Kopie eines Schreibens an den Dekan:

"Sehr geehrter Herr Dekan,

mit diesem Schreiben wenden wir, die Studierenden des Instituts für Kunstpädagogik, uns mit einer eindringlichen Bitte an Sie. Es geht um die bisherige Ablehnung des Antrags unseres Direktoriums, Frau Lucie Beppler und Herrn Klaus Lomnitzer weiterhin als Vertretungskräfte für die seit einigen Jahren unbesetzte Professur für Malerei und Grafik einzusetzen.

Seit mehreren Jahren wird der Antrag, Frau Beppler und Herrn Lomnitzer weiterhin als Vertretungskräfte zu beschäftigen, vom Direktorium mit großer Mehrheit angenommen. Dies liegt an der hohen Qualität ihrer Arbeit und des großen persönlichen Einsatzes, den beide für ihre Studierenden zeigen und welcher bundes- und europaweite Exkursionen ebenso mit einschließt wie die Bereitstellung ihrer persönlichen Arbeitsmaterialien und Literatur, welche einige Lücken im Bestand unser Institutsbibliothek überbrückt. Aus diesen Gründen ist derselbe Antrag in diesem Semester erneut bei Ihnen eingegangen.

Da die Besetzung der Professur auch zum kommenden Semester nicht erfolgen wird, bedeutet die Ablehnung des Antrags des Direktoriums, dass eine neue, externe Vertretungskraft die Hauptklassen, d.h. alle Studierende, die ihren Schwerpunkt in der Malerei oder Grafik gewählt haben, übernehmen muss. Dies hätte gravierende Probleme zur Folge, die wir Ihnen hiermit kurz darlegen möchten.

Die Bewältigung des künstlerischen Schwerpunktes geschieht gemäß unserer Studienordnung im Rahmen zweier Module, welche jeweils über zwei Semester studiert werden müssen. Die Benotung des gesamten Moduls erfolgt jeweils zum Ende des zweiten Semesters und ergibt sich aus der Begleitung und Beurteilung des Werdegangs sowie der abschließenden Präsentation des Studierenden. Die erteilte Note ist die einzige Note des jeweiligen Moduls und geht stets voll in das Abschlusszeugnis ein. Eine kurzfristige Neubesetzung der Vertretung hätte zur Folge, dass die Begleitung der künstlerischen Arbeit für einen Teil des Studierenden abrupt endet und somit eine faire Bewertung ihrer Arbeit erschwert wird.

In diesem Zusammenhang steht auch die Betreuung unserer Examenskandidaten. Die Studienordnung sieht die Möglichkeit einer praktischen Abschlussprüfung vor, welche häufig in Anspruch genommen wird. Eine praktische Prüfung bedeutet für den Studierenden eine Fortsetzung seiner künstlerischen Arbeit und endet in einer eigenständig kuratierten Ausstellung. Die Bewertung dieser Leistung, insbesondere unter dem Gesichtspunkt, ob es sich tatsächlich um eine Weiterentwicklung des Studierenden handelt, erfordert in noch stärkerem Maße als in den Hauptklassen eine Vertrautheit des Prüfers mit der Arbeit des Studierenden.

Eine neue Vertretungskraft muss eine externe Person sein. Diese hätte über die Einarbeitung in zwei Schwerpunkte hinaus auch diejenige in den Betrieb im Institut selbst zu bewältigen, wodurch die Betreuung der Studierenden zusätzlich belastet wird.

Wir sind uns bewusst, dass die beschriebenen Probleme einer Umstellung in gewissem Umfang unvermeidlich sind, da Frau Beppler und Herr Lomnitzer vom künftigen Inhaber der Professur abgelöst werden müssen. Doch erst der Einsatz einer neuen Vertretungskraft, die ihrerseits innerhalb kürzester Zeit wieder abgelöst würde, verunmöglicht eine geordnete Übergabe der beinahe einhundert Studierenden und Examenskandidaten.

Zu diesen Schwierigkeiten tritt hinzu, dass die besonders langwährende Vertretung durch Frau Beppler und Herr Lomnitzer durch die über einen langen Zeitraum verzögerte Ausschreibung der betreffenden Professur nötig war. Diese hat unser Institut allerdings nicht zu verschulden.

Von gesetzlicher Seite schließlich steht der Weiterbeschäftigung unserer Vertreter nichts im Wege.

Von der Ablehnung des Antrages unseres Direktoriums sind keinerlei Vorteile für den Betrieb am Institut und die Qualität der Lehre zu erwarten. Von der Entscheidung negativ betroffen sind daher vor allem die Studierenden der Hauptklassen für Grafik und Malerei. Wir wenden uns daher an Sie mit der inständigen Bitte, im Interesse der Studierenden Ihre Entscheidung zu überdenken. Gestatten Sie Frau Beppler und Herrn Lomnitzer im Sinne der exzellenten Lehre auch weiterhin ihrer Arbeit an unserem Institut nachzugehen. Ermöglichen Sie die nahtlose Betreuung aller Studierenden des Instituts, bis eine ordnungsgemäße Übergabe an den Inhaber der Professur erfolgen kann.

mit ergebensten Grüßen

die Studierenden des Kunstpädagogischen Instituts"

Begründung

Neben den direkt Betroffenen, wie den Studierenden und den Lehrenden, leidet auch die allgemeine Bevölkerung darunter, wenn der konsistenten guten Lehre am Kunstpädagogischen Institut der Goethe-Universität ein Abbruch getan wird. Hier werden die zukünftigen Lehrer und Pädagogen in theoretischen und praktischen Belangen ausgebildet. Fallen die beiden Stellen Frau Bepplers und Herrn Lomnitzers weg, bricht ein Großteil der bisherigen Lehre weg. Wie bereits in dem Brief an den Dekan beschrieben, sind alle anderen Lösungsansätze mit großen Nachteilen für die Ausbildung der Studierenden verbunden und entbehren eigentlich auch einer konkreten Notwendigkeit. Soll dafür gesorgt werden, dass Schüler durch gute, kompetente Lehrer unterrichtet werden soll, muss auch deren Ausbildung bestmöglich erfolgen. Durch diese Petition wollen wir, die Studierenden, das Dekanat dazu bringen, seine Entscheidung zu überdenken und die Bedürfnisse der Studierenden wahrzunehmen.

Für Ihre Hilfe und Unterschrift sind wir Ihnen sehr dankbar!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Franziska Weygandt aus Bensheim
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