Wahlalter-ab-16-in-RLP

Von: Landesjugendring Rheinland-Pfalz e.V. aus Mainz

An:   Landtag in Land Rheinland-Pfalz Keine Stellungnahme

Wir fordern die Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtages auf, die politische Beteiligung junger Menschen zu stärken und eine Absenkung des Wahlalters bei Kommunal- und Landtagswahlen auf 16 Jahre zu beschließen.

Für mehr Demokratie: Gebt der Jugend eine Stimme!


Diese Petition wurde vom Landesjugendring Rheinland-Pfalz erstellt.

Im Landesjugendring haben sich die Jugendverbände als Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um gemeinsam für Kinder und Jugendliche einzutreten. Jugendverbände sind im besten und praktischen Sinne Werkstätten der Demokratie. Sie bieten jungen Menschen Beteiligungsmöglichkeiten von Anfang an und holen mit ihren Angeboten Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswelt ab. In den Jugendverbänden engagieren sich junge Menschen ehrenamtlich und in ihrer Freizeit für eine lebenswertere Gesellschaft und erreichen jährlich über 200.000 Kinder und Jugendliche. Trotzdem dürfen viele von ihnen bei den wichtigen Fragen, wer dieses Land lenken soll und wohin, nicht mitentscheiden. Das finden wir ungerecht. Wir rufen daher alle diejenigen zur Unterstützung dieser Petition auf, denen die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wichtig ist.

Nach Ablauf der Zeichnungsfrist wird die Petition mit der Zahl der UnterstützerInnen an die Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtages übergeben. Mit dieser Petition möchten wir deutlich machen, dass die Senkung des Wahlalters von vielen jungen Menschen unterstützt wird und die Politiker/-innen damit ermutigen, sich für eine gesetzliche Regelung zur Senkung des Wahlalters auszusprechen.

Weitere Informationen unter: www.ljr-rlp.de

Begründung: Kinder und Jugendliche sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Sie sind nicht nur die Zukunft unseres Gemeinwesens, sondern bereits heute wichtige Stützen der Demokratie. Neben Schule und Ausbildung ist die Mehrheit der jungen Menschen freiwillig aktiv in den unterschiedlichsten Vereinen, Verbänden und Initiativen, z.B. in kirchlichen Gruppen, beim Jugendrotkreuz, den Jugendfeuerwehren oder der Gewerkschaftsjugend. Junge Menschen setzen sich in ihrer Freizeit für den Naturschutz ein, organisieren Kulturprojekte, engagieren sich sozial und politisch.

Junge Menschen haben ein großes Interesse daran, ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten. Dies ergab eine Befragung des Landesjugendringes unter 3.600 rheinland-pfälzischen Jugendlichen. Gleichzeitig wurden aber die bestehenden Beteiligungsmöglichkeiten als unzureichend bewertet. Um junge Menschen zu beteiligen, sollten daher alle verfügbaren Instrumente genutzt werden. Dazu zählt nicht zuletzt die Absenkung des Wahlalters. So forderte auch ein Beschluss des rheinland-pfälzischen Schülerlandtages 2010 die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre. Trotzdem wird die Stimme junger Menschen in der Politik bisher überhört.

Das ist nicht überall so. In Österreich darf ab 16 gewählt werden, auch in Deutschland dürfen Jugendliche schon in einigen Bundesländern ab 16 Jahren bei Kommunal- und Landtagswahlen an die Urnen. In den Bundesländern, in denen junge Menschen mit 16 Jahren wählen dürfen, ist die Wahlbeteiligung bei Erst- und JungwählerInnen überdurchschnittlich hoch. Daran zeigt sich, dass junge Menschen sich der hohen Verantwortung bewusst sind, die mit der Ausübung des Wahlrechts einhergeht und sie auch bereit sind, diese zu übernehmen.
Wer junge Menschen für unsere Demokratie begeistern möchte, muss auf ihre Stimme hören. Eine Absenkung des Wahlalters ist deshalb ein deutliches Signal an Kinder und Jugendliche, dass die Politik sie ernst nimmt.

Eine Senkung des Wahlalters alleine reicht jedoch noch nicht aus. Damit junge Menschen ihr Wahlrecht verantwortlich ausüben können, müssen sie mehr Möglichkeiten bekommen, sich im Vorfeld umfassend zu informieren und vorzubereiten. Dazu gehört auch, dass die Politik Themen transparenter und auch für junge Menschen verständlicher darstellt. Denn wer es mit der politischen Mitgestaltung von Kindern und Jugendlichen ernst meint, muss diese auch richtig informieren und ansprechen.

Wir wünschen uns daher eine politische Bildung, die Kinder von Anfang an mitnimmt. Das Vermitteln und praktische Einüben von Demokratie muss in allen Kitas, allen Schulformen und in der außerschulischen Bildung, aber auch in den Kommunen und den Familien eine wichtige Rolle spielen. Auch die politischen Parteien diskutieren heute viel zu oft über Kinder und Jugendliche als mit ihnen, obwohl viele politische Entscheidungen von heute das Leben der künftigen Generationen nachhaltig betreffen.
Nur wenn die Jugend eine entscheidende Stimme hat, wird sie von den politischen Akteuren auch ernst genommen.

Im Namen aller Unterzeichner.

Mainz, 26.01.2012 (aktiv bis 25.03.2012)

>>> Frage an den Initiator der Petition Landesjugendring Rheinland-Pfalz e.V.

Petitions-Blog

Liebe UnterzeichnerInnen, wir haben noch kleinere Fehler im Text korrigiert und aufgrund von Nachfragen unter "Beschreibung" diese zwei Sätze über den Zweck und den weiteren Umgang mit der Petition eingefügt: "Nach Ablauf der Zeichnungsfrist wird mehr...

>>> Zum Petitions-Blog

Debatte zur Petition

PRO: Die Altersgrenze 18 ist willkürlich gesetzt, schützt aber niemanden: Politische Bildung und vor allem Verantwortung hat absolut keinen Zusammenhang mit mehr...

PRO: Die letzte Bürgerschaftswahl in Bremen hat gezeigt, dass Menschen unter 18 ihr Wahlrecht sehr ernst nehmen und sich überdurchschnittlich stark beteiligen.

CONTRA: Eine große Mehrheit der Jugendlichen unter 18 Jahren sind selbst der Meinung, dass Wählen mit 18 logisch ist und selbst noch gar nicht wählen möchten, mehr...

CONTRA: Bevor man über die Absenkung des Wahlalters nachdenkt, sollte man die politische Bildung in der Schule verpflichtend machen, früher damit beginnen und mehr...

>>> Zur Debatte


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