Volksvertreterin Franziska Reichel
Stellungnahme zur Petition Für den Erhalt der Stadtteilbibliotheken von Hohen Neuendorf!
SPD/Bündnis90/Die Grünen, zuletzt bearbeitet am 25.06.2026
Ich unterstütze einen Antrag im Parlament, wenn sich genügend andere Vertreter anschließen.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Fachausschuss.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Parlament/Plenum.
Die Stadtverwaltung Hohen Neuendorf plant, die Bibliotheksstandorte in Borgsdorf, Bergfelde und der Niederheide zu schließen. Was technisch nach Verwaltungsoptimierung klingt, trifft in der Realität Kinder, die keine Lobby haben, und Eltern, die keine Wahl haben.
Ich bin Stadtverordnete in Hohen Neuendorf. Und ich sage klar: Diese Schließung ist falsch.
Ich unterstütze die Entscheidung für die Stadtbibliothek im Kulturbahnhof ausdrücklich. Ein modernes, attraktives Angebot im Zentrum ist gut für unsere Stadt, und ich freue mich darüber. Aber der Kulturbahnhof iist kein Argument dafür, die Standorte in den Stadtteilen zu schließen.
An Nachmittagen, an denen Eltern arbeiten, können Kinder heute in die Bibliothek ihres Ortsteils gehen. Eigenständig und Sicher und Kostenlos. Das fällt weg, in Borgsdorf, Bergfelde und der Niederheide gleichermaßen.
Wer stattdessen die Zentralbibliothek am Kulturbahnhof nutzen möchte, muss die Bahn nehmen. Das kostet Geld, das nicht jede Familie hat. Und Grundschulkinder dürfen diesen Weg in vielen Familien nicht alleine machen.
Die Grundschule Borgsdorf hat auf ihrer Lehrerkonferenz am 22. Juni 2026 klar Stellung bezogen, stellvertretend für das, was Eltern und Lehrkräfte in allen betroffenen Stadtteilen erleben: Eine Bibliothek vor Ort schafft echten Mehrwert. Leseprojekte, Bibliotheksführerschein, Lesenächte, Recherchemöglichkeiten für Referate, das funktioniert, wenn Schule, Hort und Kita echte Kooperationspartner sind und die Bibliothek verlässlich erreichbar ist.
Borgsdorf, Bergfelde und die Niederheide sind keine Randnotiz – sie sind Teil unserer Stadt. Wer die kulturelle Infrastruktur aus den Stadtteilen abzieht und ins Zentrum verlagert, stärkt nicht die Gemeinschaft. Er hängt Stadtteile ab, die ohnehin schon längere Wege in Kauf nehmen müssen.
Das ist nicht der Weg, den ein Bürgermeister einschlagen sollte, der für alle Hohen Neuendorfer da sein will – nicht nur für die, die fußläufig zum Kulturbahnhof wohnen.
Ich fordere die Stadtverwaltung auf, die Schließung zurückzunehmen und gemeinsam mit Schulen, Hort und Kitas ein tragfähiges Konzept zu entwickeln – mit verlässlichen Öffnungszeiten, echter Kooperation und niedrigschwelligem Zugang für alle Kinder unserer Stadtteile.
| Franziska Reichel | |
|---|---|
| Partei: | Bündnis 90/Die Grünen |
| Fraktion: | SPD/Bündnis90/Die Grünen |
| Neuwahl: | 2024 |
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