Die aktuelle Lage: Die Karl-Liebknecht-Straße ist eine seit Jahren gewachsene Magistrale, die sich durch ihre Individualität, das Bunte und das Wilde auszeichnet. Genau das macht für viele Besucher die Karli als Ausgeh- und Erlebnismeile so attraktiv. Die zweijährigen Baustellenzeit hat die betroffenen Gewerbetreibenden stark in Mitleidenschaft gezogen und ihr tägliches Geschäft beeinflusst: Besucher blieben aus und Umsätze sind zurückgegangen. Ziel ist es nun, die Kunden wieder zurück in bzw. auf die Straße zu bringen. Gerade die Gastronomen müssen hier ein besonderes Augenmerk auf ihr Image legen. Ist doch oft der erste Eindruck der, der mich als Gast entscheiden lässt, wo ich meinen Abend verbringen möchte. Als Flaniermeile war die Karl-Liebknecht-Straße bis vor der Baustelle gerade für ihre große Anzahl an Freisitzen bekannt und wurde dafür auch geliebt. Nun aber sollen Auflagen die Gastronomen in ihrer Gestaltungsfreiheit des Außenbereichs einschränken, vor allem in den dunklen Monaten des Jahres: Bisher kamen die Gäste der Karli auch in den kühleren Monaten in den Vorzug eines Freisitzes und konnten so in der Herbst- und Winterzeit den Charme der Karli mit all seinen Facetten in gemütlicher und geschützter Atmosphäre erleben. Grund waren die wetterfesten Umbauten, die das „Draußen-Sitzen“ auch zur kalten Jahreszeit ermöglichten. Aus der Verfügung der Stadt Leipzig geht nun aber hervor, dass diese „Einhausungen“ der Freisitze in der bisherigen Form baurechtswidrig sind und somit forderte die Stadt deren Rückbau. Eine ordnungsgemäße Befestigung der Markisen und des Wetterschutzes bedürfe einer Baugenehmigung. Diese ist jedoch grundsätzlich nicht erteilbar, weil die „eingehausten Freisitze“, das Ortsbild verschandeln.

„Gegenwärtig verbietet uns die Stadt Leipzig, unsere Markisen gegen Windböen zu sichern, indem wir Stangen an unsere Blumenkästen befestigen. Uns ist untersagt, sowohl seitlich, als auch den vorderen Bereich einzuhüllen. Von einem wetterfesten Freisitz kann also keine Rede mehr sein“, so Stefan Walther (Inhaber tiefblau). Durch den Wegfall der Freisitzfläche gehen beliebte Sitzplätze verloren und mit ihnen auch das besondere Flair der betroffenen gastronomischen Einrichtungen. Falk Weinrich (Inhaber Acapulco) fasst zusammen: „Uns fehlen mindestens fünf Monate Freisitz im Jahr. Und ohne das Besondere bleiben die Gäste aus. Inzwischen musste ich schon fünf Mitarbeitern kündigen, weil es anders nicht mehr ging. Das kann doch nicht das Ansinnen der Stadt Leipzig sein, oder?“

Begrundelse

Bis zum jetzigen Zeitpunkt zeigt sich die Stadt Leipzig in keinster Weise gesprächsbereit. Auch eine persönliche Nachricht an den Oberbürgermeister Burkhard Jung blieb unbeantwortet. Die Stadt Leipzig hat festgesetzt, dass die Gastronomen des Acapulco und des tiefblau zum 18.01.2016 ohne weiteren Aufschub und unter Androhung des Konzessionsentzug bei Nichteinhaltung, den Wetterschutz auf den Freiflächen zu entfernen haben. Das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege begründet seine Anordnung damit, dass eine Einhausung entstanden sei, die nicht genehmigungsfähig ist. Die so entstandenen Freisitze besäßen keinen Ortsbildprägenden Charakter und verunstalten die Gegend.

Zielsetzung ist es, einen Konsens mit der Stadt zu finden: Ein Kompromiss, der es den betroffenen Gastronomen ermöglicht, ihre Freisitze in den besagten Monaten gegen die widrigen Verhältnisse zu schützen, ohne dass dabei der Charme der Lokale verloren geht und gleichzeitig den optischen Vorstellungen der Stadt Leipzig zum Bild der Straße genüge getragen wird. Da sich die Stadt Leipzig bisher nicht lösungsorientiert zeigt, möchten wir mit dieser Petition auf die Gesprächsbereitschaft der Gastronomen der Karli aufmerksam machen. Wir fordern die Vertreter Stadt auf, das Gesprächsangebot anzunehmen und eine für alle Seiten vertretbare Lösung zu finden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Falk Weinrich Fra Leipzig
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Debatter

Pro

Einige Menschen scheinen immer nur Einhausung zu lesen?!?! Es geht auch um Sicherung! Sicherung der Arbeitsplätze, der Jalousien! Es geht um das Recht der eigenen Gestaltung.keiner verlangt einen separaten Schutzraum! Aber wenn selbst Blumenkübel verboten werden, dann ist es wie mit der eigenen Meinung, man darf keine haben! Man soll ein Geschäft führen und Höchstsätze an alle Ämter und Kassen zahlen! Aber wie soll das im vorschriftenland noch funktionieren??? Fast 10 Jahre wurde die Läden nach eigenem Geschmack geführt! Jetzt kommt eine Behörde mit viel langer weile und ohne Konzept ....

Contra

Warum kann man es nicht bei "normalen" Freisitzen an den Tagen belassen, wo das Wetter dies zulässt? Muss man tatsächlich bei Wind, Regen und Schnee in einem Freisitz zubringen, der eigentlich dann nur eine Erweiterung des wettergeschützten Gastraumes darstellt. Durch die Rundumabschottung der Freisitze ist doch schon längst deren Charakter verlorengegangen - die Kneipe geht nun einfach nur auf dem Fußweg weiter. Das hat alles nichts mehr mit Freisitzen zu tun und genau das macht den offenen Charakter der Karli eher kaputt.