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Bild zur Petition mit dem Thema: Aberkennung des Georg-Büchner-Kulturpreises  für die Autorin Sybille Lewitscharoff Aberkennung des Georg-Büchner-Kulturpreises für die Autorin Sybille Lewitscharoff
  • Von: Nicht öffentlich
  • An: Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ...
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Familie mehr
  • Status: Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.
    Sprache: Deutsch
  • Gescheitert
  • 1.097 Unterstützende
    Sammelziel erreicht

Aberkennung des Georg-Büchner-Kulturpreises für die Autorin Sybille Lewitscharoff

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Aberkennung des Georg-Büchner-Kulturpreises für die Autorin Sybille Lewitscharoff wegen unwürdiger Aussagen gegen kinderlose, schwule und lesbische Paare. Die Satzung für den Büchner-Preis beinhaltet folgenden Paragraphen (in der Fassung vom 21. März 1958): »Zur Verleihung können Schriftsteller und Dichter vorgeschlagen werden, die in deutscher Sprache schreiben, durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben.« Die Aussagen der Preisträgerin in der Öffentlichkeit sind geeignet, das Ansehen homosexueller Paare sowie Menschen, die auf medizinische Hilfen der Reproduktionsmedizin zurückgreifen müssen, nicht nur zu schädigen, sondern es gleicht einer Art Patienten-Bashing, das so keinesfalls unwidersprochen stehen bleiben darf. Frau Sybille Lewitscharoff hat dadurch bewiesen, dass sie dieser Ehrung absolut nicht würdig ist, denn nicht nur die Form und die Anwendung von Sprache in eloquenter Art und Weise, sondern gerade der Inhalt und das transportierte moralische Gedankengut sind ein Bewertungsmassstab, ob ein Autor einer Ehre würdig ist oder nicht.

Begründung:

Die Petenten fordern von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Glückert-Haus Alexandraweg 23 D-64287 Darmstadt die verleihende Jury über die Aussagen der Autorin in Kenntnis zu setzen und eine Aberkennung des Kulturpreises zu initiieren.

Zu den Gründen hier einige Pressestimmen: www.taz.de/Rede-von-Sibylle-Lewitscharoff/!134309/ offener Brief

von Robert Koall

Sehr geehrte Frau Lewitscharoff,

als Chefdramaturg des Staatsschauspiels bin ich mitverantwortlich für Ihre Einladung nach Dresden – was eine öffentliche und kritische Antwort auf Ihre Rede eher ungewöhnlich machen mag. Aber lieber verletze ich die guten Sitten und Gebräuche der Gastgeberschaft als Ihnen nicht zu widersprechen. Ich fühle mich durch Ihre Worte zu sehr persönlich getroffen. Nach der Rede im Foyer ließ sich feststellen, dass ich mit dieser Einschätzung nicht alleine bin. Im Übrigen weiß ich, dass Sie Einspruch schätzen.

In Ihrer Einleitung hatten Sie am Sonntag mit einem feinen Lächeln vorgewarnt und um Entschuldigung dafür gebeten, dass es heute wohl nicht gelingen werde, der Rede „durch Scherze und ein kleines Fluten der Ironie eine gewisse Leichtigkeit zu verschaffen“. Die Rede sei ernst. Nach dem Vortrag lässt sich ­sagen, dass „ernst“ nicht das richtige Wort war. Welcher Ausdruck wäre besser? Menschenverachtend? Gefährlich?

Im ersten Teil ihres Vortrags widmeten Sie sich dem Tod und dem Sterben. (:::)

Danach jedoch ging es um das menschliche Leben und seinen Beginn. Und erstaunt musste ich feststellen: Eine der meistbeachteten deutschen Schriftstellerinnen pflegt öffentlich ein Menschenbild, das Verklemmung mit Verachtung paart. Ein beängstigendes Menschenbild.

Sie, Frau Lewitscharoff, um es mal zusammenzufassen, plädieren für die Kopulation. Die lassen Sie gelten. Zwischen Mann und Frau natürlich. Das ist der einzige Weg zur Menschentstehung, den Sie akzeptabel finden. Leihmutterschaft aber ist Teufelswerk, und Onanie mögen Sie auch nicht, wie Sie uns wissen lassen. Ein „Onanieverbot“ erscheint Ihnen „weise“. Vor allem die Abgabe von Samen zum Ziele der künstlichen Befruchtung ist Ihnen „nicht nur suspekt“, sondern Sie finden sie „absolut widerwärtig.“

Und was folgt für Sie daraus? Dass Menschen, die auf künstlichem Wege gezeugt wurden, nicht menschlich sind. Sondern monströs: „Der eigentliche Horror resultiert für mich dabei [...] aus den Methoden, auf künstlichen Wegen eine Schwangerschaft zustande zu bringen. Frau Doktor und Herr Doktor Frankenstein, die weithin geschätzten Reproduktionsmediziner, haben ein sauberes Arztkittelchen an und werkeln nicht mit brodelnden Glaskolben und in einer mit giftigen Dämpfen erfüllten mittelalterlichen Bogenhalle. Es geht dabei sehr rein und fein und überaus vernünftig zu. Der Vorgang selbst ist darum nichts weniger als abscheulich.“

Diejenigen, die hier einwenden mögen, dass die Reproduktionsmedizin ein Segen für Menschen mit unerfüllbarem Kinderwunsch ist und ein Segen für die Kinder, die ihre Existenz nur dieser Wissenschaft verdanken, werden von Ihnen brüsk belehrt: „So simpel können nur Menschen denken, die auf die psychische Bedeutung von Ursprungskonstruktionen noch nie einen Gedanken verschwendet haben. Wie verstörend muss es für ein Kind sein, wenn es herausbekommt, welchen Machinationen es seine Existenz verdankt.“

Diesem Vortrag ist nichts hinzuzufügen. Wir bitten darum, solchem Verhalten mit aller Deutlichkeit entgegenzutreten, denn nicht alles, was populistisch genug ist, um Buchverkäufe anzukurbeln, ist auch moralisch und ethisch vertretbar. In "Leitfaden Reproduktionsmedizin" wird deutlich, wieso Paare die Hilfe von Reproduktionsmedizinern in Anspruch nehmen, welche Schicksale sich dahinter verbergen. Gerade die Einzelschicksale von Paaren, sei es der Verlust eines Kindes, geschädigtes Erbgut oder sonstige Gründe, sind oftmals auch massgebliche Gründe, die Ehen zum Scheitern bringen oder Menschen verzweifeln lassen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Köln, 07.03.2014 (aktiv bis 06.05.2014)


Debatte zur Petition

PRO: Ich möchte zum guten Text der Petition hinzufügen, dass die Preisträgerin nicht nur auf Hilfe der Reproduktionsmedizin angewiesene Paare verurteilt. Noch dazu bezeichnet sie die mit Hilfe medizinischer Unterstützung entstandenen Kinder als "Halbwesen" ...

PRO: wer sich mittels eines persönlichen Angriffs meint, über andere erheben zu können, dem fehlen in der Regel echte Argumente. Niemand muss eine gute Schulbildung haben, um generell gut und bóse unetrscheiden zu können. Toleranz gegenüber Menschen, die sich ...

CONTRA: Tatbestand der Volksverhetzung!? Genau deshalb kann man solche Petitionen nicht ernst nehmen. Wer hier seine Meinung verbreitet, sollte über ein gewisses Maß an schulischer Bildung bzw. geistiger Reife verfügen. Es sei denn, man will sich unbedingt lächerlich ...

CONTRA: Und wieder jamnden am Pranger der Gutmenschen. Also gibt es kein recht auf Meinung, wenn sie der Schwulen/ Lesbenlobby nicht entspricht! Ein Hoch auf den neuen Meinungsfaschismus.!

>>> Zur Debatte



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