Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Initiative des Bundesgesundheitsministers, in dem der Versand von rezeptpflichtigen Medikamenten durch Online-Apotheken verboten werden soll, gestoppt bzw. nicht verabschiedet wird.

Begründung

Mit dieser Petition wird gefordert, die Initiative des Gesundheitsministers Gröhe zu stoppen, die den Versand von verordnungspflichtigen Medikamenten durch Online-Apotheken verbieten will.Online Apotheken sind ein wichtiges Glied in der Versorgung von Patienten mit Arzneien. Insbesondere in ländlichen Gebieten, sind stationäre Apotheken eine Ausnahme und der kranke Mensch muss weite Wege und Kosten auf sich nehmen um Medikamente überhaupt zu erhalten.Das Einknicken von Herrn Gröhe vor der Apotheker-Lobby, die angeblich durch die jetzige Praxis Nachteile haben, ist unbegreiflich. In unserer Stadt sind allein in der Fußgängerzone auf 200 Metern sechs Apotheken, so schlecht kann es ihnen also gar nicht gehen. Dafür ist in den östlichen Vororten auf vielen Kilometern gerade mal eine Apotheke und die ist zumindest Abends und am Wochenende nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.Meine Online-Apotheke dagegen kann ich 7 Tage die Woche kostenlos erreichen und Bestellungen aufgeben, die mich innerhalb von zwei bis drei Tagen erreichen. Rezepte werden kostenlos dorthin gesandt und der Versand der Medikamente ist ebenfalls kostenlos.Darüber hinaus bekomme ich mit jeder Lieferung mein Medikamentenprofil, in dem u.a. Risiken und mögliche Wechselwirkungen in klarem Deutsch erläutert werden, ohne dass ich lange verklauselte Beipackzettel lesen muss. Dies habe ich von keiner stationären Apotheke bisher erhalten.Eine Verabschiedung des Gesetzes von Herrn Gröhe ist daher nicht gerechtfertigt und schädigt Millionen von kranken Menschen zugunsten der sowieso schon überprivilegierten Apotheker.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung
  • Pet 2-18-15-723-038502

    Arzneimittelpreise


    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 29.06.2017 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Die Petition
    a) der Bundesregierung - dem Bundesministerium für Gesundheit - als Material zu
    überweisen,
    b) den Fraktionen des Deutschen Bundestages zur Kenntnis zu geben.

    Begründung

    Mit der Petition wird gefordert, dass der Versand von rezeptpflichtigen Medikamenten
    durch online-Versandapotheken nicht verboten wird.
    Zu den Einzelheiten des Vortrags des Petenten wird auf die Unterlagen verwiesen.
    Die Eingabe war als öffentliche Petition auf der Internetseite des Deutschen
    Bundestages eingestellt. Es gingen 1.595 Mitzeichnungen sowie
    79 Diskussionsbeiträge ein.
    Zu diesem Thema liegen dem Petitionsausschuss weitere Eingaben mit verwandter
    Zielsetzung vor, die wegen des Sachzusammenhangs einer gemeinsamen
    parlamentarischen Prüfung zugeführt werden. Der Ausschuss bittet daher um
    Verständnis, dass nicht auf alle vorgetragenen Gesichtspunkte eingegangen werden
    kann.
    Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung stellt sich auf der Grundlage einer
    Stellungnahme der Bundesregierung wie folgt dar:
    Der Petent wendet sich gegen die Pläne, den Versandhandel mit
    verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zu verbieten. Er begründet dies damit, dass
    Online-Apotheken insbesondere in ländlichen Gebieten ein wichtiges Glied in der
    Versorgung von Patienten mit Arzneimitteln seien.
    Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mit seinem Urteil vom 19. Oktober 2016
    (C-148/15) entschieden, dass die im Arzneimittelgesetz (AMG) für ausländische
    Versandapotheken normierte Geltung des einheitlichen Apothekenabgabepreises bei

    verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gegen Unionsrecht verstößt. Die deutsche
    Regelung zum einheitlichen Apothekenabgabepreis bei verschreibungspflichtigen
    Arzneimitteln ist daher auf Versandapotheken mit Sitz im EU-Ausland nicht mehr
    anwendbar. Ausländische Versandapotheken können mithin Boni und Rabatte
    gewähren, während Apotheken und Versandapotheken mit Sitz in Deutschland
    weiterhin an die Regelung gebunden sind.
    Angesichts des EuGH-Urteils besteht Besorgnis um die für die Patientinnen und
    Patienten so wichtige Sicherstellung einer flächendeckenden Arzneimittelversorgung
    durch ortsnahe Apotheken.
    Die örtlichen Apotheken erbringen im Rahmen der Arzneimittelversorgung der
    Bevölkerung unverzichtbare Beiträge. Hierzu zählen unter anderem eine umfassende
    Vorratshaltung einschließlich der Organisation der Verfügbarkeit auch selten
    benötigter Notfallmedikamente, die unverzügliche Abgabe akut benötigter
    Arzneimittel und die persönliche pharmazeutische Betreuung sowie die Herstellung
    von Rezepturarzneimitteln und die Sicherstellung der Versorgung außerhalb der
    regulären Öffnungszeiten.
    Wenn ausländische Versandapotheken Boni gewähren, hat das Auswirkungen auf
    die Entscheidung der Patientinnen und Patienten, in welcher Apotheke sie ihre
    Verschreibungen einlösen. Der Marktanteil ausländischer Versandhandelsapotheken
    nimmt dadurch zu und kann zu einem weiteren Rückgang der Apotheken führen.
    Gerade in dünn besiedelten, ländlichen Regionen kann dies zu einer Gefährdung der
    Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln führen. Insbesondere für die
    Akutversorgung in eiligen Notfällen ist ein flächendeckendes Netz wohnortnaher
    Apotheken unentbehrlich. Der Versandhandel kann die wohnortnahe Versorgung
    nicht ersetzen.
    Die Verpflichtung zur Beratung der Patientinnen und Patienten besteht gemäß § 20
    Abs. 1 Satz 2 Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) für alle Apotheken
    gleichermaßen, also sowohl für Versandapotheken als auch für Offizinapotheken.
    Gemäß § 20 Abs. 2 ApBetrO sind bei der Information und Beratung über Arzneimittel
    insbesondere Aspekte der Arzneimittelsicherheit zu berücksichtigen. Die Beratung
    muss die notwendigen Informationen über die sachgerechte Anwendung des
    Arzneimittels umfassen, soweit erforderlich, auch über eventuelle Nebenwirkungen
    oder Wechselwirkungen, die sich aus den Angaben auf der Verschreibung sowie den
    Angaben des Patienten oder Kunden ergeben. Bei der Abgabe von Arzneimitteln an
    einen Patienten oder anderen Kunden ist durch Nachfrage auch festzustellen,

    inwieweit dieser gegebenenfalls weiteren Informations- und Beratungsbedarf hat und
    eine entsprechende Beratung anzubieten.
    Im Übrigen konterkarieren Boni und Rabatte die Zuzahlungsregelung insgesamt und
    damit den Solidargedanken, der dem Sachleistungsprinzip der gesetzlichen
    Krankenversicherung zu Grunde liegt.
    Aus diesen Gründen kann nur mit einer Regelung, die den Versandhandel mit
    verschreibungspflichtigen Arzneimitteln verbietet, eine flächendeckende
    wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln auf hohem Niveau weiterhin gewährleistet
    werden. Damit wird auch erreicht, dass bei der Abgabe verschreibungspflichtiger
    Arzneimittel an Patientinnen und Patienten wieder uneingeschränkt der einheitliche
    Apothekenabgabepreis und die darauf aufbauenden Zuzahlungsregelungen gelten.
    Gleichzeitig wird die aus dem Urteil des EuGH sich ergebende Ungleichheit
    zwischen inländischen Apotheken und Versandapotheken mit Sitz im EU-Ausland
    wirksam beseitigt. Eine entsprechende gesetzliche Regelung ist in Vorbereitung.
    Vor dem Hintergrund des Dargelegten empfiehlt der Petitionsausschuss, die Petition
    der Bundesregierung - dem Bundesministerium für Gesundheit - als Material zu
    überweisen, und sie den Fraktionen des Deutschen Bundestages zur Kenntnis zu
    geben.

    Begründung (PDF)

Pro

Zum Thema Beratung. Ich gehe davon aus dass bei rezeptpflichtigen Medikamenten der verordnende Arzt die Beratung des Patienten durchführt und die Medikation sowie Art der Anwendung genauestens erläutert. Wer zusätzliche Beratung bei der Apotheke erwartet kann diese bekommen und das nicht umsonst. Die Petition sehe ich als positiven Ansatz um im Gesundheitswesen im Bereich Arzneimittel eine Wettbewerbssituation zu schaffen. Dadurch erwarte ich eine Stabilisierung der Arzneimittelpreise in Deutschland, bei gleichzeitig guter Versorgung in ländlichen Gebieten durch Online Apotheken.

Contra

Wer macht dann eigentlich die vorgeschriebene Beratung? Die Mittelchen sind nicht umsonst verschreibungspflichtig