Im Herbst findet die fünfte selbstorganisierte bundesweite Volksabstimmung in Deutschland statt. Damit die Online-Abstimmung sicher, fair und nachvollziehbar abläuft, ist eine Verifizierung des openPetition-Kontos erforderlich. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zur Verifizierung, zur Abstimmung und Antworten auf häufig gestellte Fragen.
Warum muss das Konto verifiziert werden?
Eine demokratische Abstimmung lebt davon, dass jede Person nur einmal abstimmen kann und jede Stimme gleich viel zählt. Deshalb können an der Online-Volksabstimmung nur verifizierte Nutzerinnen und Nutzer teilnehmen. Die Verifizierung bestätigt, dass sich hinter einem Konto tatsächlich eine echte Person verbirgt. So schützen wir die Abstimmung vor Mehrfachkonten und stärken das Vertrauen in das Ergebnis.
Verifizierte Konten erhalten außerdem ein Häkchen hinter dem Namen. Dieses zeigt auch nachhaltig bei Petitionen, dass eine Unterschrift überprüft wurde.
Zwei einfache Wege zur Verifizierung
Damit möglichst viele Menschen teilnehmen können, gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Verifizierung mit dem Ausweis 📱 Erklärvideo anschauen
Wer einen Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion besitzt, kann das Konto in wenigen Minuten digital verifizieren. Benötigt werden ein Smartphone, der Personalausweis und die offizielle AusweisApp.
2. Verifizierung per Brief 📬 Erklärvideo anschauen
Alternativ kann eine PIN per Post an die Meldeadresse angefordert werden. Nach Erhalt der PIN lässt sich das Konto ebenfalls einfach verifizieren.
Über diese vier Themen wird abgestimmt
Im Herbst 2026 können Teilnehmende über vier Fragen abstimmen, die zuvor durch die Bevölkerung ausgewählt wurden:
- Prüfung eines AfD-Verbots
- Aktivrente auch für Selbstständige
- Reform des Sozialsystems anhand des Einkommens
- Abschaffung der Arbeitsverbote für Asylsuchende und Geduldete
Die Themen wurden nicht von openPetition ausgewählt, sondern in einem öffentlichen Themenvoting entschieden.
Mehr Informationen zu den Themen – und warum auch kontroverse Fragen Teil der Volksabstimmung sind – gibt es im folgenden Blogbeitrag:
👉 AfD-Verbot prüfen? Über diese vier Themen entscheidet die Volksabstimmung 2026
Warum entwickelt openPetition eine Online-Volksabstimmung?
Deutschland kennt auf Bundesebene bislang keine Volksabstimmungen. Gemeinsam mit dem ebenfalls überparteilichen Verein ABSTIMMUNG21 möchten wir zeigen, dass direkte Demokratie auch bundesweit möglich ist.
Als digitale Demokratieplattform haben wir dabei auch die technologischen Fortschritte unserer Zeit im Blick. Seit mehreren Jahren entwickeln wir deshalb eine sichere Online-Abstimmung, die den hohen Anforderungen demokratischer Wahlen gerecht wird und gleichzeitig die Teilnahme erleichtert. Wer lieber auf Papier abstimmt, kann bis zum 09.08.26 Briefunterlagen anfordern.
Jetzt verifizieren – später automatisch informiert werden
Die Verifizierung kann bereits heute erledigt werden. Die eigentliche Stimmabgabe erfolgt erst im Herbst.
Wer das Konto jetzt verifiziert, wird automatisch von uns informiert, sobald die nächsten Schritte zur Online-Abstimmung beginnen.
Zusammen gehen wir neue Wege der demokratischen Beteiligung.
Häufige Fragen zur Abstimmung
Wer kann bei der diesjährigen Volksabstimmung mitmachen?
Auch wenn wir uns am Wahlrecht für den Deutschen Bundestag orientieren, möchten wir auch Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft (aber mit Wohnort in Deutschland) ermöglichen, mitzumachen. Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit müssen ihr Konto auf openPetition vorab mit ePerso oder per Post-PIN verifizieren. Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit müssen ihr Konto vorher auch verifizieren und können dies nur durch die Post-PIN über den Briefweg tun.
Wie erreichen wir, dass die Online-Abstimmung sicher ist?
Demokratische Wahlen und Abstimmungen müssen eine geheime und gleiche Wahl garantieren können – das gilt auch dann, wenn diese online stattfinden.
opn.Vote garantiert das Wahlgeheimnis durch einen anonymen digitalen Wahlschein. Nur der Wähler kennt den digitalen Wahlschein und niemand sonst. Möglich macht das der Sicherheits-Schlüssel, der nur auf dem eigenen Gerät erzeugt wird und der nur dem Wähler bekannt ist. Der Wahlschein ist kryptografisch signiert, so dass er nicht gefälscht oder dupliziert werden kann.
Die abgegebenen Stimmen werden in einer dezentralen Blockchain, der Gnosis Chain, öffentlich und unveränderlich gespeichert. Da die Stimmen keinen Personen zugeordnet werden können, bleibt das Wahlgeheimnis gewahrt. Jeder kann seine eigene Stimmabgabe überprüfen und nach der Wahl alle Stimmen auf Gültigkeit prüfen und selber auszählen. Keine zentrale Instanz kann in die Abgabe der Stimmen eingreifen und das Ergebnis verfälschen.
Weitere Informationen zum Wahlverfahren: https://www.openpetition.de/opn-vote
Warum ist der Prozess der Online-Abstimmung zeitlich aufgeteilt?
Alles eine Frage der Sicherheit: Nur wenn zeitliche Abstände zwischen den einzelnen Schritten eingehalten werden, können wir dank modernster technischer Lösungen garantieren, dass die Grundsätze von demokratischen Wahlen stets erfüllt sind: allgemein, unmittelbar, frei, gleich, geheim.
Besonders zahlt die Zeit auf den letzten Grundsatz „geheim“ ein: Das Geheimnis liegt darin, dass jede Person ihr Wahlrecht so ausüben kann, dass nicht nachvollziehbar ist, wie sie gewählt hat.
Ich möchte nicht online abstimmen. Kann ich auch per Brief an der Volksabstimmung teilnehmen?
Die Möglichkeit zur Online-Abstimmung können wir Dank modernster, selbstgebauter Technologie anbieten. Wir wollen aber niemanden ausschließen, weswegen auch in diesem Jahr per Brief an der Abstimmung teilgenommen werden kann. Die Bestellung der Abstimmungsunterlagen ist bis zum 09.08.26 möglich. Danach kann man sich nur noch online für die Abstimmung anmelden. So können wir sicherstellen, dass keine Person doppelt an der Volksabstimmung teilnimmt.
Warum hat openPetition eine sichere Online-Abstimmungssoftware gebaut?
Eine Software für demokratische Mitbestimmung wie Wahlen oder Volksabstimmungen sollte nicht nur von großen Tech-Konzernen kommen oder in den Händen des Staates sein. Die Demokratie-Werkzeuge der Zukunft gehören in die Hände der Bürgerinnen und Bürger.
Spielen Volksabstimmungen Populisten in die Hände?
Das Gegenteil ist der Fall: Mit fairen Regeln kann direkte Demokratie Populisten den Wind aus den Segeln nehmen. Denn sie macht Politik transparenter und gibt allen Bürgerinnen und Bürgern mehr Einfluss – nicht nur denen, die am lautesten schreien. Mit unabhängigen Faktenchecks, einem Debattenformat und einer neutralen Gegenüberstellung der Positionen stellen wir sicher, dass alle objektiv informiert werden.
Aufgrund der Länge eines Verfahrens – auf Bundesebene bis zu vier Jahre – sind Volksbegehren außerdem für populistische Schnellschüsse weniger geeignet. Dafür lösen sie intensive Debatten in der ganzen Gesellschaft aus. Das bricht Blasen auf, verbreitert und vertieft die Diskussion und trägt so zur Versachlichung bei.
Generell sind Volksentscheide ein Spiegel der Gesellschaft, aber nicht verantwortlich für ihren Zustand. Die Gesellschaft kann erkennen, wie es um sie bestellt ist. Es muss nicht immer zum Volksentscheid kommen. Die Vorwirkung der direkten Demokratie sorgt dafür, dass sich die Politik mit den durchaus auch vielfältigen Interessen in der Bevölkerung auseinandersetzen muss. Direkte Demokratie hat auch eine Ventil-Funktion. Sie kann Menschen das weit verbreitete Gefühl nehmen, nicht gehört zu werden. Indem die direkte Demokratie allen Menschen ermöglicht, gestalterisch aktiv zu werden, wird mit ihr weniger auf „die da oben“ gezeigt. Mit guten Möglichkeiten, eine Volksinitiative zu starten, liegt es an jeder und jedem selbst, wie es um uns bestellt ist.
Sind die Ergebnisse der Volksabstimmung in Deutschland rechtlich bindend?
Wir stützen uns gemeinsam mit unserem Kooperationspartner ABSTIMMUNG21 auf den Artikel 20 Absatz 2 im Grundgesetz. Dort heißt es: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen […] ausgeübt.“
Eine gewisse Legitimation für die bundesweite Abstimmung gibt es also bereits. Ein konkretes Ausführungsgesetz, welches eine Verbindlichkeit garantieren würde, gibt es noch nicht. Deswegen organisieren wir die Abstimmung ja selbst.
Trotzdem kann und soll die Abstimmung nicht nur ein Signal für das Instrument der Volksabstimmung sein, sondern auch themenspezifische Wirkung entfalten.
Gemeinsam mit ABSTIMMUNG21 versuchen wir also zu wachsen und mehr und mehr Menschen bei diesem Demokratieexperiment zum Mitmachen anzuregen. Alles, was wir machen, ist spendenfinanziert.
Wenn viele Menschen nicht nur den Bundestag wählen, sondern auch bei openPetition & ABSTIMMUNG21 über ein Thema abstimmen, dann bekommt das Parlament einen klaren Handlungsauftrag.
Sind extreme Gesetzesänderungen wie “Einführung der Todesstrafe” möglich?
Nein. Wir orientieren uns an der dreistufigen Volksgesetzgebung in den deutschen Bundesländern und dem gemeinsamen Gesetzesvorschlag der Demokratie–Organisationen Mehr Demokratie, OMNIBUS für Direkte Demokratie und Democracy International. Dieser sieht vor, dass Grund– und Minderheitenrechte geschützt sind. Das wird dadurch gewährleistet, dass jeder von einer Volksinitiative ausgearbeitete Gesetzentwurf vom Bundesverfassungsgericht auf Antrag von Regierung oder Parlament auf seine Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz und Völkerrecht geprüft wird – und bei einem Verstoß gestoppt werden kann. Diese „präventive Normenkontrolle“ gibt es bereits bei direktdemokratischen Verfahren in allen Bundesländern.
Hat der BREXIT nicht gezeigt, dass Volksabstimmungen gefährlich sind?
Der Brexit taugt nicht als Beispiel für die direkte Demokratie in Deutschland. Er wurde von der britischen Regierung angesetzt und von den Parteien populistisch missbraucht. Es gab auch keine saubere Abstimmungsvorlage und keine ausgewogene Information für die Befragung. Zudem ist es beispielsweise in der Schweiz üblich, dass internationale Verträge zweimal abgestimmt werden, einmal am Anfang der Verhandlungen und einmal am Ende, wenn alle Vertragsdetails auf dem Tisch liegen.
Bisher hat sich openPetition vor allem mit Petitionen beschäftigt. Warum nun Volksabstimmungen?
Unsere Gesellschaft steht – heute und immer wieder – vor verschiedenen großen Herausforderungen. Diese lassen sich am besten gemeinsam im Dialog mit der Bevölkerung lösen. Deswegen fördert openPetition vor allem den Weg über Petitionen. Mit Instrumenten der direkten Demokratie besteht für die Zivilgesellschaft eine weitere Möglichkeit, Ideen und Konzepte zur Abstimmung zu bringen. Es ist unwahrscheinlich, dass sich Menschen 100% von einer Partei abgeholt fühlen – doch auf Bundesebene sind Wahlen die einzige Form, wo Bürgerinnen und Bürger direkt gefragt werden. Warum traut man der Bevölkerung nur alle 4 Jahre zu, der Souverän zu sein? Volksabstimmungen helfen, politische Entscheidungen abzusichern und machen sichtbar, wo es Verbesserungsbedarf gibt. So kann das Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit und in die Demokratie gestärkt werden und hilft gegen Politikverdruss.
Seit Jahren wird die gesetzliche Einführung von bundesweiten Volksentscheiden blockiert. Dabei besteht der Bedarf und repräsentative Umfragen zeigen regelmäßig, dass sich kontinuierlich mehr als zwei Drittel der Bevölkerung dafür aussprechen. Indem wir über konkrete, wichtige Themen abstimmen lassen, machen wir die bundesweite Abstimmung anschaulich und erfahrbar. Wir zeigen: Mehr Demokratie ist auch auf Bundesebene möglich!