Die syrisch-kurdische Stadt Kobane steht kurz davor, in die Hände des barbarischen „Islamischen Staates“ zu fallen, weil die türkische Regierung sich weigert, freiwillige kurdische Kämpfer aus Kobane, die ihre Familien über die Grenze in Sicherheit gebracht haben, nach Kobane zurückkehren zu lassen. Es droht ein Massaker, und in der Türkei selbst könnte der mühsam in Gang gekommene türkisch-kurdische Friedensprozess einem Bürgerkrieg Platz machen.

Angesichts dieser gefährlichen Entwicklung appellieren wir an Sie, Frau Bundeskanzlerin: Heben Sie das Verbot der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) auf. Dadurch würde Deutschland dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unmissverständlich nahe legen, die Friedensgespräche mit der PKK fortzusetzen und den Widerstand des der PKK nahestehenden Volksverteidigungskomitees in Kobane nicht länger zu blockieren. Zudem wäre die Aufhebung des PKK-Verbots die logische Konsequenz der Entwicklung in der Kurdischen Arbeiterpartei. Denn sie hat ihre undemokratischen Strukturen längst ebenso hinter sich gelassen wie ihre separatistischen Ziele. Die großen friedlichen Demonstrationen der PKK-Anhänger in den letzen Tagen in zahlreichen deutschen Städten stellten diesen Perspektivwandel unter Beweis.

Die PKK verfolgt das Ziel einer autonom und demokratisch aufgebauten Verwaltung innerhalb des türkischen Staatsverbandes. Das ihr nahe stehende Volksverteidigungskomitee YPG in den drei syrischen Kantonen Rojava hat in den letzten zwei Jahren für eine solche Verwaltungsstruktur die Grundlage geschaffen. Nach Überzeugung vieler Wissenschaftler und zivilgesellschafticher Experten, die übereinstimmend mit großem Respekt über das Zusammenleben von kurdischen Moslems, Christen, Assyrern, Arabern in Rojava berichten, entsteht dort ein friedens- und entwicklungspolitisches Modell für viele Teile der Region. Kurden aus Rojava waren es auch, die im September die kurdischen Jesiden in Sindschar (Nordirak) vor einem Völkermord bewahrt haben. Sie sind es auch, die Dank ihres beeindruckenden Rückhaltes in der eigenen Bevölkerung trotz hoffnungsloser militärischer Unterlegenheit den Sieg der IS-Mörderbanden in Kobane bisher verhindert haben.

Frau Bundeskanzlerin, handeln Sie sofort!

Eckart Spoo, Prof. Dr. Mohssen Massarrat, Laura von Wimmersperg, Prof. Dr Norman Paech, Reiner Braun, Prof. Dr. Andreas Buro, Prof. Dr. Ulrich Gottstein, Prof. Dr. Werner Ruf, Dr. Peter Strutynski.

Begründung

Wir wollen möglichst viele Unterschriften sammeln, damit das PKK-Verbot aufgehoben wird. Die Petition soll an das Bundeskanzleramt übergeben werden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Pro

Weil die PKK ihre politische Zielsetzung in den letzen 20 Jahren geändert hat. Inzwischen setzt sie sich für einen Friedensprozess zwischen Türken und Kurden, sowie für demokratische Strukturen in der Türkei ein. Dieser Friedens- und Demokratieprozess kann nur durch politische Verhandlungen auf Augenhöhe, ohne Kriminalisierung einer Seite geführt werden.

Contra

Die PKK finanziert sich v.a. auch durch Drogen- und Menschenhandel. Der PKK-Drogenhandel existiert nachweislich jedoch nur im nicht-deutschen Ausland. Anschläge auf zivile Ziele sind ebenfalls Bestandteil des PKK-Terrorismus, der auch nach offiziellen Änderungen der Generallinie fortgeführt wird. Die weitere Rekrutierung von Kindersoldaten wurde zwar inzwischen eingestellt, doch wurde keine weitere Rechenschaft abgelegt und ehemalige Kindersoldaten bilden einen wesentlichen Teil ihrer Kräfte. Und: Gleichberechtigung der Geschlechter gibt es nur auf dem Schlachtfeld.