Volksvertreterin Christine Palten
Stellungnahme zur Petition Regionalen Grünzug bei Bensheim erhalten: Keine Bebauung der Altneckarschlingen
Bündnis 90/Die Grünen, zuletzt bearbeitet am 10.06.2026
Ich unterstütze einen Antrag im Parlament, wenn sich genügend andere Vertreter anschließen.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Fachausschuss.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Parlament/Plenum.
Ich engagiere mich als Stadtverordnete der Grünen für Bensheim, weil ich Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen übernehmen möchte. Auch für sie soll Bensheim lebenswert, naturnah und zukunftsfähig bleiben.
Bei der Diskussion um die geplanten 21 Hektar Gewerbeflächen geht es nicht um eine abstrakte Planungsanfrage. Es geht darum, ob finanzielle Vorteile den Verlust von Naturraum rechtfertigen.
Der Landschaftsraum Altneckarschlingen liegt vollständig im Regionalen Grünzug. Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis raumordnerischer Planung. Der regionale Grünzug sichert zusammenhängende Landschaftsräume, die wichtige Aufgaben erfüllen.
Die Fläche, auf der nach Wunsch von Bensheimer CDU und SPD ein Gewerbegebiet entstehen soll, ist wichtig für unser Trinkwasser. Regen versickert, Schadstoffe werden herausgefiltert und das trägt zur Neubildung von Grundwasser bei.
Die im Regionalplan geschützte Fläche sorgt für Luftaustausch und kühlt bei Hitze. Die Altneckarschlingen sind ein wichtiger Lebensraum für Mensch und Tier.
Eine dauerhafte Versiegelung führt zum weitgehenden Verlust dieser Funktionen, da Boden als nicht erneuerbare Ressource nicht wiederherstellbar ist.
Ich höre das Argument, Bensheim brauche dringend Gewerbesteuereinnahmen. Das stimmt. Aber ich halte die Schlussfolgerung für falsch. Seit der Jahrtausendwende wurden bereits rund 80 Hektar neue Gewerbeflächen geschaffen – und trotzdem stand die Stadt 2024 vor einem Haushaltsdefizit von über 42 Millionen Euro. Gewerbesteuereinnahmen brachen innerhalb weniger Jahre von rund 61,6 Millionen Euro auf knapp 19,5 Millionen Euro ein. Mehr Fläche schützt nicht vor diesem Risiko. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass zusätzliche Gewerbeflächen allein keine Garantie für stabile Einnahmen sind.
Was mich zusätzlich besorgt: Jede neue Fläche erzeugt dauerhafte Infrastrukturkosten – Erschließung, Straßen, Kanalisation, Unterhalt – unabhängig davon, wie viel Steuer später tatsächlich fließt. Wir bauen Verpflichtungen auf, die bleiben, auch wenn die Konjunktur dreht.
Ich finde es richtig, dass der geltende Regionalplan Südhessen diese Flächen schützt. Das ist keine bürokratische Hürde – das ist vorausschauende Planung für eine Region, die unter Flächendruck steht. Eine Zielabweichung würde diesen Schutz aushebeln. Ich werde das nicht mittragen.
Mir geht es nicht darum, Entwicklung zu verhindern. Es gibt Alternativen: Bestandsflächen besser nutzen, Leerstände aktivieren, qualitativ statt quantitativ ansiedeln. Das ist aufwendiger. Aber es ist der Weg, der nicht auf Kosten von Naturraum geht, den wir unseren Kindern schulden.
Naturraum ist endlich. Einmal weg, bleibt er weg. Das ist der Grund, warum ich strikt Nein sage – solange es bessere Wege gibt.