Petition richtet sich an:
Oberbürgermeister Daniel Szarata und der Stadtrat
Bitte unterstützt unsere Petition und gebt Halberstadts Stadttauben eine Stimme.
Wir können nicht ändern, dass sie Teil unserer Städte geworden sind. Aber wir können entscheiden, wie wir mit ihnen umgehen.
Hunger und Strafen sind keine nachhaltige Lösung. Lasst uns gemeinsam zeigen, dass Halberstadt es besser machen kann – mit Verantwortung, Vernunft und Mitgefühl.
Jede Unterschrift zählt. Für weniger Leid. Für eine saubere Stadt. Und für einen Umgang mit Stadttauben, der Mensch und Tier gerecht wird.
Wir fordern den Stadtrat der Stadt Halberstadt auf, der geplanten Verschärfung des Taubenfütterungsverbots in der Beschlussvorlage BV 264 (VIII/2024–2029) nicht zuzustimmen.
Ein Fütterungsverbot besteht in Halberstadt bereits. Nun soll die Regelung verschärft und ein Verstoß mit einem Bußgeld geahndet werden können.
Bevor Verbote verschärft und Menschen mit Bußgeldern belegt werden, sollte die Stadt prüfen, welche Maßnahmen die Zahl der Stadttauben und die Verschmutzung des öffentlichen Raumes wirklich und langfristig verringern können.
Wir sagen nicht, dass es kein Problem gibt.
Sondern, dass es dringend eine Lösung braucht, die letztlich auch langfristig funktioniert.
*Quelle: Stadt Halberstadt, Beschlussvorlage BV 264 (VIII/2024–2029), „1. Änderung der Gefahrenabwehrverordnung (GVO)“, Ratsinformationssystem der Stadt Halberstadt:
https://ris.halberstadt.de/vorlagen*
Die Stadt Halberstadt begründet die geplante Verschärfung des Fütterungsverbots unter anderem mit einer zunehmenden Taubenpopulation und mit Verunreinigungen des öffentlichen Raumes.
Diese Schwierigkeiten wollen wir nicht kleinreden.
Aber die entscheidende Frage ist:
Werden es wirklich weniger Tauben und wird Halberstadt wirklich sauberer, wenn Verstöße gegen das Fütterungsverbot künftig mit einem Bußgeld geahndet werden können?
HUNGER LÖST DAS PROBLEM NICHT
Stadttauben sind Nachkommen domestizierter Haustauben. Sie verschwinden nicht einfach aus unseren Städten, wenn sie kein geeignetes Futter bekommen. Sie suchen weiter nach Nahrung und ernähren sich dabei häufig von weggeworfenen Lebensmitteln und Abfällen.
Die Folgen sind Mangelernährung und häufig dünnflüssiger sogenannter „Hungerkot“ – und damit gerade die Verschmutzung, über die sich viele Menschen ärgern.
*Quelle: Deutscher Tierschutzbund, „Tauben in der Stadt“:
https://www.tierschutzbund.de/tiere-themen/wildtiere/stadttauben/*
ES GEHT AUCH ANDERS
Ein betreuter Taubenschlag bietet den Tieren einen festen Ort zum Fressen, Trinken, Ruhen und Brüten. Die Tauben halten sich dadurch einen großen Teil des Tages dort auf. Auch ein großer Teil des Kotes fällt dort an und kann regelmäßig entfernt werden.
Gleichzeitig können die gelegten Eier gegen Attrappen ausgetauscht werden. So wird die Vermehrung kontrolliert und die Population kann langfristig tierschutzgerecht verringert werden.
*Quelle: Stadt Braunschweig, „Braunschweiger Stadttauben-Konzept“:
https://www.braunschweig.de/leben/gesundheit/tierschutz_veterinaerwesen/stadttauben/braunschweiger-stadttauben-konzept.php*
ANDERE STÄDTE MACHEN ES BEREITS VOR
Braunschweig setzt bereits auf ein umfassendes Stadttaubenkonzept mit betreuten Taubenschlägen, artgerechter Fütterung und Eiertausch.
Und auch in Sachsen-Anhalt gibt es bereits praktische Erfahrungen: Am Hauptbahnhof in Halle (Saale) wird ein Taubenschlag von der Deutschen Bahn betrieben und durch den Tierschutz Halle e. V. betreut. Die Stadt Halle hat die Kooperation bei seiner Entstehung unterstützt.
*Quellen:
Stadt Braunschweig, „Braunschweiger Stadttauben-Konzept“:
https://www.braunschweig.de/leben/gesundheit/tierschutz_veterinaerwesen/stadttauben/braunschweiger-stadttauben-konzept.php
Stadt Halle (Saale), Stadttauben/Taubenschlag am Hauptbahnhof:
https://buergerinfo.halle.de/getfile.asp?id=319559&type=do*
UND ENDLICH KÖNNEN WIR AUCH IN SACHSEN-ANHALT ANDERE WEGE GEHEN
2023 wurden „verwilderte Haustauben“ aus der Schädlingsbekämpfungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt gestrichen.
Das Land erklärt selbst, dass die frühere Einstufung einem tierschutzgerechten Taubenmanagement mit Taubenschlägen und gesteuerter, tierschutzgerechter Fütterung entgegenstand.
Durch die Änderung wurde die Einrichtung und der Betrieb betreuter Taubenschläge wesentlich erleichtert. Das Land bezeichnet ein solches Populationsmanagement ausdrücklich als tierschutzfachlich erwünscht.
Damit haben wir in Sachsen-Anhalt endlich die Möglichkeit, solche Konzepte vernünftig umzusetzen.
Warum sollten wir diese Möglichkeit in Halberstadt nicht nutzen?
*Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, Tierschutzbericht 2025, S. 16:
https://mwl.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MW/MWL/03_Dokumente/04_Landwirtschaft/Tierschutz/260203_Tierschutzbericht_2025.pdf*
HALBERSTADT BRAUCHT EINE NACHHALTIGE LÖSUNG
Wir wollen weniger Tierleid, eine langfristig kontrollierte Taubenpopulation und weniger Verschmutzung im öffentlichen Raum.
Andere Städte zeigen, dass das möglich ist. Und Sachsen-Anhalt hat inzwischen den Weg dafür geöffnet.
Deshalb sollte Halberstadt diese Möglichkeiten nutzen, statt das bestehende Fütterungsverbot jetzt einfach mit einer Bußgeldregelung zu verschärfen.
Hunger ist keine Lösung!
Tierschutz ist wichtig. Stadttauben sind ausgesetzte Haustiere. Das Fütterungsverbot führt zu mangelernährten kranken Tieren, zu sterbenden Küken, zu mehr (!) Präsenz der Tiere bei Bäckereien und Cafes und bringt wenig, weil die Tiere dann verstärkt nachbrüten.