Ich bin verheiratet und Mutter von 4 wunderbaren Kindern. Unser Jüngster ist 3 Jahre und aufgrund unklarer Hirnschäden schwerstbehindert. Neben diesen Herausforderungen, die uns das Leben stellt, erleben wir wiederholt, wie sehr man für einfachste Dinge kämpfen muss.

Ich selbst bin Fachärztin für Anästhesie und Notfallmedizinerin. Auf mich wirkt die Gesetzgebung und die Praxis der Kassen oft absurd:
Betreuende sehr spezialisierte Pädiater zeigen viel Zeit und Engagement, Behandlungspläne und Verordnungen auszustellen. Sie übernehmen damit auch Verantwortung für die Entwicklung unseres Sohnes. Diese Arbeit wird dann durch einen Sachbearbeiter einer Krankenkasse für nicht notwendig erachtet und man beruft sich auf die Bestätigung eines völlig fachfremden Arztes beim MDK, der nach Aktenlage entscheidet, ohne jemals unseren Sohn gesehen zu haben, und ohne jemals selbst ein solches Kind behandelt zu haben.
Die Kompetenz der behandelnden ärztlichen Kollegen wird missachtet.

Und als Mutter schmerzt es mich jedesmal, wenn eine sinnvolle Therapieentscheidung ausgehebelt wird. Ihm werden dadurch beispielsweise Möglichkeiten zur gezielten Förderung seiner Kommunikationsfähigkeit oder Umfeldsteuerung vorenthalten.
Er macht seine Entwicklungsschritte und benötigt zeitnah entsprechende Förderung.
Zeigt man viel Hartnäckigkeit und kämpft, können dann viele Hilfsmittel erstritten werden. Aber nicht jede Familie hat immer die Kraft für monatelanges Tauziehen oder auch die Möglichkeit für juristische Auseinandersetzungen.
Das sollte bei behinderten Angehörigen auch keiner haben müssen! Denn die Versorgung mit Medikamenten, Hilfs- und Heilmittel gehört in die Hände der behandelnden Ärzte und nicht in die Verantwortlichkeit eines Sachbearbeiters der Versicherung.
Vielen Familien in Deutschland geht es so.
Die Angehörigen müssen entlastet werden und die Betroffenen selbst endlich zeitnah versorgt werden.
Das muss Deutschland können !!!

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