Ärzte - Umstellung des Humanmedizinstudiengangs auf europäischen Standard (Bachelor und Master)

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Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags
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Dies ist eine Online-Petition des Deutschen Bundestags.

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Umstellung des Humanmedizinstudiengangs auf europäischen Standard (Bachelor und Master) und Abschaffung des Praktischen Jahres als Teil des universitären Studiums

Reason

Die jetzige Organisation des Humanmedizinstudiums und seiner Prüfungsleistungen steht im starken Kontrast zu den modularisierten Prüfungsformen der europäischen Nachbarländer, die erfolgreich ihre Studiengänge komplett umgestellt haben. Der Vorteil liegt nun in der Zweistufigkeit mit der Verleihung zweier Abschlüsse, die aufbauend den Weg in eine Forschungsorientierte Medizin ermöglichen. Alternativ stehen zu einem späteren Zeitpunkt auch Wege offen als Naturwissenschaftler in den Master Medizin einzusteigen. Mit dem Erhalt des Bachelors (180 ECTS) ist es Studierenden der Medizin dann auch möglich im europäischen Umfeld in den Master of Medicine (120 ECTS) einzusteigen oder die Zulassung in medizinnahen Masterprogrammen wie z.B. Biomedizin, molekulare Medizin, Neuroscience, Medizinphysik, Mediziningenieurwesen oder Epidemiologie zu erhalten. Die derzeitige Situation führt dazu, dass Universitäten wie Heidelberg Umrechnungstabellen vorhalten, die die Studienleistungen des Staatsexamenstudiengangs in das ubiquitär vorkommende ECTS System transferieren. Diese Studienleistungen werden aber ohne die Verleihung eines Bachelorabschlusses nicht anerkannt. Studierenden, die viele Semester Medizin studiert haben, ist somit die Wahl eines konsekutiven Studiengangs verwehrt. Viele Absolventen des Humanmedizinstudiengangs (etwa 50%) arbeiten allerdings später nicht in der klinischen Medizin. Eine 6-jährige, ununterbrochene medizinische Ausbildung lässt keinen Freiraum zu auch mit weiteren späteren Tätigkeitsfeldern in Kontakt zu treten. Die Petition nimmt sich zum Ziel das seit Jahrzehnten in seiner Struktur unveränderte Medizinstudium zu entschlacken und den weiten Tätigkeitsfeldern heutiger Absolventen des Faches anzupassen. Nur ein zeitgemäßes und differenziertes Medizinstudium ermöglicht es auch zukünftig weltweit in der Spitzenforschung und Gesundheitsversorgung mitzuhalten. Analog zu Laufbahnstudiengängen in Lehramtsfächern, im Bereich Jura oder der Pharmazie, die das Referendariat nach dem universitären Studium ansiedeln, würde sich die Situation vieler Medizinstudenten deutlich verbessern, die das durch Tertiale gekennzeichnete Praktische Jahr ohne finanzielle Entlohnung bestreiten. Die Situation im Praktischen Jahr ist bereits vielen Studenten und Gewerkschaftlern aufgestoßen, da häufig keinerlei Lehre stattfindet, die den Status des Studenten noch rechtfertigen würde. Die dringend erforderliche Reformierung des Medizinstudiums sollte die völlig inkompatiblen Studiensysteme in der European Higher Education Area (EHEA) berücksichtigen und ein diversifiziertes Grund- und Aufbaustudium bieten, das mehr Wege bietet als einzig die verschulte Ausbildung zum Patientenbett. Bachelor und Master bieten mit ihrer anderen Prüfungsstruktur noch dazu eine Abwendung von inhumanen "Riesenprüfungen" wie dem früheren Hammerexamen und dem jetzigen klinischen Staatsexamen.

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