Culture

Keine Steuergelder für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche!

Petition is directed to
Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Finanzminister Olaf Scholz
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  1. Launched 19/08/2019
  2. Collection yet 11 months
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Sehr geehrte Frau Kulturstaatsministerin Monika Grütters, sehr geehrter Herr Finanzminister Olaf Scholz,

in Potsdam baut eine kirchliche Stiftung mit Steuergeldern das Symbol der preußischen Militärmonarchie wieder auf. Aktuell will der Bund seine Anschubfinanzierung für das Prestigeprojekt von 12 auf 18 Mio. Euro aufstocken, trotz ungeklärter Gesamtfinanzierung.

Die Förderung des Prunkbaus ist an ein vorgeschobenes „Friedens- und Versöhnungskonzept“ der Stiftung gekoppelt, das keinem kritischen Blick standhält. [1] Die Millionen fließen ohnehin nur in den Turmbau selbst, für den es keine schlüssige Begründung gibt. Das Projekt geht auf eine Initiative von rechtsextremen Militärs zurück. Heute macht die Stiftung Garnisonkirche mit Relativierungen und Verharmlosungen aus der „Geburtsstätte des Dritten Reichs“ wieder ein Postkartenmotiv. Mit der Unterstützung des Projekts schneidet sich der demokratische Staat ins eigene Fleisch und spielt der AfD in die Hände.

Wir fordern Sie auf, keine weiteren Bundesmittel für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche bereitzustellen und alle laufenden Förderungen einzufrieren. Setzen Sie sich für ein Moratorium ein, um endlich eine öffentliche Diskussion zur äußeren Gestalt, konzeptionellen Nutzung sowie zur Trägerschaft an diesem bedeutenden Ort zu ermöglichen!

Lassen Sie sich nicht von dem finanziellen, planerischen und konzeptionellen Missmanagement der Stiftung erpressen. Ein erfolgreiches Bürgerbegehren in Potsdam mit über 14.000 Unterschriften sagte schon 2014: Ein Neuanfang ist dringend nötig - und möglich!

Reason

Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche sollte einst allein durch Spenden finanziert werden – so das Versprechen der Stiftung Garnisonkirche. Inzwischen hat man sich vom Kirchenschiff kleinlaut verabschiedet.

Der Bau des Turms geht schleppend voran. Dass die Spendengelder nie ausreichen würden, hat die Stiftung vermutlich schon von Anfang an in Kauf genommen. Dank kleingerechneter Kosten und einem äußerlich gefälligen Nutzungskonzept springt ganz selbstverständlich der Staat ein.

Mit dem Konzept wird die Öffentlichkeit jedoch getäuscht. Der Stiftung geht es um den Wiederaufbau der Garnisonkirche bzw. des Turms. Die selbst betriebene Geschichtsvermittlung der Stiftung enthält Falschaussagen und neigt zur Geschichtsklitterung.[2] Die Kirche wird romantisiert und als Opfer dargestellt. Dabei war sie das Wahrzeichen des preußischen Militarismus schlechthin, eine Keimzelle der deutschen Kriegsschuld, Treffpunkt für Kriegstreiber, Demokratiefeinde, Antisemiten und Monarchisten. Doch darüber redet die Stiftung lieber nicht – kein gutes Image für eine Touristenattraktion.

Das „Versöhnungszentrum“ spaltet zudem seit Jahrzehnten die Potsdamer Stadtgesellschaft. Die Öffentlichkeit wird weder an der äußerlichen noch inhaltlichen Gestaltung beteiligt. Innerkirchlicher und bürgerlicher Protest wird mundtot gemacht. Ein erfolgreiches Bürgerbegehren zur Auflösung der Stiftung mit über 14.000 Unterschriften mündete 2014 in einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, der bis heute nicht umgesetzt ist.

Schon allein aufgrund der offenen Befürwortung des Projekts durch die AfD schrillen Alarmglocken. Die rechte Flanke ist offen. Die meisten Spender *innen werden streng geheim gehalten. Bekannt ist jedoch, dass 95 Prozent der Ziegelspender *innen nicht an einer geschichtlichen Aufarbeitung interessiert sind. [3] An „Versöhnung“ ist auch die Stiftung offensichtlich nicht wirklich interessiert. Der elitäre Kreis der Wiederaufbauer *innen will sich um jeden Preis ein Denkmal setzen. Dabei ist ihnen jedes Mittel recht. Die Verantwortung für diesen historisch brisanten Ort sollte nicht interessengesteuerter, privatisierter Gedenkkultur überlassen werden!

Über 14,5 Millionen Euro aus öffentlichen Töpfen hat die Stiftung für die Turmkopie ergattert, was mehr als die Hälfte des bisherigen Budgets ausmacht. Weitere Ausgaben von über 75 Mio. Euro sind den Steuerzahlenden indirekt entstanden.[4] Wegen der fehlerhaften Kalkulation und steigender Baukosten ist stets mit neuen Forderungen zu rechnen. Die laufenden Zahlungen durch den Bund sind aufgrund der unvollständigen Drittmittelsicherung grob fahrlässig. Während es deutschlandweit an Kitas und sonstiger essentieller Infrastruktur mangelt, werden Unsummen in Prestigeprojekte gesteckt. In Potsdam baut der Staat nun eine Luxuskirche, für die es nicht einmal eine Gemeinde gibt, sondern die sich lediglich als Wallfahrtsort für die Neue Rechte eignet.

Deshalb fordern wir: Keine Steuergelder für den Wiederaufbau der Garnisonkirche! Sofortiger Baustopp für die öffentliche Diskussion um diesen Ort!

[1] www.christen-brauchen-keine-garnisonkirche.de/files/opensauce/img/170900%20Gutachten%201_0_Nutzungskonzept.pdf

[2] www.bundes-esg.de/fileadmin/user_upload/aej/Studium_und_Hochschule/Downloads/Themen/2017-10Gutachten2.0_Geschichtsvermittlung.pdf

[3] Potsdamer Spitze, Ausgabe 2015, S. 22 garnisonkirche-potsdam.de/fileadmin/user_upload/Website/Mediathek/Dokumente/PS_2015_3.3_letzte_Fassung.pdf

[4] potsdam-stadtfueralle.de/2018/09/12/garnisonkirche-ein-goldenes-kalb-fuer-potsdam/

ohnegarnisonkirche.wordpress.com/

potsdam-stadtfueralle.de/category/stadtentwicklung/garnisionkirche/

martin-niemoeller-stiftung.de/

Thank you for your support, Sara Krieg from Potsdam
Question to the initiator

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News

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Why people sign

  • 3 days ago

    Ich glaube Steuergeld für Bildung, Krankenversicherung, Kulturelle Teilhabe, Verkehr, und Tourismus ist wichtiger.

  • 5 days ago

    Die Kirche ist ein Symbol der preußischen Militärmonarchie. Steuergelder werden an anderen Stellen wesentlich dringender gebraucht, z.B für Kitas, Bildung und bezahlbaren Wohnraum!!!

  • 6 days ago

    Der preußische Militarismus mit Raubkriegen und Kadavergehorsam ist kein Vorbild, sondern eine einzige Katastrophe.

  • 7 days ago

    Es gibt so viele wichtigere Dinge, für die das Geld gebraucht würde.

  • 7 days ago

    Ich möchte nicht für etwas bezahlen, dass ich nicht unterstütze! Es ist ein Unrecht und spiegelt die derzeitige Politik in Potsdam wider.

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