubi ist kein Einzelfall!

Wir glauben nicht an die Unterscheidung zwischen Menschen und Menschen. Wir erleben die aktuelle Asyl- und Abschiebepolitik der BRD als eine Fortführung einer schmerzvollen Geschichte von Segregation, Verfolgung und Zwangsdeportation in sicheres emotionales und materielles Elend – und schlussendlich oft auch in den physischen Tod.

Die BRD verstößt gegen jegliche von ihr formell unterschriebenen 'Menschenrechtserklärungen'. Wir stellen uns gegen die menschenverachtende Unterscheidung zwischen „Deutschen“ und „Nicht-Deutschen“ in ihrer Menschlichkeit und ihren Grundrechten!

Wir glauben daran, dass Familie Wahafi/Ayoubi die gleiche medizinische Behandlung verdient wie alle anderen Menschen in der BRD auch. Und zwar ohne danach eine Abschiebung befürchten zu müssen!

Wir unterschreiben: Bleiberecht überall - Wir bleiben alle! Keine Abschiebung von Familie Wahafi/Ayoubi!

Begründung:

Right to stay everywhere – We are all staying!

Hanifeh Wahafi (born 1986), her two children – Mahdi Ayoubi (born 2004), Fatima Ayoubi (born 2006) – and her husband, Ishaq Ayoubi (born 1976) are supposed to be deported to Hungary in the next 11 days. The family fled from the, Germany co-lead war in Afghanistan. Their route led them through several countries to Greece. Because of the disastrous conditions for asylum seekers in Greece, they continued to Hungary. They have been staying in Germany since mid-April.

Mr. Ayoubi was been held in custody pending deportation in Nuremberg for almost two months before he came to Munich to be imprisoned there. Another son, Ali Reza Ayoubi (12 years) is in Austria on his own and is also supposed to be deported to Hungary. The Wahafis/Ayoubis have not heard from him in weeks.

Ms. Wahafi urgently needs competent and reliable gynecological treatment because she suffers from chronic pain and bleeding. Doctors in Hungary have already certified that she needs surgery. According to the responsible authorities this surgery could not be performed in Hungary as long as she is not officially recognized as a rpolitical efugee. Receiving this status in Hungary though is almost utopian for refugees from Afghanistan. After we put immense pressure on the authorities Ms. Wahafi received surgery yesterday (10th June 2013). The abdominal pain still lasts.

Mr. Ayoubi has been held in custody pending deportation since 15 April 2013. His mental health has been even worse since then. He has been suffering from severe depressions for years, which is why he is on medication and requires professional care. The inhumane deportation circumstances of the imprisonment makes this impossible.

During previous checks of Mr. Ayoubi’s ability to travel, his mental state has never been examined in detail. Furthermore, there hasn't been any translation from German to Farsi. A deportation to Hungary would create irreversible facts. The same applies for the rest of the family who have already received official “travel ability attestations” by the federal police. Just today, after we put a lot of pressure on the authorities since the city of Passau did not agree to issue them medical treatment permissions for weeks, Ms. Wahabi and the two children could visit a children's doctor. Fatima was diagnosed with heavy neurodermatitis which, after what the doctor said, is caused by the psychological pressure put on the young girl. Madhi is going to be transferred to an otorhinolaryngologist.

A deportation to Hungary could lead to the imprisonment of the whole family since the imprisonment of refugees (without having committed any special crime) will be legalized from 1st July 2013 on under the right-conservative government of Viktor Orbán.

People are randomly born in particular regions and thereby receive privileged access to certain citizenships and thus to resources without any justification. Afghanistan is a country supposedly “pacified” by German tanks, guns and soldiers. We wonder: “pacified” for whose benefit? Whose interests are being defended? Once again a military intervention is taking place, motivated by political and economical interests. This was even once expressed by the former Federal President Horst Köhler who, as a consequence, had to resign from his office. This intervention severely influences millions of lives in this country and basically forces people to flee.

Hence the Federal Republic of Germany is actively contributing to forced migration.

The Wahafi/Ayoubi family is no isolated case!

We do not believe in differences between people. We experience the current asylum and deportation policy of the Federal Republic of Germany as a continuation of a history of segregation, persecution and forced deportation to definite emotional and material misery – and often also to physical death.

The Federal Republic of Germany is violating all formally signed human rights declarations. We oppose the inhumane discrimination between “Germans” and “Non-Germans” concerning humanity and basic rights!

We believe that the Wahafis/Ayoubis deserve the same medical care as all other people in Germany without fearing deportation afterwards!

Thus we sign: Right to stay everywhere – We are all staying!

No deportation of the Wahafi/Ayoubi family!

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Hamburg, 12.06.2013 (aktiv bis 18.06.2013)


Debatte zur Petition

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Petitionsverlauf