Petition richtet sich an:
Edeka Gruppe
Eine Zusage an den Edeka Verbund. Ich esse auch nicht formschöne Lebensmittel und ich zahle auch den gleichen Preis dafür. Sogar mehr würde ich dafür bezahlen, aber dazu weiter unten. Kein Lebensmittel, dass nur an ungewöhnlicher Form leidet gehört in die Tonne!
Laut letzten Erhebungen (nachzulesen bei der Verbraucherzentrale) werden jährlich in Deutschland 1,4 Millionen Tonnen Lebensmittel zu Abfällen. Diese erschreckende Zahl erzählt aber nicht die Wahrheit: In der Landwirtschaft gelten pflanzliche Produkte erst nach der Ernte und in der Tierhaltung tierische Produkte erst nach der Schlachtung als Lebensmittel. Die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) schätzt die Ausfälle bei Ernte und Sortierung in der EU auf 25%! Diese Zahl ist also auf die 1,4 Millionen Tonnen noch zu addieren.
Ein Grund für diese Verschwendung sind die Qualitätsanforderungen des Handels, der Hersteller und der EU.. Völlig unsinnigerweise regeln diese Qualitätsanforderungen nicht Ernährungsqualität, oder Geschmacks- und Inhaltsstoffe, sondern ihre äußeren Erscheinungsmerkmale. Dabei sind die "inneren" Werte der Lebensmittel, das einzige was ihren Wert ausmachen sollte. Was nützt mir die schönste Möhre mit schlechteren Werten für Vitamine und Mineralien? Welcher Deutsche würde sich ein Auto kaufen, dass von außen zwar schick ist, aber nur 15 PS und Holzsitze hat?
Da dies unumgänglich ist, stelle ich hier die Schuldfrage: Wer hat denn nun Schuld an der Misere? Der Einzelhandel? Die verarbeitende Industrie? Oder gar die EU? Leider müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Im Endeffekt reagiert der Handel immer auf Nachfrage. Die hat ergeben, dass das unschöne Lebensmittel nicht gekauft wird und zum Schluss entsorgt wird. Der Verbraucher hat die Situation selbst verschuldet.
Der andere Verschwensungsgrund liegt in der Preisgestaltung. Stellen wir uns mal kurz die ideale Welt vor, in dem auf einmal im Supermakrt die ganze Palette der Formschönheit der Natur angeboten. Keine Verschwendung mehr der 1,4 Millionen Tonnen Lebensmittel, keine 25% Verlust durch Ausfälle bei Ernte und Sortierung. Die Folge: Das totale Überangebot im Markt! Der Preis sinkt! Wir Abnehmer freuen uns. Die Wahrheit dahinter wäre aber: Der Landwirt bekommt nicht mehr genug Geld für seine Ware, es ist für ihn günstiger die Lebensmittel auf dem Feld unterzupflügen, an Biogasanlagen zur Energiegewinnung zu liefern oder an die Schweine zu verfüttern. Der Preis rechtfertigt die Weiterverarbeitung und den Transport nicht mehr. Dies passiert übrigens schon im Rahmen von saisonalen Angeboten, sprich immer wenn in Deutschland etwas von sich aus in der Natur wächst und nicht importiert werden muss. Nun ist die Biogasanlage und die Verfütterung natürlich nicht zwingend eine Verschwendung, aber zumindest doch eine Entwertung der aufwändig hergestellten Lebensmittel.
Zurecht ist die Frage nun, was können wir denn tun wenn beide Optionen zur Verschwendung oder Entwertung des Lebensmittels führen?
Zm Glück ist die Zeit im Wandel, die Sensibilität, auch für dieses Thema ist gestiegen. Ich bin mir sicher es gibt mehr Verbraucher die denken wie ich. Ich zahle auch gerne mehr Geld für Lebensmittel. Schließlich wird in Deutschland immer noch nicht einmal ein Zehntel aus dem Haushaltsbudget für Lebensmittel ausgegeben. Ich gehe daher hoch motiviert zum Einkaufen. Da kommen wir aber zum Problem, ich bekomme die "unschöne Ware" nicht mehr angeboten im Supermarkt. Dort wo der Massenkonsum statt findet hat der Verbraucher gar nicht mehr die Wahl!
Daher mein Aufruf an den Edeka Verbund und alle die sich anschließen wollten: Gebt uns die Wahl zurück! Bietet an was die Natur uns anbietet! Gestaltet die Preise so, dass der Landwirt verkaufen kann und will! Am besten gebt uns keine Wahl, sortiert nicht die "schönen" und die "unschönen" auseinander. 1kg Kartoffeln sind 1kg Kartoffeln, egal welche Form.
Zeitgleich an alle die bis hierhin durchgehalten haben, zeigt durch eure Unterstützung, das ihr denkt wie ich. Schließt euch der Petition an, zeigt dem Einzelhandel, das es wieder einen Markt für diese Lebensmittel gibt!
Die Zahlen , Daten und Fakten in diesem Aufruf sind bei der Verbraucherzentrale (https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/auswaehlen-zubereiten-aufbewahren/landwirtschaft-obst-gemuese-und-kartoffeln-im-schoenheitstest-59573) und der FAO nachzulesen. Hier auch mein Dank in diese Richtung, dass ihr mich nochmal mit der Nase auf das Problem gestoßen habt. Eure Berichte bilden die Grundlage dieser Herzensangelegenheit.
Am Schluss ein kleines Bonbon aus meiner Kindheit, heißgeliebte Geschichten und des Reims wegen im Gedächtnis geblieben: Daher verzeiht mir, dass ich an dieser Stelle aus einem Micky Maus Comic zitiere. Dort stand Sinngemäß:" Ein Trugschluß ist, das verbessert wird der Speisen Güte durch schöne Tüte." Das bezog sich dort zwar auf Fast Food, passt aber so schön in diesen Kontext.
Begründung
Moderne Landwirtschaft muss ökonomisch und ökologisch sein. Verschwendung passt nicht in unsere Zeit.
Die Überproduktion hat auch ihren Anteil an unserem ökologischen Fußabdruck.