Health

Depression & Suizid - raus aus der Tabuzone

Petition is directed to
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
222 Supporters 214 in Deutschland
0% from 50.000 for quorum
  1. Launched 14/06/2019
  2. Collection yet 3 months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. decision
I agree that my data will be stored. The petitioner can view my name and location and forward it to the petition recipient. I can revoke this consent at any time.

Ich fordere eine bundesweite Aufklärungskampagne zu Depressionen!

Aktuelle Zahlen

Laut einer aktuellen Studie der Stiftung Deutsche Depressionshilfe erkranken in Deutschland jedes Jahr 5,3 Millionen Menschen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren an einer Depression. Festzustellen ist außerdem, dass Frauen zwei bis drei Mal häufiger erkranken als Männer.

Quelle:https://www.aok-bv.de/imperia/md/aokbv/presse/pressemitteilungen/archiv/2018/07faktenblattdepressionen.pdf

Das Stigma der Depression – Einsatz für weniger Vorurteile

Und ich bin einer von Ihnen. Mein Name ist Jochen Schulz und ich kämpfe seit mehreren Jahren mit der Krankheit Depression. Für mich ist jeder Tag ein Kampf. Nicht nur gegen die Depressionen, nein, vor allem gegen das Stigma, das dieser Krankheit auch heute noch anhaftet. Aber ich möchte mich nicht länger schämen und verstecken müssen wegen einer Krankheit, für die ich nichts kann. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen und mit dieser Petition vielen Betroffenen Mut zu machen und zu helfen. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass die Gesellschaft besser aufgeklärt wird und die Stigmatisierung, der viele Betroffene zum Opfer fallen, ein Ende findet. Depressionen gelten als Volkskrankheit, und trotzdem leiden depressive Menschen unter Unverständnis und Ausgrenzung.

Aus diesem Grund fällt es den meisten schwer, über ihre depressiven Phasen offen zu sprechen. Selbst in der Familie und im Freundeskreis sind die Angst und das Schamgefühl oftmals zu groß, und so schweigen sie lieber. Die Angehörigen sind nicht selten überfordert oder haben Angst, etwas Falsches zu sagen oder zu tun. Dazu passt, dass 73 Prozent aller Angehörigen Schuldgefühle gegenüber dem Partner entwickeln. Sie fühlen sich für die Genesung verantwortlich. Aber diese fällt in den Aufgabenbereich eines Arztes. Hinzu kommt, dass 30 Prozent der Angehörigen sich schlecht über Depressionen informiert fühlen. Diese Unwissenheit kann täglich Menschenleben kosten.

Quelle: www.deutsche-depressionshilfe.de

Depression und Suizid – ein politisches Tabuthema?

Darum ist es so wichtig, die Menschen über die Themen Depression und Suizid vollumfänglich aufzuklären. Denn nur, wer über Warnsignale, Hilfsangebote und Therapiemöglichkeiten informiert wird und somit an Kompetenz gewinnt, kann zum Lebensretter werden und einer Stigmatisierung der Betroffenen entgegenwirken.

Dass dies dringend erforderlich ist, lässt sich durch folgende Zahlen belegen: Jedes Jahr sterben in Deutschland 10.000 Menschen durch Suizid. Das bedeutet, dass fast doppelt so viele Menschen durch einen Suizid ums Leben kommen wie durch Verkehrsunfälle. Alle fünf Minuten wird ein Suizidversuch unternommen – zweithäufigste Todesursache bei jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren. Jeder dritte Notarzteinsatz hat mit einer psychischen Krise zu tun.

Quelle: www.frnd.de/infos/zahlen-fakten/

Trotz dieser alarmierenden Zahlen werden die Themen Depression und Suizid von der Bundesregierung ignoriert. Zu vielen wichtigen Themen gibt es bereits Aufklärungskampagnen wie beispielsweise zu Drogen, Aids, Diabetes, Rasen auf der Autobahn oder Alkohol. Warum dies im Falle von psychischen Krankheiten außer Acht gelassen wird, bleibt mir ein Rätsel. Des Weiteren kann man bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Infomaterial zu oben genannten Themen anfordern, aber auch hier ist nichts zu den Themen Depression und Suizid verfügbar, zumal sie nicht auf der Agenda der Bundesregierung stehen und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dieser unterstellt ist.

Da es nun höchste Zeit ist, dies zu ändern und damit Menschenleben zu retten, fordere ich die Bundesregierung hiermit auf, die Themen Depression und Suizid auf die gesundheitspolitische Agenda zu setzen und eine bundesweite Aufklärungskampagne zu starten.

Reason

Warum solltet ihr diese Petition unterstützen?

Auch heute dauert es im Schnitt immer noch 11 Monate, bis sich ein Betroffener sich mit Depressionen Hilfe holt. Das Hauptproblem ist, dass viele gar nicht wissen, an wen sie sich wenden können und was genau zu tun ist. Auch Freunde und Angehörige wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Und obwohl jeder von uns früher oder später mit Depressionen und Suizid in Berührung kommt, sind die wenigsten auf diese Situation vorbereitet. Dabei können Familie und Freunde zu Lebensrettern werden, wenn sie den Betroffenen in Gesprächen unterstützen und ihn zum Arzt begleiten. Damit sie aber richtig reagieren können, brauchen wir eine aufgeklärte Gesellschaft, in der jeder ungeachtet seines Alters über die Themen Depression und Suizid Bescheid weiß und offen über psychische Krisen sprechen kann. Seelische Gesundheit muss so selbstverständlich werden wie körperliche. Es würde schon helfen, wenn die Menschen wüssten, dass man auf einer Webseite im Internet nach Angabe seiner Postleitzahl erfährt, welchen Therapeuten man in der Nähe findet. (www.psych-info.de)

Hinzu kommt, dass sich Betroffene inzwischen auch online beraten lassen können. Es gibt Apps wie beispielsweise Arya oder Online-Therapien wie Selfapy. Natürlich können diese Hilfsangebote keine Therapie ersetzen, aber sie können eine wichtige erste Anlaufstelle bieten. Derartige Angebote müssen aber auch in den Medien kommuniziert werden, um an Bekanntheit zu gewinnen, was leider oft nicht der Fall ist. Viele Redakteure werden zu wenig geschult, was die Themen seelische Gesundheit und Suizid anbelangt. So entsteht eine Hemmschwelle, und die muss weg. Denn wenn die Medien über Menschen berichten, die eine Krisensituation ohne vollendeten Suizid bewältigt haben, kann die Suizidrate gesenkt werden (Papageno-Effekt).

Eine aktuelle Studie der Stiftung Depressionshilfe bestätigt den dringenden Handlungsbedarf. Nahezu alle Deutschen sehen persönliche Schicksalsschläge (96 Prozent) oder zu hohe Belastungen am Arbeitsplatz (94 Prozent) als Auslöser einer Depression an. Dass eine solche auch immer biologische Ursachen hat, wissen nur 63 Prozent der Befragten. 50 Prozent glauben, dass die Depression durch eine falsche Lebensführung verursacht werde, knapp ein Drittel hält eine Charakterschwäche für die Ursache der Depression.

Auch bei den Behandlungsmöglichkeiten sieht es nicht besser aus. Jeder fünfte Befragte hält Schokolade essen oder sich zusammen reißen für geeignete Mittel, um eine Depression zu behandeln. 4 von 5 Deutschen glauben, Antidepressiva machten süchtig oder veränderten die Persönlichkeit.

Quelle: www.deutsche-depressionshilfe.de

Studienergebnisse Depression: So denkt Deutschland

Ziel der Petition

Der Wandel im Umgang mit der Krankheit Aids ist ein positives Beispiel dafür, wie wertvoll Aufklärungskampagnen für unsere Gesellschaft sind. Gute Aufklärungskampagnen können dazu beitragen, Tabus zu brechen. Des Weiteren können stigmatisierende Äußerungen reduziert und unterbunden werden. Außerdem kann durch Aufklärung Wissen vermittelt werden, was dafür sorgt, dass Betroffene sowie deren Freunde und Familie keine Angst mehr haben müssen vor Ausgrenzung und Diskriminierung, das Leid und die Dringlichkeit ihrer Situation erkannt und anerkannt werden. Ganz konkret kann aufgezeigt werden, welche Anlaufstellen es für Betroffene gibt. Eine bundesweite Aufklärungskampagne informiert und enttabuisiert. Beispielsweise könnte man einen Fernsehspot kurz vor der Tageschau senden und/ oder eine Plakataktion in ganz Deutschland initiieren.

Thank you for your support, Jochen Schulz from Balingen
Question to the initiator

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Why people sign

  • 2 days ago

    Weil die Tabuisierung und Vorurteile Betroffene durch Angst vor sozialer Ausgrenzung und Abwertung, viel zu lange daran hindern sich Hilfe zu suchen.

  • on 27 Jul 2019

    Ich unterstütze die Petition, obwohl ich nicht jeden Sachinhalt der Petition und der Begründung vollumfänglich mittragen würde. Mir ist vor allem wichtig, dass grundsätzlich Menschen einen klareren und ganzheitlicheren Blick darauf gewinnen, was genau „Gesundheit“ oder „Krankheit“ – in diesem Fall eben depressives Empfinden oder „anti“depressives Empfinden - ausmacht. Dieser ganzheitliche Blick auf den Menschen ist nicht genügend verbreitet und schon seit Ewigkeiten ein Zankapfel unter Ärzten, Therapeuten, Medizinern, Pädagogen, Psychologen, Politikern und so weiter. Soll heißen, eine Aufklärungskampagne, wie die Petition sie anstrebt, kann tatsächlich nur eines … aufklären, am besten so, dass jeder und jede verstehen kann, worum es geht! Allein … Einsicht und Erkenntnis kann der Staat nicht vorschreiben, weder dem „Gesunden“ noch der „Kranken“! Dabei kann eine gute Kampagne helfen, aber am Ende zählt immer auch der einzelne Mensch und was er daraus macht, machen will und machen kann.

  • Mirko Caspary Wuppertal

    on 01 Jul 2019

    ja und das sofort.

  • on 30 Jun 2019

    selbst betroffen.

  • on 29 Jun 2019

    Diese Krankheiten sind Nachfolgen des derzeitigen Systems und des Staates Deutschland diesbezüglich sollte man beiden bekämpfen/-bei der Wurzel packen Die Krankheit sowie den Auslöser in vielen Fällen ist dies wie bereits beschrieben oftmals der Staat, was aber auch gewollt ist um eine Bevölkerungsreduzierung herbeizurufen

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