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Bild zur Petition mit dem Thema: L 18/471 - Beschwerde über die beabsichtigte Schließung des Zentrums für Humangenetik L 18/471 - Beschwerde über die beabsichtigte Schließung des Zentrums für Humangenetik
  • Von: Nicht öffentlich
  • An: Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft
  • Region: Bremen mehr
  • Status: Die Petition wurde abgeschlossen
    Sprache: Deutsch
  • Beendet
  • 714 Unterstützende
    Sammlung abgeschlossen

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L 18/471 - Beschwerde über die beabsichtigte Schließung des Zentrums für Humangenetik

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Sicherung des Fortbestandes des Zentrums für Humangenetik der Universität Bremen

Wie am 4. März 2015 bekanntgegeben wurde, bekundet der Rektor der Universität Bremen im Rahmen seiner Eilentscheidung auch die Absicht, das Zentrum für Humangenetik (ZHG) zu schließen.

Der Petitionsausschuss möge der Bremischen Bürgerschaft empfehlen, sich für die langfristige Erhaltung des Zentrums für Humangenetik einzusetzen und die von der Leitung der Universität beabsichtigte Schließung dieses Instituts grundsätzlich abzulehnen. Die Bremische Bürgerschaft möge unmissverständlich deutlich machen, dass sie eine Notwendigkeit zur Fortführung des ZHG sieht und die Auffassung teilt, dass Lösungen zur Sicherung des Fortbestandes des Instituts gefunden werden müssen. Erforderlichenfalls möge geprüft werden, inwieweit der Universität zusätzliche Landesmittel für die Erhaltung des Zentrums für Humangenetik zur Verfügung gestellt werden können.

Begründung

Das Zentrum für Humangenetik erforscht die Ursachen von Tumorerkrankungen und leistet auf dem Gebiet der Krebsforschung hervorragende Arbeit, die auch international hoch geachtet wird. Dies belegen zahlreiche Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften. In den Jahren 2010 bis 2014 publizierte das ZHG insgesamt 56 wissenschaftliche Fachartikel in 29 internationalen Zeitschriften. Somit trägt das ZHG in erheblichem Maße zur internationalen Sichtbarkeit des Wissenschaftsstandortes Bremen bei. Zusätzlich ist das Institut auf dem Gebiet der Früherkennung und Diagnostik von Krebserkrankungen tätig. Beide Bereiche sind eng miteinander verknüpft, so dass neueste Erkenntnisse aus der Forschung sehr früh auch den Krebskranken in Bremen und in der Region zugutekommen. Eine Schließung des Zentrums ist eine Maßnahme, die sich heute und in Zukunft nicht nur gegen die Sichtbarkeit des Forschungsstandortes Bremen, sondern auch gegen die Interessen krebskranker Menschen richtet.

Das ZHG ist außerdem ein gefragter Anbieter von zyto- und molekulargenetischer Diagnostik. Der Schwerpunkt liegt hier bei Erkrankungen des blutbildenden Systems wie Leukämien („Blutkrebs“) und gynäkologischen Tumoren. Jährlich werden Proben von ca. 600 Patientinnen und Patienten untersucht, was zur Diagnostik und Prognosebestimmung dieser lebensbedrohlichen Erkrankungen beiträgt.

Somit besteht bereits eine enge Zusammenarbeit mit der medizinischen Praxis, durch deren Ausbau sich sogar eine Steigerung des Kostendeckungsgrades erzielen ließe. Gerade die im ZHG realisierte Dualität von Forschung und Lehre auf der einen sowie Anwendung und Praxisbezug auf der anderen Seite entspricht in hohem Maße der Philosophie und den Zielen der Universität.

Auch für Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist dieses breite, sowohl die Grundlagenforschung als auch die biologische und medizinische Praxis umfassende Angebot besonders attraktiv und erhält aus dem Bereich der Studierenden auch deshalb stets gute Bewertungen, zumal die Chancen von Absolventinnen und Absolventen des ZHG am Arbeitsmarkt exzellent sind. In den Jahren von 2011 bis 2014 wurden am Zentrum für Humangenetik sechs Diplomarbeiten, 31 Bachelor- und fünf Masterarbeiten angefertigt. Darüber hinaus wurden im gleichen Zeitraum zwölf Doktorarbeiten erfolgreich abgeschlossen. Diese Zahlen belegen ein immenses Interesse der Studentinnen und Studenten, Doktorandinnen und Doktoranden am Fachgebiet Humangenetik. Eine Schließung des ZHG würde damit auch die Attraktivität des Fachbereichs 2 (Biologie/Chemie) der Universität Bremen erheblich mindern.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZHG verfügen über fundierte Spezialkenntnisse im Bereich der Humangenetik, die insbesondere für die Krebsdiagnostik und -forschung sowie für die Beratung von Patienten und Ärzten sehr wertvoll sind. Das Angebot der genetischen Beratung richtet sich insbesondere auch an Brustkrebspatientinnen und Patienten mit Darmkrebs bzw. an Menschen mit erhöhtem Risiko für diese Erkrankungen. Insofern stellt diese Einrichtung eine wichtige Anlaufstelle für Krebskranke dar.

Die Leitung der Universität verfolgt das Ziel, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in andere Arbeitsbereiche der Universität zu versetzen. Diese Absicht ist für alle Seiten hochgradig schädlich, da erstens die Expertise der betreffenden Personen selbst in anderen Disziplinen der Biologie kaum sinnvoll genutzt werden kann. Zweitens würde dieses Vorgehen adäquate Neubesetzungen verhindern, da die Qualifikation „ehemaliger Humangenetiker“ nicht den Anforderungen in fachfremden Bereichen entspricht.

Universitätsintern wurde wiederholt versucht, eine Schließung des ZHG mit dem vom Bremer Senat beschlossenen Wissenschaftsplan 2020 zu rechtfertigen. Tatsächlich wird darin (Abschnitt 5.1.1) jedoch folgende Absicht formuliert: „Fächer, die exzellent in der Forschung sind […], sollen nicht zur Disposition gestellt werden, da das Land das Profil der Universität als exzellente Forschungsuniversität sichern und verstetigen will.“ Insofern konterkariert die Schließung eines Instituts, das hervorragende Forschungsleistungen erbringt, die Ziele des Wissenschaftsplans 2020. Die Bremische Bürgerschaft möge daher deutlich zum Ausdruck bringen, dass der Wissenschaftsplan 2020 mitnichten einen Prüfauftrag hinsichtlich der Humangenetik enthält, nicht ansatzweise eine Schließung des ZHG empfiehlt und daher auch keinesfalls zur Legitimation entsprechender Absichten herangezogen werden kann.

Begründung:

07.04.2015 (aktiv bis 19.05.2015)


Neuigkeiten

Auszug aus dem Bericht des Petitionsausschusses (Land ) Nr. 3 vom 20. November 2015 Der Ausschuss bittet mehrheitlich mit den Stimmen der Mitglieder der Fraktionen der SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und der FDP und bei Enthaltung der Mitgl ieder ...

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