• Änderungen an der Petition

    at 21 Apr 2020 19:56

    Rechtschreibung korrigiert
    Rechtschreibung korrigiert


    Neue Begründung: Aktuell werden schrittweise Lockerungen diskutiert und umgesetzt. Die Erfordernisse von jungen Familien werden dabei völlig ausgeklammert. Es wird über vieles diskutiert, doch wie es mit der Betreuung von kleinen Kindern weitergeht, bleibt unklar.
    In den Empfehlungen der Leopoldina gibt es zu den Kitas nur einen einzigen Satz: „Da kleinere Kinder sich nicht an die Distanzregeln und Schutzmaßnahmen halten, gleichzeitig aber die Infektion weitergeben können, sollten die Kitas […] bis zu den Sommerferien weiterhin im Notbetrieb bleiben.“ Basierend darauf werden Kita-Kinder pauschal von jeglichen Überlegungen zur Lockerung des Lockdowns ausgeschlossen.
    De facto werden sich kleinere Kinder aber auch nach den Sommerferien nicht an Distanzregeln und Schutzmaßnahmen halten können. Nach Expertenmeinung (z.B. RKI) gibt es bis Jahresende keinen Impfstoff. Wie geht es dann also im Herbst weiter? Offensichtlich gibt es für junge Familien und deren Kinder keinerlei Perspektive.
    Wie wichtig Perspektiven sind, um schwerwiegende psychologische und soziale Auswirkungen abzufedern, wird in den Empfehlungen der Leopoldina betont. Die Notwendigkeiten von jungen Familien wurden jedoch in den Empfehlungen zu Kitas und Grundschulen bei weitem nicht hinreichend berücksichtigt. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe (Altersdurchschnitt > 63; 92% Männer) lässt vermuten, dass darin ein Grund für die Gewichtung der vorgeschlagenen Maßnahmen liegt. Eine objektive Basis für politische Entscheidungen stellt dies nicht dar.
    Es gibt keinerlei Vorstellungen darüber, wie Eltern der bundesweit über 2,7 Mio. Kita-Kinder ihren beruflichen Verpflichtungen mittel- und langfristig nachkommen sollen, wenn keinerlei Betreuungsmöglichkeit für deren Kinder besteht. Wenige Berufe sind als systemrelevant eingestuft, sodass für die breite Masse keine Notbetreuung in Frage kommt. Auch eine Erweiterung der Notbetreuung ist keine flächendeckende Lösung, sondern verschärft vielmehr die soziale Ungerechtigkeit. Auch bei der Umsetzung von Home-Office wird ignoriert, dass bei Kita-Kindern eine gleichzeitige Betreuung und Arbeit schlichtweg unmöglich ist.
    Dieser berufliche Ausnahmezustand ist für einen begrenzten Zeitraum bewältigbar, kann aber nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden. Zahlreiche Eltern nehmen derzeit Urlaubstage oder arbeiten nachts, um die durch die Kinderbetreuung verlorene Arbeitszeit zu kompensieren. Wir können diesen Zustand nicht endlos verlängern, ohne schwerwiegende psychische, soziale und finanzielle Folgen hervorzurufen.
    Werden nun für alle anderen die Regeln weiter schrittweise gelockert, verschärfen sich berufliche Nachteile für Eltern jüngerer Kinder.
    Kitas und Grundschulen sind nicht nur Betreuungseinrichtungen, sie haben auch einen Bildungsauftrag. Jüngeren Kindern werden gerade pädagogische Angebote entzogen, die bisher als unerlässlich für ihre Entwicklung galten. Stattdessen leben sie über einen langen Zeitraum völlig abgeschnitten von sozialen Kontakten, verpassen Lerngelegenheiten und damit wichtige Entwicklungsschritte. Je länger der Lockdown, umso gravierender die Auswirkungen für das frühkindliche Lernen. Besonders betroffen davon sind sozial schwache Familien und Familien mit Migrationshintergrund.
    3,7 Mio. Kleinkinder werden gerade kommentar- und alternativlos in die soziale Isolation verbannt. Die langfristigen Auswirkungen einer monatelangen Isolation werden nicht hinterfragt. Kinder brauchen viel Bewegung. Spielplätze sind seit Anfang des Lockdowns alternativlos geschlossen. Das Familienleben muss vielfach in engen Wohnungen organisiert werden und birgt höhere Konflikt- und Belastungspotenziale, die auch zu Gewalt führen können.
    Zudem ist aktuell unklar, ob Kinder signifikant zur Verbreitung des Virus beitragen und ob Kita-Schließungen wesentliche Faktoren bei der Eindämmung der Pandemie waren. Die bisherigen Studien dazu sind widersprüchlich. Eindeutiger ist hingegen, dass Kinder äußerst selten schwere Krankheitsverläufe erleben. Die Öffnung von Betreuungseinrichtungen dogmatisch auszuschließen ist daher nicht nachvollziehbar; insbesondere angesichts des Fehlens jeglichen Konzeptes für berufstätige Eltern.
    Vielen Dank an Birgit Seidl-Bisani, dieser Text wurde in überwiegen überwiegend von der Petition in Bayern übernommen.
    Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Carolin Schneider

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 9 (9 in Thüringen)

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