Regionas: Vokietija
Sveikata

Ambulante Ernährungstherapie in Gefahr

Peticija nagrinėjama
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
3.341 rėmėjai 3.320 į Vokietija
7% 50.000 kvorumui
  1. Pradėta 2020.12.12
  2. Rinkimas vis dar 7 savaites
  3. Pateikimas
  4. Dialogas su gavėju
  5. Sprendimas
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„Wir sehen die ambulante Ernährungstherapie in Gefahr“

Mit großer Sorge um die künftige Qualität der ambulanten Ernährungstherapie und -beratung betrachten wir Diätassistent*Innen, Dipl. Oecotropholog*Innen und Ernährungswissenschaftler*Innen die Tendenz vieler Krankenkassen und in der gesundheitspolitischen Entwicklung, Patienten ambulante Ernährungstherapie in Präsenz mehr und mehr zu verweigern, und stattdessen ausschließlich App-gestützte Online-Beratungen finanziell zu unterstützen – ein Vorgehen, dass aus unserer Sicht die Qualität der Therapie und das Wohl der Patient*Innen gefährdet. Ausdrücklich nicht gemeint sind hier so genannte DiGA`s, Digitale Gesundheitsanwendungen.

Patient*Innen müssen aus unserer Sicht auch künftig im Rahmen einer ärztlich angeordneten/verordneten Ernährungstherapie selbstbestimmt zwischen persönlicher Präsenz- und digitaler Durchführung wählen können, ohne dass diese Entscheidung von vorwiegend wirtschaftlichen Überlegungen der Krankenversicherungen bestimmt wird.

Krankenkassen tendieren neuerdings immer häufiger dazu, ernährungstherapeutische Maßnahmen nur dann noch finanziell zu unterstützen, wenn eine App-gesteuerte Beratung in Anspruch genommen wird. Persönliche Präsenzberatungen durch externe, freiberuflich tätige Diätassistent*Innen, Dipl. Oecotropholog*Innen und Ernährungswissenschaftler*Innen sollen offensichtlich gar nicht mehr, und ernährungstherapeutische Maßnahmen nur noch in Ausnahmefällen (auf Einzelfallprüfung) ohne derartige App-Steuerung stattfinden. Die Kosten, auch anteilig, würden demnach nur noch bei Inanspruchnahme App-gesteuerter Beratungen bezuschusst. Videosprechstunden mit ambulant tätigen Fachkräften würden künftig nur dann noch finanziell unterstützt, wenn die Ernährungsfachkräfte diese Beratungen über angeschlossene Firmen, die den Krankenversicherungen diese (preiswerten) digitalen Therapieprogramme zur Verfügung stellen, anbieten.

Ambulante Ernährungstherapie darf nicht zum Sparschwein der Kassen werden

Es darf nicht sein, dass Patient*Innen künftig, unabhängig von ihrem jeweiligen Krankheitszustand, in einem bereits kostenintensiven Krankheitsprozess, finanzielle Unterstützung nur dann erhalten, wenn sie ambulante ernährungstherapeutische Beratungen ausschließlich über App-gesteuerte Beratungen in Anspruch nehmen. Krankenkassen dürfen aus unserer Sicht nicht nur aus eigenem, offensichtlich vorwiegend wirtschaftlich motiviertem Interesse heraus Patienten*Innen in App-gesteuerte Programme drängen, deren Evidenz und Wirksamkeit teilweise noch gar nicht belegt bzw. für die meisten ernährungs(mit)bedingten Erkrankungen nicht erwiesen ist. Die finanzielle Unterstützung elementarer ernährungstherapeutischer Behandlungsmaßnahmen auf der Basis ernährungsmedizinischer bzw. ärztlicher Anordnung/Verordnung darf nicht ausschließlich von Netzwerk-gestützten Ernährungs-App-Programmen abhängig gemacht werden.

Online- bzw. App-gestützte Beratung: Die Qualität muss stimmen

Grundsätzlich begrüßen wir als qualifizierte Ernährungsfachkräfte den zum Teil längst überfälligen digitalen Wandel im Bereich der Ernährungstherapie und -beratung. Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, dass digitale Formen von Beratung und Schulung über Datenschutz-konforme Medien den Beratungsalltag aller Diätassistent*Innen, Dipl. Oecotropholog*Innen und Ernährungswissenschaftler*Innen und auch der Klienten*Innen/Patienten*Innen erweitern, bereichern und teilweise vereinfachen. Voraussetzung dafür ist aus unserer Sicht jedoch, dass die digitalen Angebote zum einen nicht aus wirtschaftlichen Gründen, zur großflächigen Streichung der ambulanten Präsenzberatung seitens der Kassen missbraucht werden und zum anderen, dass die Qualität dieser Maßnahmen gesichert ist:

  • Beim Einsatz solcher digitalen Angebote muss zunächst von der technischen Seite her zwingend eine entsprechende Qualitätssicherung gewährleistet sein. Dem „Wildwuchs“ an Plattformen und Apps, die z.B. während des ersten Lockdowns der Corona-Pandemie 2020 aufgetaucht sind, muss Einhalt geboten werden in dem Sinn, dass ausschließlich Tools bzw. Apps zertifizierter Videodienstanbieter verwendet bzw. zugelassen werden sollten.
  • Wir brauchen eine Definition von Qualitätsanforderungen in der modernen persönlichen und digitalen Ernährungstherapie, um einerseits auch künftig die Patientenversorgung nach ärztlich angeordneter/verordneter Ernährungstherapie zu gewährleisten, und andererseits den Versicherten attraktive Angebote im ernährungstherapeutischen Bereich zu bieten.

Die ambulante Ernährungstherapie muss bleiben - auch als Präsenzberatung!

Wirr halten es für unverzichtbar, dass ambulante ernährungstherapeutische Präsenzmaßnahmen und -beratungen durch freiberuflich tätige, nicht bei Firmen, Netzwerken und/oder Krankenkassen angestellte Diätassistent*Innen, Dipl. Oecotropholog*Innen und Ernährungswissenschaftler*Innen für Patient*Innen von den Kassen bewilligt und bezuschusst werden.

Priežastis

So ist zum Beispiel die optimale und bekannte, klinisch orientierte Ernährungsdiagnose der Patienten*Innen, und damit überhaupt mögliche Erfassung und Überwachung von Körperdaten (u.a. Messungen der Körpergewichte, -umfänge, Handkraftmessungen, Körperanalysen, Labordaten) und deren Beurteilung im Rahmen einer persönlichen Face-to-Face-Begegnungen auch in Zukunft unerlässlich für eine effektive, effiziente und moderne Ernährungstherapie.

Es ist völlig unbestritten, dass insbesondere menschliche Kontakte den Genesungsprozess in hohem Maße positiv beeinflussen. Diesen sehen wir jedoch gefährdet, wenn künftig Institutionen entscheiden (dürfen), welcher Therapeut und welches Beratungsverfahren gewählt werden müssen. Auch sehen wir hier dadurch den Trend zu einer Zwei-Klassen-Medizin gestärkt: Wer es sich leisten kann, wählt und bezahlt Diätassistent*Innen, Dipl. Oecotropholog*Innen und Ernährungswissenschaftler*Innen selbst, wer das nicht kann, muss auf das Basisangebot der Krankenkasse zurückgreifen. Dies entspricht in unseren Augen nicht einem respekt- und verantwortungsvollen Umgang mit Menschen in Lebenskrisen. Das bereits jetzt schon absehbare „Preisdumping“, durch die derzeitigen Angebote der Krankenversicherungen, Ernährungsberatungen einzig über App-gesteuerte Beratungen kostenfrei bzw. -reduziert unterstützen zu wollen, tragen wir als Diätassistent*Innen, Dipl. Oecotropholog*Innen und Ernährungswissenschaftler*Innen nicht unkommentiert mit. Und wir wollen diese Informationen den Betroffenen auch nicht vorenthalten.

Unterstützen Sie unser Anliegen mit Ihrer Unterschrift.

Wir Diätassistent*Innen, Dipl. Oecotropholog*Innen und Ernährungs-wissenschaftler*Innen arbeiten nach allen gesetzlichen und ethischen Grundlagen und gemäß den offiziellen Richtlinien der Berufsverbände sowie der wissenschaftlich geforderten Leitlinien. Unser zentrales Anliegen ist die wissenschaftlich basierte und dennoch individuelle qualifizierte Ernährungstherapie für unsere Klient*Innen/ Patient*Innen, deren optimale Versorgung und Behandlung uns vor allem anderen am Herzen liegt.

Wir fordern die Verantwortlichen und Entscheider in der Gesundheitspolitik und bei den Krankenkassen dazu auf, eine qualifizierte Versorgung von Patient*Innen in der Ernährungstherapie zu garantieren, in der Betroffenen mit ärztlicher Anordnung/Verordnung auch künftig die selbstbestimmte, freie Wahl zwischen ambulanter Präsenz-Behandlung, digitalen Angeboten und der dafür qualifizierten Diätassistent*In, Dipl. Oecotropholog*In und Ernährungswissenschaftler*In möglich ist.

Menschen benötigen, vor allem in schweren Lebenskrisen wie Erkrankungen, in erster Linie menschliche Kontakte, um die Krisen zu bewältigen.

Wir haben dieses Anliegen bereits direkt an die entsprechenden Berufsverbände und deren Kontakte sowie Mittler der gesundheitspolitischen Gremien herangetragen, und hoffen nun auf konstruktive Gespräche und Kooperation. Um diesem Anliegen noch mehr Kraft zu geben, möchten wir um Ihre Unterstützung bitten. Vielen Dank für Ihr Engagement.

Freundliche Grüße – im Namen vieler Diätassistent*Innen, Dipl. Oecotropholog*Innen und Ernährungswissenschaftler*Innen

Birgit Blumenschein, Barbara Dirnfeldner, Susanne Hagedorn, Steffanie Metty, Katharina Niemann, Anja Schneider

Dėkojame už palaikymą, Birgit Blumenschein nuo Münster
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Kodėl žmonės pasirašo

  • Ne viešai Uebigau

    prieš 15 H.

    Weil persönliche Fachberatung in allen Bereichen immer weniger wird und viele Menschen darauf angewiesen sind

  • prieš 16 H.

    Ernährung ist eine ganz wichtige Basis für unsere Gesundheit

  • Susanne Sachs Frankfurt am Main

    prieš 1 dienas

    Ärzte/innen haben in der Regel zu wenig Ernährungswissen bzw. keine Zeit, dazu adäquat zu beraten. Die persönliche ernährungstherapeutische Beratung (ambulante/Präsenzberatung) muss in den Händen qualifizierter Ernährungsberater/innen bleiben. App-gestützte Online-Beratungen können nur in wenigen Einzelfällen weiterhelfen, wenn es beispielsweise darum geht, an spezialisierte Einrichtungen zu weiterzuverweisen. Sie ist keine Alternative zur ambulanten Ernährungstherapie.

  • Ne viešai Hofheim

    prieš 1 dienas

    Weil persönliche Beratung niemals ersetzt werden kann durch Digitalisierung!

  • Bea Gubert Euskirchen

    prieš 2 dienas

    Weil eine App niemals eine persönliche Beratung ersetzen kann. Meine Hausärztin behandelt mich auch nicht per App - da würde niemand drauf kommen, so etwas einzuführen!!!

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