Der Deutsche Bundestag möge beschließen, verstärkt mit Israel als Gaslieferant zu kooperieren und Gas aus dem Mittelmeer von Israel, Zypern und Griechenland zu beziehen. Eventuell Pipeline Griechenland-Bulgarien oder Flüssiggas-Terminals in Kroatien zu finanzieren.

Begründung

Seit 2009 gehört Israel zu den führenden Exporteuren von Erdgas. In israelischen Gewässern waren 2009 vier Lagerstätten entdeckt worden. Vom Gasfeld „Tamar“, das etwa 90 Kilometer vor Haifa liegt, fördert Israel seit 2014 Erdgas, welches zur Weiterverarbeitung in die südisraelische Stadt Aschdod geleitet wird. Mittelfristig will man in Zusammenarbeit mit Zypern Erdgas als Flüssiggas auch nach Europa exportieren. Gasfeld Tamar:Das Tamar-Gasfeld ist ein israelische Erdgaslagerstätte im Mittelmeer, es liegt etwa 90 Kilometer westlich der israelischen Stadt Haifa in 1700 Meter Tiefe. Das Gasfeld wurde 2013 erschlossen und ist die erste von Israel geförderte Gaslagerstätte. Das Gasvolumen wird derzeit auf etwa 240 Milliarden Kubikmeter Erdgas geschätzt.Leviathan Gasfeld:Das Feld liegt gut 130 km westlich der Hafenstadt Haifa in einer Tiefe von knapp fünf Kilometern. Es wurde nach dem biblischen Ungeheuer auf den Namen »Leviathan« getauft. In Kooperation mit Noble Energy aus Houston, Texas, meldeten drei israelische Energieunternehmen, nach ersten Schätzungen enthalte das Feld rund 450 Milliarden Kubikmeter Gas. Damit ist es die größte Entdeckung eines Unterwasser-Gasfelds in zehn Jahren und zudem ein weiterer Beweis für die Hinfälligkeit aller »Peak-Oil«-Theorien, wonach der Erde angeblich eine drastische und permanente Knappheit an Öl, Gas und Kohle droht. Um eine Vorstellung von der Größenordnung zu bekommen: Dieses eine Gasfeld, Leviathan, enthält genügend Gas, um Israels Bedarf für 100 Jahre zu decken.Nur Gas aus Russland beziehen solange Russland den Druck von der Ukraine nimmt.

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  • Pet 1-18-09-7511-028623Energieversorgung
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 29.06.2017 abschließend beraten und
    beschlossen:
    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen teilweise entsprochen
    worden ist.
    Begründung
    Mit der Petition wird gefordert, die Kooperation mit Israel im Bereich Erdgas
    auszubauen sowie Infrastrukturprojekte im Erdgasbereich, wie eine Pipeline zwischen
    Griechenland und Bulgarien oder Flüssiggasterminals in Kroatien, zu finanzieren.
    Zu dieser auf der Internetseite des Deutschen Bundestages veröffentlichten Eingabe
    liegen dem Petitionsausschuss 29 Mitzeichnungen und 9 Diskussionsbeiträge vor. Es
    wird um Verständnis gebeten, dass nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im
    Einzelnen eingegangen werden kann.
    Zur Begründung des Anliegens wird im Wesentlichen vorgetragen, dass Israel zu den
    führenden Exporteuren von Erdgas gehöre, seit 2009 vier Gaslagerstätten in
    israelischen Gewässern entdeckt worden seien. Mittelfristig wolle Israel in
    Zusammenarbeit mit Zypern Erdgas in Form von Flüssiggas nach Europa exportieren.
    Der Gashandel mit Russland nur durchgeführt werden, wenn Russland die Ukraine
    nicht mehr unter Druck setze.
    Hinsichtlich der weiteren Einzelheiten zu dem Vorbringen und zur Vermeidung von
    Wiederholungen wird auf die eingereichten Unterlagen verwiesen.
    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre Ansicht
    zu der Eingabe darzulegen. Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich
    unter Einbeziehung der seitens der Bundesregierung angeführten Aspekte wie folgt
    zusammenfassen:
    Der Ausschuss weist einführend darauf hin, dass die mit der Petition vorgebrachte
    Äußerung, wonach der Staat Israel zu den führenden Gasexporteuren gehöre, nicht
    zutrifft. Israel hat bis einschließlich 2014 kein Erdgas exportiert, sondern im Gegenteil

    seit dem Jahr 2010 Erdgas importiert. Die israelische Erdgasförderung wird derzeit
    vollständig im Lande verbraucht.
    In den letzten Jahren wurden im Mittelmeer verschiedene Erdgasfelder, unter anderem
    auch im Bereich der Wirtschaftszone Israels, gefunden. Diese sind aber bisher noch
    nicht vollständig erkundet bzw. die technisch förderbaren Reserven nicht bekannt. Laut
    der Energiestudie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat
    Israel im Jahr 2014 7,5 Mrd. m3Erdgas gefördert, die Erdgasreserven betrugen
    224 Mrd. m3. Die Erdgasressourcen werden mit 2.000 Mrd. m3beziffert.
    Zu den wichtigsten Erdgasfeldern des Staates Israel gehören das Gasfeld Tamar und
    das Gasfeld Leviathan. Israel hat mit der Erschließung und Förderung im Gasfeldes
    Tamar begonnen, die Förderung im Feld Leviathan soll bis zum Jahr 2020
    aufgenommen werden. Die geologische Erkundung wird parallel weiter fortgeführt, da
    erst ca. 20 bis 30 % erkundet wurden. Das israelische Ministerium für Energie hat in
    Gesprächen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) darüber
    informiert, dass der Staat Israel davon ausgehe, dass die Ressourcen bei ca.
    3.000 bis 4.000 Mrd. m3Erdgas liegen könnten. Israel steht bei der Erschließung der
    Erdgaslagerstätten in wirtschaftlicher Konkurrenz zu Ägypten und Zypern, die
    ebenfalls in den letzten Jahren bedeutende Erdgaslagerstätten im Mittelmeer
    gefunden haben.
    Das zuständige BMWi teilte dem Ausschuss mit, dass ihm bekannt ist, das Israel
    beabsichtigt, in Zukunft Gas auch in Richtung Europa zu exportieren. Dies wird aber
    wesentlich von der Entwicklung der Gaspreise abhängen. Inwieweit sich der derzeit
    niedrige Gaspreis auf die Investitionen zur Erschließung und Nutzung der Gasfelder
    auswirkt, ist nicht bekannt. Bisher hat der Staat Israel keine abschließende
    wirtschaftliche Entscheidung getroffen, in welche Zielregion das Erdgas
    transportiert/exportiert werden soll. Er prüft derzeit die Möglichkeit des Baues einer
    Pipelineverbindung in Richtung Türkei/Europa sowie den Bau eines Flüssiggas- oder
    LNG-Terminals (LNG = Liquified Natural Gas).
    Der Ausschuss betont, dass solange die Entscheidungen über die Nutzung des
    gefundenen Erdgases nicht getroffen sind, die Einbeziehung der Erdgasvorräte des
    Staates Israels in die Diversifizierung der europäischen Gasversorgung nicht möglich
    ist.
    Grundsätzlich unterstützt die Bundesregierung, genauso wie die Europäische
    Kommission, die Bemühungen der Unternehmen, die Versorgung mit Erdgas mittel-

    und langfristig weiter zu diversifizieren und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten
    zu reduzieren. Dies betrifft den Bau von neuen Pipelines genauso, wie die Anbindung
    an neue Gaslieferanten. In diesen Prozess kann auch langfristig Israel einbezogen
    werden.
    Abschließend weist der Ausschuss darauf hin, dass der Bundeswirtschaftsminister und
    der Minister für nationale Infrastruktur, Energie und Wasserressourcen des Staates
    Israel während der 6. deutsch-israelischen Regierungskonsultationen am 16. Februar
    2016 ein Protokoll zur engeren Energiekooperation unterzeichnet haben. Das Protokoll
    sieht auch – wie mit der Petition gefordert – in Zukunft eine Vertiefung der
    Zusammenarbeit im Bereich der Erdgasförderung vor. Diese muss aber vorrangig
    durch interessierte Unternehmen erbracht werden.
    Vor dem Hintergrund der Ausführungen empfiehlt der Petitionsausschuss daher, das
    Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen durch die dargestellte deutsch-
    israelische Energiekooperation teilweise entsprochen worden ist.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.