Region: Potsdam
Construction

Stoppt den Turmbau in der Medienstadt – für eine maßvolle Bebauung von Potsdam-Babelsberg!

Petition is directed to
Bauausschuss & Stadtverordnetenversammlung Potsdam
2,147 Supporters 1,710 in Potsdam
106% from 1,600 for quorum
  1. Launched January 2022
  2. Time remaining > 3 months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision

I agree to the storage and processing of my personal data. The petitioner can see name and place and forward this information to the recipient. I can withdraw my consent at any time.

Mitten in Babelsberg zwischen Filmstudios, Schulcampus und Wohnsiedlungen soll ein gewaltiger und völlig überdimensionierter Bürohochhaus-Komplex entstehen. Geplant wird mit 300 Mio. € Baukosten, mehr als 60 Meter Höhe und 5.000 Arbeitsplätzen. (1)

Das wäre eines der größten Büro-Bauvorhaben im Land Brandenburg (2). Nur 14 Tage sind zwischen der Vorstellung im Bauausschuss und der Festlegung auf diesen Entwurf vergangen (3), die Suche nach Alternativen und somit der besten Lösung für Potsdam ist von der Stadt offensichtlich nicht gewünscht. Über Jahrzehnte entwickelte Bauleitplanung und damit geltendes Baurecht wird konterkariert.

Unterstützen Sie uns mit Ihrer Stimme, den Bau zu stoppen, um im Gegenzug eine bedarfsgerechte, integrative und ökologische Bebauung für Babelsberg möglich zu machen!

Die Bebauung muss sich an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten. “Als Bürgermeister werde ich dafür sorgen, dass wir Potsdamerinnen und Postdamer das Tempo bestimmen und nicht die Investoren” (4). Genau mit diesem Statement hat Mike Schubert (OB Potsdam, SPD) vor seiner Wahl geworben. Dies sollte die Leitline für eine umsichtige und bürgernahe Stadtentwicklung werden.

Für ein Projekt dieser Größenordnung müssen die folgenden Themenfelder in den Fokus der Diskussion rücken:

(a) Tansparente öffentliche Willensbildung

(b) Adäquate Bedarfsanalyse

(c) Infrastruktur und Stadthaushalt

(d) Ökologie und Nachhaltigkeit

(e) Einbettung in das Quartier

Reason

(a) Transparente öffentliche Willensbildung - Kein Investoren-getriebenes Verfahren

Das städteplanerische Verfahren, welches die Abwägung unterschiedlicher Interessen zu berücksichtigen hat, wird komplett auf den Kopf gestellt. Es hat keine öffentliche Willensbildung stattgefunden, die eine Änderung des Bebauungsplans in dieser Größenordnung rechtfertigt (5). Auf Basis nicht realitätsgetreuer Darstellungen durch das Büro Libeskind (Stichwort: "Babelsberg hat keine Hochhaus-Skyline wie New York" (6)) hat der Bauausschuss entschieden, dass es keinen Architektenwettbewerb geben soll. Dieses Vorgehen steht in klarem Widerspruch zur Kooperationsvereinbarung (7) von SPD, GRÜNE und LINKE. Es braucht alternative Vorschläge, damit die für Potsdam beste Lösung gefunden werden kann!

(b) Adäquate Bedarfsanalyse – mehr Wohnraum wird benötigt

Ein Bedarf für 5.000 Arbeitsplätze im Bereich Medien und Wissenschaft existiert am Standort Babelsberg selbst nach den Erhebungen der Verwaltung nicht! Das „Stadtentwicklungskonzept Gewerbe 2030“ (8) geht von nur ca. 2.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen bis 2030 für Wissenschaft, IT und Medien in ganz Potsdam aus. Was Potsdam dringend benötigt, ist bezahlbarer Wohnraum zur Vermeidung weiter stark steigender Mieten. Das aktuelle Konzept berücksichtigt dies in keiner Weise!

(c) Infrastruktur und Stadthaushalt – Investitionskosten in Millionenhöhe für die Stadt?

Durch die Schaffung des Gebäudekomplexes wird es zu einer Erhöhung des Verkehrs kommen. Die heutige Infrastruktur am Standort ist dafür nicht ausgelegt (Straßen, ÖPNV mit DB-Regionalverkehr, Buslinien, aber ohne Tramanbindung und fehlende Kitas & Schulen). Des Weiteren würden 5.000 neue Arbeitsplätze einen erheblichen Zuzug nach sich ziehen und die Nachfrage nach Wohnraum zusätzlich steigern. Die Stadt wäre gezwungen, in den nächsten Jahren stark in die öffentliche Infrastruktur zu investieren und zwar aufgrund der angespannten Haushaltslage wohl zu Lasten anderer wichtiger Projekte.

(d) Ökologie und Nachhaltigkeit – kein Gebäude für das 21. Jahrhundert

Die enge Bebauung und großräumige Versiegelung der Fläche würde u.a. zur Aufhitzung des bebauten Areales und der Umgebung führen. Durch eine Unterbindung der flächenhaften Versickerung von Regenwasser käme es zur Austrocknung der oberen Bodenschichten. Aufgrund des zu erwartenden Anstieges des Individualverkehrs ist ferner mit mehr Luftschadstoffen und Lärm zu rechnen. In der Folge sind nachteilige Veränderungen des vorhandenen Ökosystems zu erwarten, beispielsweise für die vorhandenen Bäume als grüne Lunge und Lebensraum der Tier- und Insektenwelt. Darüber hinaus ist nicht bekannt, ob und wie der geplante Komplex energieautark und emissionsneutral funktionieren kann. Bei dem Komplex ist ein zukunftsorientiertes Konzept für das 21. Jahrhundert nicht erkennbar (9), obwohl Potsdam 2019 den Klimanotstand erklärt hat mit der Selbstverpflichtung, Klimaauswirkungen bei allen Beschlüssen zu prüfen. (10)

(e) Einbettung in das Quartier – ein Fremdkörper in der Umgebung

Der Komplex ist für die Medienstadt massiv überdimensioniert; das “En­semb­le könn­te an der achtspu­ri­gen A5 ste­hen und die Ein­fahrt nach Mann­heim mar­kie­ren” (11). Neubauten müssen sich nach den rechtlichen Vorgaben in die bestehende Bebauungsstruktur einfügen, das Areal der Medienstadt ist aber umgeben von Wohngebieten im Norden, Westen und Osten und von niedergeschossigen Gewerbebauten im Süden. Das Ziel, das Areal der Medienstadt nach außen zu öffnen, wird durch den Bau nicht erreicht.

E-Mail: petition-medienstadt@gmx.de

Bei einem derartigen Bauprojekt gibt es viele Aspekte, die diskutiert werden müssen. Schreiben Sie Ihre Gedanken zu den Themen Bedarf, Soziales, Verkehr, Medienwirtschaft, Umweltschutz, Finanzpolitik, Gesundheit, Stadtentwicklung, Denkmalschutz, Architektur und Bürgerbeteiligung gern in die Kommentare!

(1) BauNetz, 13.12.2021, Link.

(2) Immobilien Aktuell Magazin, 30.03.2020, Link.

(3) Vorlage - 21/SVV/1209, abgerufen am 10.01.2022, Link

(4) Zukunftsprogramm, S. 4, Link.

(5) Märkische Allgemeine vom 20.11.2021, Seite 17 / Potsdam | Potsdamer Zeitung, S. 17, Link.

(6) Potsdamer Neueste Nachrichten vom 03.01.2022, 22:30 Uhr, Link.

(7) Kooperationsvereinbarung, Potsdam, 11. September 2019, Link.

(8) Stadtentwicklungskonzept Gewerbe der Landeshauptstadt Potsdam 2030, Berlin, 17.12.2020, Link.

(9)  Vorlage - 20/SVV/0061 sowie Vorlage - 21/SVV/1209 mit den jeweiligen Anhängen.

(10) Pressemitteilung Nr. 499 vom 14.08.2019, Link.

(11) Märkische Allgemeine vom 07.12.2021, Seite 14 / Potsdam | Potsdamer Zeitung, Link.

Thank you for your support, Dirk Bumann from Potsdam
Question to the initiator

Translate this petition now

new language version

News

  • Liebe Unterstützende unserer Petition,

    am Freitag (26.8.22) findet der erste Termin des von der Stadt Potsdam geplanten Werkstatt-Verfahrens zum Libeskind-Projekt statt.
    Unter werkstatt-medienstadt.de/ kann jeder ab 18:00 Uhr die Diskussion und die Vorstellung des Entwurfs durch Daniel Libeskind mitverfolgen. Das Gremium vor Ort besteht aus Stadtverwaltung, Politik, Investoren, Medienunternehmern, dem Gestaltungsrat, BUND, der Bürgerinitiative Medienstadt und einigen anderen. Wir sind sehr gespannt, was uns erwartet und wollen die Interessen der Initiative bestmöglich vertreten!
    Es gibt eine online Chat-Funktion, in der jeder Zuschauer seine Kommentare live abgeben kann. Also DIE Gelegenheit, um Kommentare und Ideen direkt einzubringen!
    Wir... further

  • Liebe Unterstützende unserer Petition,

    wie versprochen hat die Bürgerinitiative Medienstadt zum Bebauungsplan "119 Medienstadt" Stellung genommen. Zudem haben wir Tipps und Hinweise zusammengetragen wie Sie eine eigene Stellungnahme dazu erstellen können. Bei einem Bebauungsplan sind eine ganze Reihe von Themen von Relevanz (Verkehr, Umweltschutz, Finanzen, Wohnen, etc.). Sie können bis zum 20.06.2022 mit einer Stellungnahme dazu beitragen, dass möglichst viele Perspektiven und Bedenken rund um die Bebauung der Medienstadt gehört werden. Vielen Dank im Voraus!

    buergerinitiative-medienstadt.de/stellungnahme/

    Viele Grüße
    Die Bürgerinitiative Medienstadt

Sozialer Wohnraum ist übergroßen Büroräumen vorzuziehen. Nachhaltigkeit heißt, Energie-/Ressourcenverschwendung zu verhindern. Die Bauindustrie gehört zu den größten Klimasündern¹. Umsomehr muss Bauen bedarfsorientiert sein. Man sollte die kapital-basierte Investoren-Herrschaft nicht ausweiten, inkl. Rendite aus Bürokomplexen, die zur Selbstbevorteilung einer Gruppe führt. Das könnte die Nutzbarkeit für andere Bedürfnisbefriedigung der Menschen verringern.

No CONTRA argument yet.

Why people sign

on 27 Aug 2022

Anscheinend wird hier geltenes Recht missachtet.
Außerdem, was soll das riesen Gebäude? Die Nachfrage, nach Büros wird in Zukunft ehr weniger werden.

on 27 Aug 2022

Die Bebauung muss sich an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten. “Als Bürgermeister werde ich dafür sorgen, dass wir Potsdamerinnen und Postdamer das Tempo bestimmen und nicht die Investoren” (4). Genau mit diesem Statement hat Mike Schubert (OB Potsdam, SPD) vor seiner Wahl geworben. Dies sollte die Leitline für eine umsichtige und bürgernahe Stadtentwicklung werden.
Ich denke, dass Mike Schubert dringend Unterstützung braucht, um sein Wort zu halten.

on 25 Aug 2022

Babelsberg wird schon seit geraumer Zeit sehr verdichtet und das Konzept für die geplanten Neubauten übertreibt diesen Prozess über ein sinnvolles Maß hinaus und passt sich zudem nicht in das architektonische Umfeld und den Charakter des Stadtteils ein.

on 25 Aug 2022

Nicht-privatisierter Wohnraum ist überdimensionierten Büroräumen vorzuziehen. Energie- und Ressourcenverschwendung muss aus Nachhaltigkeit verhindert werden. Die materialistische Herrschaft von Investoren sollte nicht ausgeweitet werden, einschließlich Rendite aus Bürokomplexen. Statt profitorientierte Privatisierung und Verknappung des natürlichen Lebensraums sollte dieser als gemeinwohlorientierter Gemeinbesitz fungieren, von dem auch die Einwohner einen Nutzen haben. Ansonsten kann es die Ungleichheit verstärken und damit auch die Armut. Statt einem Büroturm bietet sich eine bessere Home-Office-Unterstützung an.

Tools for the spreading of the petition.

You have your own website, a blog or an entire web portal? Become an advocate and multiplier for this petition. We have the banners, widgets and API (interface) to integrate on your pages.

Signing widget for your own website

API (interface)

/petition/online/stoppt-den-turmbau-in-der-medienstadt-fuer-eine-massvolle-bebauung-von-potsdam-babelsberg/votes
Description
Number of signatures on openPetition and, if applicable, external pages.
HTTP method
GET
Return format
JSON

More on the topic Construction

Help us to strengthen citizen participation. We want to support your petition to get the attention it deserves while remaining an independent platform.

Donate now