Volksvertreterin Tina Lange

Stellungnahme zur Petition Erhalt der Kita Am Heiligen See - Keine Schließung ohne Transparenz und faire Kriterien

Die Linke, zuletzt bearbeitet am 04.11.2026

Ich stimme zu / überwiegend zu.
Ich unterstütze einen Antrag im Parlament, wenn sich genügend andere Vertreter anschließen.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Fachausschuss.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Parlament/Plenum.

Stellungnahme der Fraktion Die Linke zur Petition „Erhalt der Kita Am Heiligen See – keine Schließung ohne Transparenz und faire Kriterien“:

Die Fraktion Die Linke unterstützt das Anliegen der Petition ausdrücklich. Die Kita Am Heiligen See in der Seestraße darf nicht auf Grundlage eines Verfahrens geschlossen werden, das intransparent und in zentralen Punkten nicht nachvollziehbar ist.

Der seit März laufende Planungsprozess ist von Beginn an durch fehlende Transparenz geprägt. Nachfragen zum Stand der Gespräche mit Trägern und Einrichtungen blieben unter Verweis auf „laufende Verfahren“ unbeantwortet. Auch zur Gewichtung der Auswahlkriterien haben wir keine Auskunft erhalten. Die Kriterien wurden den Eltern im Juni ausschließlich als wirtschaftliche Kennzahlen vorgestellt, die zugrunde liegenden Daten waren für sie nicht nachvollziehbar.

Besonders schwer wiegt der Hinweis der Petition auf die Berechnung der Auslastung. Danach wurde für die Kita Am Heiligen See eine Kapazität von 121 Plätzen zugrunde gelegt, obwohl die gültige Betriebserlaubnis nur 90 Plätze vorsieht. Sollte sich das bestätigen, wäre die Auslastung systematisch zu niedrig berechnet worden, und die Entscheidungsgrundlage wäre fehlerhaft. Wir fordern die Verwaltung auf, die Berechnung offenzulegen und für alle Einrichtungen auf Basis der genehmigten Plätze neu vorzunehmen.

Eine Entscheidung über Kita-Standorte darf sich nicht auf Kostenkennzahlen stützen. Sie muss pädagogische Qualität, Ausstattung und die besonderen Gegebenheiten des Planungsraums gleichermaßen berücksichtigen. Dazu gehören u.a.:

Erreichbarkeit: Der Heilige See teilt den Planungsraum „Nauener Vorstadt/Berliner Vorstadt“. Die verbleibenden Einrichtungen im westlichen Teil sind aus der Berliner Vorstadt wegen der Verkehrsführung rund um die Behlertstraße und am Neuen Garten für Kinder nur schlecht erreichbar. In der Berliner Vorstadt bliebe nur eine Kita erhalten.

Trägervielfalt und Wahlrecht: Mit der Schließung würde der Träger EJF vollständig aus dem Planungsraum verschwinden. Die Verwaltung muss u.a. darlegen, wie sie die Trägervielfalt (§ 3 SGB VIII) und das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern (§ 5 SGB VIII) geprüft hat.

Besondere Qualitäten des Standorts: Dazu zählen das rund 3.000 m² große Außengelände mit altem Baumbestand, die hauseigene Küche, die drei Kitas versorgt, und das Atelier mit fest angestellter Künstlerin. Hinzu kommt der denkmalgeschützte Standort, das letzte kommunale Grundstück am See.

Die Mängel im Verfahren betreffen aber nicht nur die Kita Am Heiligen See: Auch zehn freie Träger der Stadt haben sich am 23.10.2026 gemeinsam gegen das Vorgehen der Verwaltung gewandt und kritisieren unter anderem den unbekannten Kriterienkatalog, die fehlende Beteiligung von Eltern und Arbeitsgemeinschaft sowie die öffentliche Bekanntgabe von Schließungen ohne Einigung mit den Trägern. Wir teilen diese Kritik und werden alle weiteren „Schließungsvorschläge“ der Verwaltung an denselben Maßstäben messen. Wir unterstützen die Forderung der Träger nach einer Neuerarbeitung der Kita-Bedarfsplanung in einem transparenten und echten Beteiligungsverfahren.

Wir werden der Kita-Bedarfsplanung in der vorliegenden Form nicht zustimmen und empfehlen der Verwaltung, die Beschlussvorlage zurückzuziehen. Das Verfahren muss auf rechtlich sicherer, fachlich begründeter und jederzeit nachvollziehbarer Grundlage neu gestartet werden. Maßstab sind dabei die rechtlichen Bewertungen und die Stellungnahme der zehn Kita-Träger vom 23.10.2026. Für den Erhalt der Kita Am Heiligen See setzen wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln ein.

Stellungnahme zur Petition Sichert die Zukunft der Biosphäre Potsdam - Der Ort für Bildung, Wissenschaft und Nachhaltigkeit

Die Linke, zuletzt bearbeitet am 07.02.2025

Ich stimme zu / überwiegend zu.
Ich unterstütze einen Antrag im Parlament, wenn sich genügend andere Vertreter anschließen.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Fachausschuss.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Parlament/Plenum.

Als Linksfraktion werden wir um den Erhalt der Biosphäre kämpfen. Sie ist für die Anwohner:innen ein wichtiger Ort der Erholung und weit über die Grenzen Potsdams hinaus eine anerkannte Bildungseinrichtung zum Klima. Wir sehen in diesen zwei Aspekten - soziale Funktion für die Nachbar:innen eines wachsenden Stadtteils und Bildungseinrichtung - noch viel Potential, das wir heben wollen. Deswegen steht die Biosphäre, neben vielen anderen wichtigen Dingen, auf unserer Liste der Einrichtungen, die es vor den Kürzungen zu retten gilt. Zur Finanzierung all dieser identifizieren wir aktuell noch Einsparmöglichkeiten und zusätzliche Einnahmequellen im Haushalt. Dazu brauchen wir die jetzt beginnenden Ausschussberatungen

Stellungnahme zur Petition Stoppt den Turmbau in der Medienstadt – für eine maßvolle Bebauung von Potsdam-Babelsberg!

Die Linke, zuletzt bearbeitet am 03.09.2023

Ich stimme zu / überwiegend zu.
Ich unterstütze einen Antrag im Parlament, wenn sich genügend andere Vertreter anschließen.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Fachausschuss.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Parlament/Plenum.

Meine Fraktion Sozial.DIE LINKE Potsdam unterstützt die Petition „Stoppt den Turmbau in der Medienstadt – für eine maßvolle Bebauung von Potsdam-Babelsberg!“ der Anwohner-Initiative „Medienstadt Babelsberg“.

Die Fraktion Sozial.DIE LINKE Potsdam hat sich wiederholt kritisch zum überdimensionierten investorengetriebenen Bauvorhaben auf dem Gelände an der Großbeerenstrasse/August-Bebel-Straße geäußert. Besonders der geplante Büroturm mit einer Höhe von über 60m stößt in dieser Dimensionierung bei uns auf Kritik und Unverständnis.

Meine Fraktion fordert eine sozial-ökologische maßvolle Entwicklung des Quartiers und hat frühzeitig auf die erhöhte Verkehrsbelastung (zusätzlicher Bedarf an Parkraum, ungeklärte Straßenführung, Lärm- und Feinstaubbelastung, Rückstaus im Umfeld etc.), aber auch auf den Druck auf die soziale Infrastruktur (bezahlbarer Wohnraum, Kita- und Schulplätze, Aufenthaltsräume für die 5.000 Personen etc.) hingewiesen.

Bisher sind sowohl der Investor als auch die Stadtverwaltung den von der Fraktion geforderten Nachweis auf Machbarkeit und eine sozial-verträgliche Quartiersentwicklung schuldig geblieben.
Auch der Bedarf an der hohen Anzahl an Arbeitsplätzen vor Ort (mehr als 5.000 Arbeitsplätze sollen zusätzlich entstehen) ist nicht nachvollziehbar.

Das Bauvorhaben muss sich städtebaulich, verkehrstechnisch und sozial machbar sowie sinnvoll in das Quartier Medienstadt Babelsberg einfügen.
Daher fordert meine Fraktion neben dem laufenden B-Planverfahren die Erstellung eines Quartierskonzeptes, welches die Verträglichkeit des Vorhabens im Quartier nachweist. Weiterhin sollen bei dem Bauvorhaben die ökologischen Aspekte (energetische Aspekte, nachhaltige Materialien etc.) ein noch höheres Gewicht bekommen. Denkbar und wünschenswert dafür wäre ein Wettbewerb um das ökologischste Baukonzept, welches auch das beste Verkehrskonzept und Durchwegungskonzept für den Standort beinhaltet.

Der Turmbau zu Babel (-sberg) ist wie die Antwort auf eine Frage, die keiner gestellt hat. Hier soll ein vollkommen überdimensionierter Bau entstehen, der in seiner Größenordnung erhebliche Probleme aufwirft und Einfallstor zu weiteren „Prestigebauten“ werden könnte.

Tina Lange
Partei: Die Linke
Fraktion: Die Linke
Neuwahl: 2024
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