Region: Germany
Health

Appell: Pflegekräften ein Gehör geben! Während und auch nach Corona. #RespectsbdHumanity

Petition is directed to
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
54 Supporters 54 in Germany
0% from 50.000 for quorum
  1. Launched 06/04/2020
  2. Collection yet 7 days
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Was ich ändern möchte? Einiges. Grundlegende Dinge, die seit Jahren schon thematisiert werden, es sich aber einfach nichts ändert.

Ich gehe mittlerweile in mein 8tes Jahr als Pflegekraft. Ich liebe meinen Beruf. Ich stecke täglich 100% Herzblut in jegliche Tätigkeit, die ich in meiner Wohngemeinschaft mache. Vielen Tausenden Menschen geht es ähnlich. Jedoch erreichen wir seit Jahren überhaupt nichts, weil man uns nicht zuhören möchte. Und nun befinden wir uns mitten in einer viralen Krise und es ändert sich nichts.

Worauf ich anspiele? Wir befinden uns mitten in der Corona Krise und sind quasi mit Ärzten, Krankenschwestern und Leute im öffentlichen Dienst eine der letzten Bastionen gegen das Virus. Wir stehen 1:1 in Kontakt mit Erkrankten und Verdachtsfällen, haben selber Familie, viele wahrscheinlich Kinder. Sehr hart ausgedrückt: Wir alle - setzen täglich unser Leben aufs Spiel und wieso? Weil wir viele Dinge nicht haben, die für andere Berufsgruppen selbstverständlich sind.

Wir verzichten auf Sicherheit und Gesundheit zur Zeit der Krise, weil wir für andere Leben zuständig sind. Teils liegt es an zu wenig Schutzkleidung, teils an dem wenigen Personal. Für uns ist es völlig normal, 12 Tage am Stück, 8 Stunden pro Tag zu arbeiten, das könnten sich viele andere Menschen nicht mal ansatzweise vorstellen.

Streiken können wir nicht, dafür haben wir alle zu viel Herz. Krank? Krank in der Krise? Natürlich gibt es auch in der Krise oder generell Krankenscheine, aber viele Pflegekräfte, sogar Auszubildende verzichten auf Urlaub oder auf freie Tage, damit ihre Patienten versorgt sind. Gerade zur Zeit von Corona.

Aber für welche Menschen sind wir überhaupt zuständig? Wir arbeiten mit Menschen, die von uns allen den höchsten Respekt verdient haben. Das, was diese Menschen früher durchgemacht haben und was sie an Lebenserfahrung mitbringen, werden viele von uns niemals erleben. Wir sollten dankbar sein, dass wir nicht dasselbe erleben müssen wie diese Menschen.

Warum habe ich oben bewusst Patienten geschrieben? Im ambulanten Dienst oder auch im Altenheim heißt es oft: Es sind unsere Kunden. Natürlich. Diese Menschen finanzieren mitunter den Lohn von uns allen, aber dennoch bleiben es für mich und für die meisten Patienten. Wir verbringen sehr viel Zeit mit ihnen und es sind Menschen, die durch Krankheiten einfach nicht mehr alleine leben können. Oder auf Hilfe angewiesen sind.

Ich möchte, dass man aus dieser Krise lernt. Das wir in Zukunft öfter angehört und uns zugehört wird. Es kann so nicht weitergehen. Heute in einer Talkshow war eine junge Dame, sie ist seit 30 Jahren Pflegekraft und sie hat gesagt, die meisten Menschen, die unter Corona leiden, sind nun mal die älteren Menschen. Und das liegt nicht allein an dem hohen Risiko, was aufgrund Vorerkrankungen besteht, sondern auch an den Kontaktverboten. Viele Menschen im Alter sind einsam und dürfen zu ihrem eigenen Schutz keinen Besuch empfangen. Wir sind die einzigen Menschen, mit denen sie reden können. Die einzigen, die wirklich da sind. Und das ist oft aufgrund Zeitdruck und Abläufen nicht wirklich möglich - siehe 90% der ambulanten Pflegedienste. Wir haben so viele Probleme, mehr als nur mehr Geld für einen Beruf, der nach Jahrzehnten endlich als systemrelevant empfunden wurde.

Wieso kommt kein Nachwuchs in diesen Beruf, der unheimlich schön sein kann? Weil man ihnen den Beruf falsch vermittelt, schon zu Wehrdienstzeiten hieß es immer - statt zum Bund gehe ich lieber Ärsche abwischen und da ist das größte Problem in unserer Gesellschaft.

Viele wissen gar nicht, was wir tun. Wir helfen Menschen, ihr tägliches Leben zu beschreiten. Gehen mit ihnen spazieren, Kindern schmerzen. Nehmen uns, sofern möglich, Zeit, um Gespräche zu führen. Sind empathisch. Versorgen Wunden. Geben ihnen dringend benötigte Medikamente. Wir sind oft im Notfall die ersten, wenn die gestürzt sind, die helfen, vielleicht sogar Notfallmaßnahmen einleiten müssen, bevor der Notarzt da ist. In unserem Beruf steckt so viel mehr als nur !@#$! abwischen und das muss dem Nachwuchs vermittelt werden. Für mich ist ein Lächeln das Schönste. Der schönste Lohn an dem Beruf, dennoch zahlt auch dieser Lohn nicht mal im Ansatz meine Miete.

Was muss sich ändern:

  • Mehr Nachwuchs

  • Attraktive Bezahlung

  • Komplette Neustrukturierung

  • öffentliche Pools von Pflegekräften (wir sind keine Konkurrenz, nur weil wir bei Firma A und B arbeiten, sondern sitzen im gleichen Boot)

  • Entlastung von den Arbeitstagen

  • Besseres Krisenmanagement

Fachkräfte aus dem Ausland können nicht die Lösung sein. Nicht komplett. Viele arbeiten aufgrund ihrer Kultur und Ethik komplett anders, als es hier der Standard ist in Deutschland.

Ich möchte mit dieser Petition angehört werden. Ich möchte genauso wie Leute von Fridays For Future eine Stimme und Plattform haben, wo man mich und alle anderen ernst nimmt. Behandelt uns nicht wie Bauern auf dem Schachbrett und lasst uns in dieser Krise nicht alleine.

Reason

Ich arbeite seit fast 8 Jahren in der Pflege und es muss sich einiges ändern. Wir befinden uns mitten in einer Epidemie und wir stehen an vorderster Front. Haben selbst Familie und Kinder und gefährden nicht nur uns, sondern auch Menschen in unserem Umfeld. Wir sind aber keine Menschen, die ihre Patienten alleine lassen können mit gutem Gewissen.

Ich möchte uns ein Gehör verschaffen, ich möchte eine Plattform haben und erschaffen, indem sich Pflegekraft deutschlandweit unterstützten und austauschen können. Leider bin ich aktuell noch alleine und erreiche mit meiner kleinen Stimme nichts bei den großen Leuten unseres Landes. Daher gründe und starte ich diese Petition.

In Deutschland hat es eine junge Frau geschafft, von der gesamten Politik angehört zu werden von Fridays For Future. Sie hat einiges geändert und für extremes Umdenken bei großen Firmen gesorgt. Genaue das gleiche möchte ich erreichen.

Ich möchte, dass man uns versteht. Wir sind verzweifelt und am Ende. Viele Kollegen sind ausgebrannt. Haben kaum Ruhetage, einfach damit der Laden wieder läuft. Wir laufen auf Sparflamme und müssen trotzdem für unsere Patienten da sein und sie auffangen. Mein damaliger Chef in der Ausbildung hat mir mal gesagt, es ist völlig egal, wie es mir geht: Bin ich bei dem Patienten, soll ich gut gelaunt sein. Ihn nicht meine schlechte Laune spüren lassen und das war völlig richtig. In diesem Moment steht der Mensch im Vordergrund.

Ich habe 5 Jahre ambulant gearbeitet und habe mir nach einiger Zeit keinen Zeitdruck mehr gemacht. Dann mussten Menschen halt auf mich warten, aber es hat sich am Ende niemand mehr über mich beschwert. Weil sie wussten, ich nehme mir die Zeit. Für viele Menschen war ich der einzige Besuch an dem Tag.

Es zerbricht mir das Herz aktuell in der Corona Krise. Vielen Menschen geht es in meiner Wohngemeinschaft schlecht, weil sie nicht raus dürfen oder die Kinder nicht kommen dürfen. Viele von meinen Patienten sind über 90.

Ich arbeite als Nachtwache, weswegen ich genug Zeit habe, mich um jeden individuell zu kümmern und mir auch Zeit nehmen kann für ein nettes Gespräch. Jedoch kann das nicht jede Pflegekraft. Viele Heime und ambulante Dienste gehen auf den Knien. Sie haben für grundlegende Dinge keine Zeit und das hilft uns nicht und schon gar nicht den älteren Menschen.

Wir gehen schutzkleidungstechnisch am Minimum. Das Rote Kreuz hat heute Abend gesagt, dass es einen gravierenden Anstieg in den Heimen befürchtet und es ambulant vielleicht auch nicht mehr lange auf sich warten lässt. Eine Infektion in einem Heim zeigt, wie viele Menschen in kurzer Zeit sterben können. Wir versuchen, uns und sie zu schützen, aber was ist, wenn wir erkranken? Viele melden sich wegen einem Schnupfen oder Husten nicht krank, weil man mit seinem Herz an den älteren Menschen hängt. Aber wir sind genauso und genau dann eine große Gefahr für diese Menschen, die wir eigentlich versuchen, zu schützen.

Das Schlimme ist, das alles ging weit vor Corona los und nun stehen wir alleine. Wir befinden uns wie Feuerwehrmänner vor einem Flächenbrand und können ihn nicht löschen, wenn sich nichts ändert.

Also lasst es uns gemeinsam anpacken.

Thank you for your support, Fabian Knöchel from Castrop-Rauxel
Question to the initiator

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Why people sign

  • Not public Brunnthal

    on 14 May 2020

    Meine Mama ist Krankenschwester. Arbeitet jeden Tag eng mit Patienten und muss sogar arbeiten gehen wenn sie aufgrund von Kontakt zu infizierten Personen in Quarantäne ist! Die Schutzausrüstung ist unzureichend! Die Zahl der zu versorgenden Patienten ist nicht zu schaffen...und vieles mehr

  • Not public Radolfzell

    on 08 Apr 2020

    ... war selbst 45 Jahre im medizinischen Bereich tätig, mit sehr viel Engagement, Freude und "Herzblut", war "menschlich sehr geachtet", das Geld /der Lohn war jedoch immer knapp (an der unteren Grenze) für mich und meine beiden Kinder... ! ... trotz vieler Weiterbildungen... habe die letzten 10-15 Jahre die Arbeitsverdichtung, die Minuten-Taktung am Patienten und den Personalabbau/-mangel als sehr demotivierend empfunden - meine Durchhalte-Strategie der letzten Jahre war die Freude auf die Rente - ich hatte einfach resigniert. Jetzt ist es geschafft !!! Leider bekam ich arbeitsbedingt gesundheitliche Probleme und bin nur dank der Unterstützung der Familie nicht von Altersarmut betroffen ( = wenig Rente). Wie passt das zusammen: Gesellschaftlich HOCH ANGESEHENER BERUF - aber finanziell nicht gewürdigt ? Die junge Generation der Pflegekräfte sollte es besser haben !

  • Ralf Litzrodt Karlsdorf-Neuthard

    on 07 Apr 2020

    Die Zustände müssen sich ändern, das Pflegepersonal hat Sorge und Verantwortung ohne Ende und das für ein Hungerlohn...

  • Mirko Caspary Wuppertal

    on 07 Apr 2020

    ja und das sofort.

  • Tobias Hagen Königslutter

    on 07 Apr 2020

    Weil das die Gelegenheit ist die Situation der Pflege zu verbessern - die schon vor Corona katastrophal war und ist.

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