Der Bundestag möge beschließen, dass nationale Maßnahmen, wie sie die WHO in der Resolution zur Verbesserung der Prävention, Diagnose und Behandlung der Sepsis fordert, zeitnah in Deutschland umgesetzt werden. Dabei sollen bereits bestehende Anstrengungen und erfolgreiche Programme zum Schutz von Patienten vor behandlungsassoziierten Infektionen und zur Vermeidung multiresistenter Erreger berücksichtigt und mit Maßnahmen zur Reduzierung der Sepsis in einem Nationalen Sepsisplan gekoppelt werden.

Begründung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von über 6 Mio. Sepsistoten jährlich, wobei eine Mehrzahl vermieden werden könnte. In Deutschland gelten bis zu 20 000 Sepsistote als vermeidbar. Die Sepsissterblichkeit ist hier um 10-20 Prozentpunkte höher als in vergleichbaren Ländern, wie Australien, USA oder Großbritannien. Im Jahr 2015 haben die deutschen Krankenhäuser 320.000 Patienten wegen einer Sepsis behandelt. Jeder vierte Patient überlebt die Sepsis nicht. Damit sterben in Deutschland pro Jahr mehr Menschen an einer Sepsis als an Brustkrebs, Lungenkrebs und Verkehrsunfällen zusammen. Trotzdem ist in der Bevölkerung nicht bekannt, dass es sich bei einer Sepsis um einen medizinischen Notfall handelt. Die Wenigsten kennen die Warnsymptome und wissen, dass man sich gegen die häufigste Ursache einer Sepsis – Lungenentzündung – durch Impfungen schützen kann. Zu oft wird die Sepsis selbst von Ärzten und Pflegekräften zu spät erkannt. Mit jeder Verzögerung der Behandlung steigt die Sterblichkeit stündlich und die Langzeitfolgen, wie Amputationen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, chronische Schmerzen und Depressionen nehmen zu. Alleine durch die flächendeckende Umsetzung der Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) wären jährlich mehrere tausende Todesfälle vermeidbar. Dazu müssten auch die Bundesländer striktere Vorgaben zum Infektionsschutz in Krankenhäusern geben. Die Chance eine Sepsis zu überleben, darf nicht länger davon abhängig sein, in welchem Krankenhaus man behandelt bzw. von welchem Notarzt man untersucht wird. Der Nutzen von Aufklärung, Infektionspräventions- und Qualitätssicherungsmaßnahmen, ist in anderen Ländern vielfach belegt und auch in Deutschland zeigen Einzelfälle, dass eine Umsetzung möglich ist. Damit alle Patienten davon profitieren und die Patientensicherheit verbessert wird, braucht es jedoch bundesweit einheitliche verbindliche Vorgaben und Maßnahmen beim Erkennen und Behandeln einer Sepsis.Ich bitte daher die Mitglieder des Deutschen Bundestags, die flächendeckende Umsetzung nachfolgender Maßnahmen sicherzustellen und die Forderung für einen Nationalen Sepsisplan zu unterstützen:­Die Bevölkerung sowie das medizinische und nicht-medizinische Fachpersonal wird über die Sepsis als lebensbedrohlichen Notfall, mögliche Präventionsmaßnahmen (z. B. Impfungen), ihre Symptome und erste zu ergreifende Maßnahmen zur Behandlung aufgeklärt. ­Maßnahmen der Prävention, wie sie im Infektionsschutzgesetz sowie durch die KRINKO festgeschrieben sind, werden flächendeckend umgesetzt. Der öffentliche Gesundheitsdienst wird in die Lage versetzt, seine Kontrollfunktion auszuüben. ­Qualitätssicherung erfolgt auf Grundlage der für die frühzeitige Diagnose und Behandlungsqualität festgeschriebenen Indikatoren. Sepsis wird fester Bestandteil in der Nationalen Gesundheitsberichterstattung des Bundes und der Länder.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung
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