Region: Albstadt
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Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Kurt Georg Kiesinger und Umbennung des Platzes in Ebingen

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Oberbürgermeister Klaus Konzelmann
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Aberkennung der Albstädter Ehrenbürgerschaft von Kurt Georg Kiesinger und Umbenennung des ihm gewidmeten Platzes in zentraler Lage im Stadtteil Ebingen.

Benennung des Kurt-Georg-Kiesinger-Platz im Stadtteil Ebingen mit dem Namen eines im heutigen Albstädter Stadtgebiet geborenen Menschen oder eines auswärtig geborenen Menschen, der für die Gesellschaft und das Gemeinwohl in Albstadt mehr geleistet hat und der diese Würdigung durch sein oder ihr Verhalten, Schaffen oder Leiden auch verdient hat. Unverbindlich und vorbehaltlich ausführliche Prüfung schlage ich Katharina Ruopp (Tailfingen, vollkommen unschuldig zum Tode verurteiltes Justizopfer), Hugo Bertsch (Margrethausen, Schriftsteller), Hermann Essig (Truchtelfingen, Schriftsteller) oder Christian Landenberger (Ebingen, Künstler und Hochschullehrer) vor.

Aus Perspektive der Finanzierung ist eines klar: einige Straßenschilder sind zu erneuern, einige Websites und Kontaktdaten zu ändern. Das ist verschmerzbar und wird sicher von vielen Einwohner von Albstadt gerne mitgetragen.

Hauptschwierigkeit ist die schiere Notwendigkeit von Rückgrat bei den Entscheidungsträgern.

Reason

Auch wenn sich der in Ebingen geborene Ministerpräsident von Baden-Württemberg und nachmalige deutsche Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger sich während der 12 Jahre NS-Diktatur auf heutigem bundesdeutschen sowie europäischem Boden sich keines unmittelbaren oder unmittelbar beweisbaren Verbrechens schuldig gemacht hat, so steht außer jedem Zweifel, dass er sich durch sein Verhalten nicht mit Ruhm bekleckert hat. Er steht stellvertretend für wohl freundlich geschätzt 90 Prozent der damaligen Bevölkerung, die einfach, wenn auch nicht immer von großer Ignoranz gezeichnet, zu den Verbrechen des NS-Regimes und ihrer vielen Handlangern geschwiegen haben. Sie haben sie, und das ist unabweisbar, geschehen lassen.

Doch es könnte nicht noch schlimmer sein. Zu seinem Verhalten hat sich Kiesinger in höchst widersprüchlichen Maß geäußert.*) Er ist damit ein Monument eines Symptoms mit dem man sich in der Bundesrepublik Deutschland immer noch nicht im ausreichenden Umfang beschäftigt. Ein solches Verhalten kann für eine Heimatstadt kein Grund sein - selbst wenn Kiesinger nachher den Weltfrieden herbeigeführt hätte -, dass sie allen Ernstes ihn weiterhin mit einer Ehrenbürgerschaft ehrt. Er ist hier geboren, er hatte das Glück vom mächtigsten von den Wählerinnen und Wählern beauftragten Organ dieses Staates zum Regierungschef (recte: Bundeskanzler) gewählt zu werden und er hat in seiner Regierungszeit wirkliche Leistung vollbracht, allerdings ist er im kollektiven Gedächtnis mittlerweile "fast" ausradiert. Wenn er den Status als Ehrenbürger behält, dann müssten andere Personen ihn postwendend auch verliehen bekommen. Selbiges gilt auch für die Benennung eines zentralen Platzes im Stadtteil Ebingen.

*) Gemeint ist hier die bisher nicht belegbare Behauptung, warum er 1933 in die NSDAP eingetreten ist. Er habe, so wörtlich, der „Rassenpropaganda entgegenzuwirken“ (Kiesinger 1989, S. 168) gehofft. Die neueste wissenschaftliche Biographie von Philipp Gassert zweifelt an dieser Aussage, vgl. Gassert 2006, S. 73f.

Literatur Philipp Gassert: Kurt Georg Kiesinger 1904–1988. Kanzler zwischen den Zeiten, München 2006. Kurt Georg Kiesinger: Dunkle und helle Jahre: Erinnerungen 1904–1958, Stuttgart 1989. Daniela Münkel: Rezension zu: Gassert, Philipp: Kurt Georg Kiesinger 1904-1988. München 2006 / Rundel, Otto: Kurt Georg Kiesinger. Sein Leben und sein politisches Wirken. Stuttgart 2006 / Gassert, Philipp; Buchstab, Günter; Lang, Peter Thaddäus (Hrsg.): Kurt Georg Kiesinger 1904-1988. Von Ebingen ins Kanzleramt. Freiburg 2005 , in: H-Soz-Kult, 01.09.2006, .

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