Keine Kürzung der Interkulturellen Arbeit – Begegnung, Toleranzarbeit und Demokratie schützen !

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Kreistag

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147 von 1.900 für Quorum in Potsdam-Mittelmark Potsdam-Mittelmark

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Petition richtet sich an: Kreistag

Für den Erhalt der zwei Koordinationsstellen für interkulturelle Arbeit im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

In Zeiten wachsender Polarisierung und rechtsextremen Gewaltpotentials darf keine Präventions- und Toleranzarbeit gestrichen werden!

Keine Kürzung an der falschen Stelle – Begegnung, Teilhabe und Demokratie schützen statt ersatzlos wegstreichen!

Begründung

Wir, die Unterzeichnenden, wenden uns gegen die geplante ersatzlose Streichung der beiden Stellen „Koordination interkulturelle Arbeit“ im Landkreis Potsdam-Mittelmark:

  • für die Planregionen 1 und 2, mit 40 Wochenstunden, angesiedelt beim EJF Jugend- und Familienzentrum ClaB Stahnsdorf,
  • für die Planregionen 3 und 4, mit 30 Wochenstunden, angesiedelt beim Belziger Forum e.V. in Bad Belzig

Diese Stellen schaffen Begegnung! Zwischen Menschen mit und ohne Migrationserfahrung, für Menschen mit Fluchterfahrung, für sozial Benachteiligte! Hier werden nicht nur Schulen, Kitas, Vereine und soziale Einrichtungen im Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt begleitet, auch wird auf kommunalpolitischer Ebene beraten. Neben der niedrigschwelligen Vernetzungsarbeit, wird auch fachlich spezialisiert Begleitung und Beratung in der Toleranzarbeit für Entscheidungsträger*innen angeboten.

Die Koordinationsstellen leisten zudem einen wichtigen, einmaligen Beitrag zur politischen Teilhabe. Sie tragen migrantische Perspektiven und Stimmen in kommunalpolitische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse hinein und schaffen Zugänge für Menschen, die in politischen Beteiligungsstrukturen bisher unterrepräsentiert sind. Damit stärken sie demokratische Teilhabe und sorgen dafür, dass kommunalpolitische Entscheidungen die Vielfalt der Bevölkerung besser berücksichtigen können.

Gerade jetzt braucht es diese Arbeit!
Gesellschaftliche Polarisierung, Rassismus und Rechtsextremismus nehmen spürbar Raum ein. Der Verfassungsschutz Brandenburg weist für 2025 ein rechtsextremistisches Personenpotenzial von 5.890 Personen aus – den höchsten Stand seit Beginn der Erfassung. Gleichzeitig warnt der Verfassungsschutz vor zunehmender Radikalisierung, insbesondere junger Menschen, und vor der Bildung gewaltbereiter rechtsextremistischer Netzwerke. Gerade in dieser Situation braucht es Fachkräfte, die Begegnung ermöglichen, Vorurteile abbauen, Konflikte moderieren, politische Teilhabe fördern und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Das ist unerlässliche Präventionsarbeit! Begegnung entsteht nicht von allein. Sie braucht Räume, Konzepte und Menschen, die sie professionell organisieren und begleiten. Die ersatzlose Streichung dieser Stellen ist ein Signal in die falsche Richtung!

Räumliche Auswirkungen – Folgen für den gesamten Landkreis:
Die geplante Streichung der beiden Stellen hätte Auswirkungen weit über die jeweiligen Standorte hinaus. Die Koordinationsstellen arbeiten interdisziplinär regional, vernetzend und über einzelne Einrichtungen hinweg. Ihr Wegfall betrifft nicht nur zwei Arbeitsplätze, sondern schwächt die soziale und demokratische Infrastruktur im gesamten Landkreis Potsdam-Mittelmark.

In Stahnsdorf und der Planregion 1/2 ist die Koordination interkultureller Arbeit eng mit dem Jugend- und Familienzentrum ClaB verbunden. Das ClaB ist ein etablierter sozialer und pädagogischer Begegnungsort und insbesondere mit sozialen Einrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften der Region vernetzt. Die interkulturelle Arbeit schafft hier einmalige Beteiligungsangebote.

In Bad Belzig und der Planregion 3/4 ist insbesondere das Infocafé „Der Winkel“ betroffen. Das seit rund 30 Jahren bestehende Café ist ein wichtiger niedrigschwelliger Anlaufpunkt für Menschen in unterschiedlichen sozialen Lebenslagen, insbesondere jenen aus der nahegelegenen Geflüchtetenunterkunft. Das Belziger Forum ist auch Träger der AG Röderhof mit der Arbeit an der Gedenkstätte für das ehemalige Frauen-KZ-Außenlager Röderhof in Bad Belzig. Wie kann es sein, dass heutzutage die Träger von Bildungs- und Erinnerungsarbeit zum Holocaust Kürzungen erfahren?!

Wir fordern den Landkreis auf:

1. Die geplante Streichung beider Koordinationsstellen zurückzunehmen.
2. Die Finanzierung der Stellen für die Planregionen 1/2 und 3/4 dauerhaft sicherzustellen.
3. Die sozialen und demokratischen Strukturen, die von diesen Stellen mitgetragen werden, zu erhalten – insbesondere das CLAB Stahnsdorf und das Infocafé „Der Winkel“ und die damit verbundenen regionalen Angebote.
4. Die Beteiligung und Repräsentation migrantischer Perspektiven in kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen weiterhin aktiv zu ermöglichen.
5. Vor einer endgültigen Entscheidung gemeinsam mit den betroffenen Trägern, Fachkräften und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen nach Einsparalternativen zu suchen.

Wir wissen, dass der Landkreis vor finanziellen Herausforderungen steht. Gerade deshalb sollte dort gespart werden, wo die Folgen für Menschen und soziale Infrastruktur möglichst gering sind – und nicht bei Strukturen, die Integration, Begegnung, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt ermöglichen.
Wer gesellschaftlichen Zusammenhalt, lebendige Erinnerungskultur und eine friedvolle Gesellschaft in Potsdam-Mittelmark erhalten will, darf die dafür notwendigen Strukturen nicht abbauen.

Wir fordern: Erhalt der beiden Koordinationsstellen für interkulturelle Arbeit!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Belziger Forum e.V., Bad Belzig
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 21.09.2026
Sammlung endet: 23.10.2026
Region: Potsdam-Mittelmark
Kategorie: Migration

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Neuigkeiten

Warum Menschen unterschreiben

Geld ist da. Es ist nur eine politische Entscheidung, wofür es ausgegeben wird.

Weil die interkulturelle Arbeit ein ganz wichtiges Element ist um den Fortbestand der Demokratie zu sichern und zu gestalten.
Wenn der Landkreis diese wichtige Arbeit streicht, muss geklärt werden, wer das an anderer Stelle gleichwertig weiter machen soll!
Das kann auf keinen Fall allein durch Ehrenamt aufgefangen werden.
Wenn diese Arbeit wegfällt, muss damit gerechnet werden, dass die entstandene Lücke durch antidemokratische Aktionäre gefüllt wird.

Keine Kürzungen von sozialen Projekten!
Keine Kürzungen bei Hilfsangeboten für Kinder, Jugendliche, gesundheitlich eingeschränkte Menschen, Frauen und Geflüchtete!

Diese Stellen dürfen bleiben und sollen bleiben. Sehr wichtig zur Stärkung von Demokratie und Menschenwürde.
MfG = Mit friedlichen Grüßen
Ricarda Müller
1. Vorsitzende
Mensch WERDEN e.V.i.G.

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