Die Berufsbildende Schule 6 der Region Hannover (BBS6) hat sich seit der Eigenständigkeit der Schule im Jahr 1975 zum Kompetenzzentrum für die berufliche Förderung benachteiligter Jugendlicher, die keinen direkten Zugang zur beruflichen Erstausbildung und zum Arbeitsmarkt haben, entwickelt. Die Situation der Schülerinnen und Schüler ist dadurch geprägt, dass sie in der Regel ohne Abschluss aus der Förderschule und Hauptschule kommen. Hinzu kommen häufig belastende soziale Strukturen, die besondere Förder- und Hilfsmaßnahmen zur beruflichen und gesellschaftlichen Integration erfordern. Einen besonderen Akzent legt dabei die BBS 6 in ihrem Engagement auf die Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund,sie betreut zur Zeit junge Menschen aus 43 Nationen. Seit 1980 wird in der BBS 6 am Goetheplatz als Werkstattschule in Hannover ein berufliches Förderkonzept umgesetzt, das den Schülern und Schülerinnen eine Berufsorientierung in sechs gewerblichen-technischen Berufsfeldern und im Berufsfeld Wirtschaft anbietet. Das Konzept der BBS6 als Werkstattschule ist einzigartig in Niedersachsen. Zusammen mit flankierenden Maßnahmen, wie längerfristige intensive Einzelfallhilfe und Beratung durch Sozialarbeiter, Beratungs-, Klassen-- und Fachpraxislehrer an der BBS6 und der außerschulischer Projektarbeit, ist es allen beteiligten Pädagogen gelungen, Schüler und Schülerinnen so zu stabilisieren, dass eine erfolgreiche berufliche Integration möglich wurde. Dieses berufliche Förderkonzept hat hohe bundesweite Akzeptanz.

Die Berufsbildende Schule 6 der Region Hannover ist aber auch Niedersachsens größter Berufsschulstandort für die klassische Fahrzeugtechnik. In den Jahren 2010-2012 wurde an der BBS 6 zudem ein mit der Region Hannover abgestimmtes Konzept für ein Innovations- und Zukunftszentrum für alternative Antriebstechnologien entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler der Fahrzeugtechnik sind in Kfz-Betrieben der Stadt und der Region Hannover beschäftigt, die sowohl der Handwerkskammer als auch der Industrie- und Handelskammer angeschlossen sind. Die Berufe teilen sich folgendermaßen im Detail auf: Kraftfahrzeugmechatroniker/in mit den Schwerpunkten Personenkraftwagentechnik und Fahrzeugkommunikationstechnik, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in mit den Schwerpunkten Karosserieinstandhaltungstechnik, Karosseriebautechnik und Fahrzeugbautechnik und Mechaniker/in für Karosserieinstandhaltungstechnik (Schwerpunktverschiebungen im Bereich System- und Hochvolttechnik sowie Karosserie im Rahmen der Neuordnung ab 01.08.2013).

Mit dem „Zielkonzept 2020 Berufsbildende Schulen“ der Region Hannover soll die BBS 6 zum 31. Juli 2016 aufgelöst und die konzentrierten Bildungsgänge der Berufsvorbereitung (BVJ) sowie der Berufseinstiegsklasse (BEK) auf die Fachberufsschulen in der Region Hannover verteilt werden. Diese politische Entscheidung, veröffentlicht am 20. Dezember 2013 in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, soll nun unter Zeitdruck einer Anhörung der Betroffenen am 13.02.14 ( mit einer oberflächlichen Wirtschaftlichkeitsberechnung) erfolgen, die dann in der Regionsversammlung im März 2014 verabschiedet werden soll, bevor am 25. Mai die Wahl des neuen Regionspräsidenten stattfindet.

Orsak

Die politische Entscheidung der Region Hannover kann von den betroffenen Schülerinnen und Schülern der BBS 6, den engagierten Lehrkräften und Sozialarbeitern an der BBS 6, die sich als Anwalt dieser Schülergruppe verstehen, nicht hingenommen werden. Insbesondere die berufliche und gesellschaftliche Integration der jungen Menschen mit Migrationshintergrund führt durch die zwangsläufige Zerschlagung der Arbeit an der BBS 6 zu einer gesellschaftlichen Desintegration und kann auch den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen der demokratischen Mitgestaltung und Mitbestimmung nicht egal sein. Ebenfalls gibt es einen breiten Konsens in der ausbildenden Wirtschaft darüber, dass im Stadtgebiet von Hannover ein Berufsschulangebot für die Ausbildungsberufe in der Fahrzeugtechnik erhalten werden muss. Sollten die Angebote im Berufsfeld Fahrzeugtechnik doch insgesamt konzentriert werden müssen, dann sollte das an geeigneter Stelle im Stadtgebiet von Hannover geschehen. Deshalb bitten wir Sie, um Unterzeichnung der Petition Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der BBS 6 Petition.
    Heute am 12.08.14 habe ich vom Regionspräsidenten Jagau auf die am 26.06. 14 eingereichte Petition die Antwort bekommen. In dem Anwortschreiben vom 06.08.14 teilt Herr Jagau u.a. mit
    "Ihrem Anliegen kann jedoch u.a. aus folgenden Überlegungen nicht entsprochen werden:
    Das durch die Regionsversammlung im März 2014 beschlossene Berufsschulkonzept beabsichtigt die Bündelung der KFZ Technik als Einheit an einem Standort mit erweiterter horizontaler wie vertikaler Durchlässigkeit in das duale System. ...
    "Mit der Auflösung der BBS 6 wird im weiteren eine stärkere Ausrichtung dahingehend verfolgt, Grundlagen für Anschlussqualifizierungen in die duale Ausbildung zu legen. Dazu soll zum Einen die sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung ausgebaut, zum Anderen die Nähe zu den BBSn ausgebaut werden, in denen nach der Einstiegsschule die Berufsausbildung fortgesetzt werden kann. "

    Ih kann mich des Eindrucks nicht erwehren,dass dem Regionspräsidenten Jagau nicht bekannt ist, wie das bundesweit anerkannte Konzept der Berufseinstiegsschule der BBS 6 seit 1980 am Goetheplatz erfolgreich für die berufliche Integration der Schüler und Schülerinnen arbeitet, die nicht den unmittelbaren Zugang zum dualen Ausbildungsystem haben.
    Ich möchte mich auch im Namen der betroffenen Pädagogen und MitarbeiterInnen und Schüler und Schülerinnen der BBS 6 bedanken, dass Sie als Unterzeichner und Unterzeichnerinnen der Petition unsere Sache unterstützt haben.
    Danke und mit freundlichen Grüßen
    Jürgen Riechers

  • An alle Unterstützerinnen und Unterstützer der BBS 6 Petition,
    heute am 26.06.2014 haben wir die Petition persönlich an den Regionspräsidenten Herrn Hauke Jagau im Beisein des Schuldezerneten Herrn Ulf Bierger Franz überreicht. Unsere Delegation bestand aus dem Schulleiter BBS 6 Michael Sternberg, Heinz Strassman, Heinrich Baumert als weitere Vertreter der Schulleitung, Harald Fricke vom BBS 6 Personalrat, Thomas Bechini BBS 6, 2 Schüler Vertretern,dem Schulelternvertreter Herr Thomas Fernekohl und Jürgen Riechers.Eine Redakteurin der Hannoverschen Allgemeinenzeitung war bei der Übergabe anwesend.
    Nach dem Beschluss der Regionsversammlung wird der Umzug der KFZ Beschulung an die BBS Burgdof wie geplant durchgeführt.
    Nach Aussage von Herrn Jagau und Herrn Franz wird eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der beteiligten BBSen unter der Leitung eines externen Mediators das Konzept der Berufsvorbereitung und der Berufsgrundbildung diskutieren und es soll eine ergebnissoffene Lösung gefunden werden, die nicht hinter den Standart des BBS 6 Konzeptes zurückfallen wird und nicht zu einer Zersplitterung des aktuellen BBS 6 Konzeptes führen muss.

    Wir werden alle Unterstüzerinnen und Unterstützer über die weiter Ergebnisse informieren. Allen möchte ich auch noch einmal mitteilen, dass Ihre Unterstützung dieser Petition mit dazu beigetragen hat, die Umsetzung des ursprünglichen Konzeptes der Regionsverwaltung auszusetzen.
    Dafür Allen noch mal Danke.
    Mit herzlihen Grüßen
    Jürgen Riechers

Pro

Die Lehrkräfte in der Berufsvorbereitung und Förderung haben ausgezeichnete Qualifizierungs- und Förderkonzepte entwickelt. Sie verfügen über langjährige Erfahrungen und hervorragende Kompetenzen. Diese Ressourcen würde man mit der Auflösung der BBS6 verloren gehen. Zugunsten fraglicher finanzieller Vorteile würde man ausgewiesene Qualität opfern. Joachim Rottluff (Unternehmensberater)

Contra

Wenn innerhalb der verantwortlichen kommunalen Verwaltung, hier die Region Hannover, aus nachvollziehbaren Gründen, eine Verlagerung der Einrichtung innerhalb der gleichen kommunalen Region Hannover als verantwortlich und sinnvoll erscheint, dann gibt es wenig Gründe für diesen angezettelten Aufruhr. Die Einrichtung bleibt bestehen, nur an anderem Ort innerhalb der Region Hannover. Das hat lediglich zur Folge, das die einen dann einen etwas längeren und die anderen einen etwas kürzeren Anfahrtsweg haben. Die LH Hannover, bzw. einige deren Bürger haben keinen Alleinanspruch.